Suche

zur Hauptseite

Navigation und Service


45. Jülicher IFF-Ferienschule startet mit neuem Anmelderekord

Mehr als 500 Anmeldungen für 279 Plätze zum diesjährigen Thema "Computing Solids: Models, ab-initio methods and supercomputing"

Jülich, 6. März 2014 – Am kommenden Montag, 10. März, startet am Forschungszentrum Jülich die 45. "IFF-Ferienschule" mit 63 Teilnehmerinnen und 216 Teilnehmern aus dem In- und Ausland. Fast doppelt so viele Interessenten hatten sich für den zweiwöchigen Kompaktkurs für Studierende und Nachwuchsforscher angemeldet – so viele wie noch nie. Die Ferienschule fand erstmals 1970 statt und wird seitdem mit einem jährlich wechselnden physikalischen Themenschwerpunkt von mehreren Jülicher Instituten ausgerichtet. Thema in diesem Jahr sind moderne Methoden der theoretischen und der computergestützten Materialphysik. Kooperationspartner ist die RWTH Aachen unter dem Dach der Jülich Aachen Research Alliance JARA.

Ob Supraleitfähigkeit oder Magnetismus – diese und andere Eigenschaften fester Materie entstehen durch Wechselwirkungen zwischen einer Unzahl von Elektronen. Ein Zahlenbeispiel: Ein Gramm Gold etwa enthält bereits 3x1021 Atome, das ist eine Zahl mit 21 Nullen. Die Zahl der Elektronen ist sogar noch größer. Je besser ihr Zusammenspiel verstanden ist, desto genauer lassen sich die Eigenschaften von Festkörpern verstehen oder Materialien mit besseren oder ganz neuen Eigenschaften und Funktionalitäten entwickeln, wie sie etwa für die Speicherung erneuerbarer Energien oder für effizientere Kommunikationstechnologien notwendig sind.

"Wir kennen heute mehr als 100.000 Festkörper – Substanzen, die in einer festen Erscheinungsform vorkommen. Von etwa 1.000 wissen wir beispielsweise, dass sie supraleitend sind, die Eigenschaften anderer sind noch unbekannt. Moderne Methoden der theoretischen und der computergestützten Materialphysik ermöglichen eine qualitativ neue Herangehensweise, um sie zu erkunden, noch unbekannte 'Schätze' zu heben und Materialsysteme mit spezifischen Funktionalitäten zu entwickeln", erläutert Prof. Stefan Blügel, leitender wissenschaftlicher Organisator der IFF-Ferienschule 2014 und Direktor am Jülicher Peter Grünberg Institut und am Institute for Advanced Simulation.

Die modernen Methoden der theoretischen Physik vieler Elektronen und die neuen Möglichkeiten der Computersimulation, die die diesjährige Schule "Computing Solids: Models, ab-initio methods and supercomputing" vorstellt, ermöglichen es Forscherinnen und Forschern, die Eigenschaften von Materialien und die Prozesse in diesen mathematisch zu beschreiben und vorherzusagen. Mit ihnen bekommen sie selbst große Zahlen in den Griff, indem sie auf Informationen verzichten, die für zuverlässige Erkenntnisse nicht entscheidend sind. Forscher nutzen die Methoden ergänzend zu Experimenten oder als Ersatz, zum Beispiel wenn Experimente zu teuer, gefährlich oder gar nicht durchführbar wären.

"Insbesondere durch Simulationen mittels Supercomputern mit ihrer immensen Rechenleistung lassen sich Erkenntnisse erzielen, die anders nicht zu gewinnen sind", sagt Blügel. Die Leistungsfähigkeit der besten Computer steigt stetig an und bewegt sich derzeit im Bereich von Petaflops, das sind 1015 Rechenoperationen pro Sekunde. Dies wird erreicht, indem bis zu viele Tausend Hauptprozessoren parallel rechnen. Ein Lernziel der Ferienschule ist es, physikalische Fragestellungen so in Modellen zu beschreiben, dass sie auf solchen Parallelcomputern gerechnet werden können.

Rund 30 Vortragende aus europäischen Forschungsinstitutionen und IT-Unternehmen bieten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Ferienschule in etwa 45 Stunden Vorlesung einen umfassenden Überblick über moderne Konzepte, Theorien und Methoden für die theoretische Beschreibung und die Computersimulation von Systemen aus vielen Elektronen. Campustouren ergänzen das Programm und ermöglichen dem wissenschaftlichen Nachwuchs, auch experimentelle Einrichtungen und Labore verwandter Fachrichtungen kennenzulernen.

Gruppenbild 2014_jpgDie Teilnehmerinnen und Teilnehmer der IFF-Ferienschule 2014.

Weitere Informationen:

Programm der 45. IFF-Ferienschule (auf Englisch):
www.iff-springschool.de

Ausrichtende Institute

Am Forschungszentrum Jülich:
Quanten-Theorie der Materialien (PGI-1 / IAS-1)

An der RWTH Aachen:
Institut für Theoretische Statistische Physik
Institut für Theoretische Festkörperphysik

Pressekontakt:

Angela Wenzik, Forschungszentrum Jülich,
Tel.: 02461 61-6048
E-Mail: a.wenzik@fz-juelich.de


Servicemenü

Homepage