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50 Jahre Forschung für die sichere Entsorgung radioaktiver Abfälle

Öffentliche Vortragsveranstaltung am 14. Oktober 2013, 10:00 bis 12:45 Uhr, im SuperC der RWTH Aachen

Jülich, 7. Oktober 2013 – Seit nunmehr einem halben Jahrhundert erforschen Jülicher Wissenschaftler, wie radioaktive Abfälle in Deutschland sicher entsorgt werden können. Bis zu einer Million Jahre wird es dauern, bis die Radioaktivität der Brennstoffabfälle weitestgehend abgeklungen ist. Institutsdirektor Prof. Dirk Bosbach erläutert auf der Jubiläumsveranstaltung im Aachener SuperC, wie sich mithilfe wissenschaftlicher Ansätze Aussagen über solche langen Zeiträume treffen lassen. Die Endlagerdebatte hat darüber hinaus auch eine risikosoziologische Dimension, mit der sich Gastrednerin Diana Gallego Carrera, M.A., vom Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS) der Universität Stuttgart befasst.

Generell sind die Sicherheitsstandards für die Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland auf einem sehr hohen Niveau – auch im internationalen Vergleich. Das ist nicht zuletzt das Ergebnis jahrzehntelanger intensiver Forschung. Allerdings wissen wir heute auch, dass in der Vergangenheit bei der Entsorgung radioaktiver Abfälle Fehler gemacht wurden. Gerade in solchen Fällen steht Forschung in der Verantwortung, dazu beizutragen, Menschen und Umwelt zu schützen und die Fehler der Vergangenheit zu beheben.

Auch nachdem der Ausstieg aus der Kernenergie eingeleitet wurde, steht fest: Die nuklearen Überreste werden uns noch lange beschäftigen. Die Endlagerung in einer tiefen geologischen Formation gilt international als sicherste Option. Für die schwach- und mittelaktiven Abfälle soll das Endlager „Konrad“ in den nächsten Jahren in Betrieb gehen. Daneben fallen in Deutschland bis 2022 insgesamt 17.000 Tonnen hochaktive Abfälle an, für die noch ein Standort gefunden werden muss.

Eine der Hauptfragen bei der Standortwahl lautet: Wie lässt sich zeigen, dass ein Endlager für eine Million Jahre – so die Vorgabe des Bundesumweltministeriums – sicher ist? Für solch einen Zeitraum, der die Geschichte des Menschen um Längen übersteigt, versagen gängige Prognoseverfahren, wie sie etwa zur Wettervorhersage oder für volkswirtschaftliche Entwicklungen eingesetzt werden. Stattdessen orientieren sich die Entsorgungsforscher an physikalischen und chemischen Gesetzen.

Um eine Grundlage für die Beurteilung von Endlagern zu schaffen, untersuchen Jülicher Wissenschaftler ganz konkrete Szenarien: Welche Auswirkungen hat eine mögliche Eiszeit? Was passiert, wenn Wasser eindringt und direkt mit den Abfällen in Kontakt kommt? Dazu analysieren sie etwa in Experimenten, wie die Korrosion von hochradioaktivem Material abläuft. Darüber hinaus entwickeln sie Keramiken, die sich für die dauerhafte Einlagerung radioaktiver Substanzen besonders eignen. Die Methoden und Ergebnisse der Entsorgungsforschung sind auch für nicht-nukleare Anwendungen relevant, etwa zur Gewinnung seltener Elemente aus Elektroschrott oder das berührungsfreie Aufspüren von Sprengstoffen.

Wechselnde Rahmenbedingungen haben die Arbeit im heutigen Forschungsbereich Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit des Instituts für Energie- und Klimaforschung (IEK-6) geprägt. Ursprünglich stand bei der Gründung des „Instituts für Radiochemie“ im Jahr 1963 die Wiederverwertung des radioaktiven Materials im Vordergrund – damals sollte die Kernenergie in Deutschland stark ausgebaut werden. Auch die Voraussetzungen für die später ins Auge gefasste Endlagerung haben sich mehrfach geändert, zuletzt durch das im Juli 2013 in Kraft getretene Standortwahlgesetz.

Der Umgang mit dem radioaktiven Erbe wird nicht nur in Fachkreisen, sondern auch öffentlich vielfach diskutiert. Die Risikoforscherin Diana Gallego Carrera vom ZIRIUS der Universität Stuttgart beleuchtet in ihrem Vortrag, welche Faktoren für die Wahrnehmung der Endlagersuche in der Öffentlichkeit entscheidend sind, und gibt einen Ausblick auf Optionen, wie sich die Beteiligung der Bürger steigern lässt.

Die öffentliche und kostenlose Veranstaltung findet am 14. Oktober 2013 von 10:00 bis 12:45 Uhr im SuperC der RWTH Aachen statt. Die Grußworte sprechen Prof. Ernst M. Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen, und Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands des Forschungszentrums Jülich. In einer begleitenden Posterausstellung geben Jülicher Doktorandinnen und Doktoranden aus dem IEK-6 Einblicke in aktuelle Arbeiten.

Weitere Informationen:

Veranstaltung & Registrierung: 50 Jahre Forschungskompetenz für die nukleare Entsorgung

Institut für Energie- und Klimaforschung, Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit (IEK-6)

Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart (ZIRIUS)

Ansprechpartner:

Bei organisatorischen Fragen rund um die Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:

Beate Schmitz
Unternehmenskommunikation, Veranstaltungen und Marketing
Tel.: 02461 61-3838
bea.schmitz@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Medienvertreter sind herzlich eingeladen, bitte wenden Sie sich an:

Tobias Schlößer
Unternehmenskommunikation, Externe Kommunikation
Tel. 02461 61-4771
t.schloesser@fz-juelich.de


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