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Rauchwolken aus Kanada in Europa messbar

Forschungszentrum Jülich an Vorhersagemodellen beteiligt

Jülich, 12. Juli 2013 – In diesem Sommer wird Kanada von außergewöhnlich großen Waldbränden heimgesucht. Allein in dieser Woche sind 341 neue Feuer mit einer Gesamtfläche von rund 616.000 Hektar dazu gekommen. Die Rauchwolken aus den Feuern in Kanada erreichen nun auch Europa. Im EU-Forschungsprojekt Monitoring Atmospheric Composition and Climate (MACC II), an dem Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich führend beteiligt sind, werden mithilfe eines integrierten Systems zur Datenanalyse und Modellierung täglich Vorhersagen zur globalen atmosphärischen Schadstoff-Konzentration bereitgestellt. Auf der Grundlage von Satellitendaten der kanadischen Brände können Emissionen von Rauch und Spurengasen ermittelt werden. Das MACC-II Modellsystem berechnet dann, wie diese Schadstoffe transportiert und chemisch verändert werden.

Eine Animation aus den Daten des globalen MACC-II Vorhersagesystems zeigt, wie starke Winde über dem Nordatlantik innerhalb von drei Tagen die Rauchwolken aus Kanada in den Nordwesten Europas transportieren. Typischerweise befinden sich die Rauchwolken in einer Höhe von zwei bis vier Kilometern. An einigen Tagen konnten sie sogar mit bloßem Auge an mehreren Orten in Skandinavien beobachtet werden. Die Wettersituation über Europa, die für das schöne Sommerwetter der letzten Tage verantwortlich war, sorgt dafür, dass sich der Rauch und die anderen Spurenstoffe südlich bis nach Italien ausbreiten.

Die Vorhersagen werden durch atmosphärische Messungen auf Linienflugzeugen der europäischen Forschungs-Infrastruktur IAGOS (In-service Aircraft for a Global Observing System) abgesichert, welche vom Forschungszentrum Jülich koordiniert wird. Während ihres Landeanflugs auf Frankfurt und Paris haben Linienflugzeuge, die im Rahmen von IAGOS fliegen, am 6. Juli deutlich erhöhte Kohlenmonoxid Konzentrationen in einer Höhe zwischen zwei und vier Kilometern gemessen. Die Werte stimmen mit Vorhersagen des MACC-Systems überein. Diese Episode demonstriert daher eindrucksvoll, wie Messungen und Modellrechnungen nahezu in Echtzeit zusammenwirken, um Vorgänge in der Atmosphäre zu verstehen.

Das Projekt MACC-II wird vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) in Reading, Großbritannien, koordiniert. Es umfasst 31 Partner aus 13 EU-Ländern.

LIDAR-Messung von Partikeln und Rauchbestandteilen am 12.07. über dem ForschungszentrumLIDAR-Messung (Rückstreusignal) von Partikeln und Rauchbestandteilen am 12.07. über dem Forschungszentrum Jülich. Die Rauchschicht befindet sich in einer Höhe zwischen 3 und 4,5 Kilometern. Für eine größere Darstellung bitte auf die Abbildung klicken.

LIDAR-Messung vom 15.07.über dem ForschungszentrumLIDAR-Messung vom 15.07.über dem Forschungszentrum, wobei die Rauchschicht zwischen 3 und 5 Kilometern zu sehen ist. Für eine größere Darstellung bitte auf die Abbildung klicken.

Feuer-Intensität in Nordamerika am 9. Juli 2013Feuer-Intensität in Nordamerika am 9. Juli 2013. Gelbe Punkte repräsentieren besonders starke Feuer, die sehr starken Rauch hervorrufen.

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Animation von simulierten Kohlenmonoxidkonzentrationen aus der operationellen MACC-II Vorhersage. Die erhöhten Konzentrationen aus den Feuern in Kanada sind deutlich als rote Wolken erkennbar.

Vertikalprofile von KohlenmonoxidVertikalprofile von Kohlenmonoxid, welche von IAGOS Flugzeugen am 6. Juli während des Landeanflugs auf Frankfurt (links) und Paris (rechts) gemessen wurden. Man sieht eine deutliche Erhöhung der Kohlenmonoxid Konzentrationen im Bereich zwischen zwei und vier Kilometern (schwarze Linie), die in der MACC-II Vorhersage (rote Linie) ebenfalls in Erscheinung tritt.


Weitere Informationen:

Pressemitteilung auf den Seiten des MACC-II Projektes

Institut für Energie- und Klimaforschung – Troposphäre (IEK-8)

Monitoring Atmospheric Composition and Climate

In-service Aircraft for a Global Observing System

Europäisches Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersage

Canadian Wildland Fire Information System

Ansprechpartner:

Prof. Andreas Wahner
Institut für Energie- und Klimaforschung – Troposhäre (IEK-8)
Tel.: +49 2461 61 5932
a.wahner@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Annette Stettien
Tel.: +49 2461 61-2388
a.stettien@fz-juelich.de

Tobias Schlößer
Tel.: +49 2461 61-4771
t.schloesser@fz-juelich.de



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