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Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik (ZEA)

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"Starting Grants" für Nachwuchswissenschaftler

Jülich, 18. Dezember 2014 – Zwei junge Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich erhalten vom Europäischen Forschungsrat (European Research Council, ERC) in Straßburg einen "Starting Grant". Damit werden Dr. Pitter Huesgen und Dr. Jan Marienhagen in den nächsten fünf Jahren für ihre Projekte eine Förderung von insgesamt rund 3,3 Millionen Euro aus dem Forschungsförderprogramm Horizon2020 der Europäischen Union erhalten. Mit den "Starting Grants" bietet der ERC exzellenten Nachwuchswissenschaftlern in Europa die Möglichkeit, Grundlagenforschung zu betreiben und ein eigenes Forschungsteam auszubauen.

Dr. Pitter Huesgen, der im April 2014 von der kanadischen University of British Columbia an das Forschungszentrum Jülich, Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik (ZEA) wechselte, erhält eine Förderung von 1,8 Millionen Euro für seine Forschungen. Der Biochemiker untersucht, wie sich ein bestimmter Stoffwechselprozess – die Proteolyse – in Pflanzen verhält, die unter Stress, wie Bakterienbefall oder Starklicht geraten. Bei der Proteolyse zerschneiden Enzyme langkettige Proteine (Eiweiße) in kleinere Proteinsequenzen, die nun wiederum andere Eigenschaften haben und zum Beispiel Signalprozesse auslösen. Huesgen untersucht, welche Enzyme an welcher Stelle Proteine schneiden und wie Pflanzen damit ihren Stoffwechsel veränderten Bedingungen anpassen. Langfristig können diese Ergebnisse zur Entwicklung neuer Pflanzenschutzmittel und stressresistenter Getreidepflanzen beitragen.

Dr. Jan Marienhagen leitet am Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie, die Gruppe "Synthetische Zellfabriken". In seinem mit 1,5 Millionen Euro geförderten Forschungsprojekt will der Mikrobiologe maßgeschneiderter Biosensoren für die Detektion biotechnologisch interessanter Moleküle in einzelnen Bakterienzellen entwickeln. Mithilfe dieser Biosensoren lassen sich schon heute einzelne produktive Bakterienzellen in Kulturen mit vielen Millionen anderen Bakterien identifizieren und isolieren. Allerdings sind die Wissenschaftler bisher auf die Anwendung von Sensoren beschränkt, die in der Natur zu finden sind. Mit der neuen Generation von Biosensoren, die nun gezielt konstruiert werden, wird es möglich sein, die heute noch sehr teure und langwierige Entwicklung mikrobieller Produktionsstämme entscheidend zu beschleunigen. Damit können in Zukunft immer mehr biotechnologische oder pharmakologische Substanzen auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt werden.

Der ERC fördert bahnbrechende und visionäre Forschung, bei der die Grenzen zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung, zwischen klassischen Disziplinen und zwischen Forschung und Technologie aufgehoben werden. Die Attraktivität des europäischen Forschungsraums soll so gesteigert werden. Der ERC wurde 2007 von der EU gegründet und ist die erste europaweite Förderorganisation für Spitzenforscher. Seit dieser Zeit hat der ERC über 4 500 Projekte in ganz Europa gefördert. In diesem Jahr sind es 328 Projekte mit einem Volumen von 485 Millionen Euro.

Weitere Informationen:

Zentralinstitut für Engineering, Elektronik und Analytik, Bereich Analytik (ZEA-3)

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Arbeitsgruppe "Synthetische Zellfabriken"

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, M.A., Pressereferent
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de


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