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Zusammenführung der Nuklearkompetenzen in Jülich

Jülich, 8. Juni 2015. Das Forschungszentrum Jülich und die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR) wollen ihre Nuklearkompetenzen am Standort Jülich zu einer neuen Gesellschaft zusammenführen. Unter dem Dach der Energiewerke Nord GmbH (EWN), deren Gesellschafter der Bund ist, soll ein neues Unternehmen mit rund 300 Mitarbeitern entstehen, das die gesamte nukleare Stilllegungs-, Rückbau- und Entsorgungskompetenz umfasst, die in Jülich über fünf Jahrzehnte aufgebaut wurde.

Die Aufsichtsräte von EWN, AVR und Forschungszentrum haben den Verträgen zur Zusammenführung der Nuklearkompetenz am Standort Jülich im Grundsatz zugestimmt. Bevor die Verträge zur Gründung der neuen Gesellschaft unterzeichnet werden können, sind noch die Zustimmung des Bundesfinanzministeriums und des Kabinetts des Landes Nordrhein-Westfalen notwendig.

Ziel des neuen Unternehmens ist es, die Nuklearkompetenzen am Standort Jülich zu konzentrieren, zu erhalten und auszubauen, um mit dieser Expertise und Erfahrung zum sicheren Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie beizutragen. Dazu werden AVR und Forschungszentrum der neuen Gesellschaft ihr umfassendes kerntechnisches Know-how zur Verfügung stellen, das für den sachkundigen Umgang mit den nuklearen Altlasten benötigt wird.

Um dieser Aufgabe erfolgreich nachkommen zu können, soll der Geschäftsbereich Nuklear-Service (N) des Forschungszentrums mit der AVR GmbH zusammengeführt werden. Die bisher noch zum Geschäftsbereich Nuklear-Service gehörenden Fachbereiche Materialprüflabor (N-M) und Analytiklabor (N-A) sollen im Forschungszentrum verbleiben. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden kontinuierlich über den Fortgang des Prozesses informiert.

Hintergrund

Die EWN GmbH mit Sitz in Lubmin/Greifswald ist ein 100%iges Bundesunternehmen, das kerntechnische Anlagen im Verantwortungsbereich der öffentlichen Hand zurückbaut und die dabei anfallenden radioaktiven Reststoffe/Abfälle konditioniert und zwischenlagert, um sie langfristig einem Bundesendlager zuzuführen. Seit 1990 ist das Bundesfinanzministerium alleiniger Gesellschafter des Unternehmens. Neben dem Rückbau der nach der Wiedervereinigung stillgelegten Kernkraftwerke Greifswald (KGR) im Land Mecklenburg-Vorpommern und Rheinsberg (KKR) im Land Brandenburg ist die EWN bereits seit 2003 im Rückbau der AVR-Anlage in Jülich tätig.

Die Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR) betreibt auf dem Jülicher Campus in Eigenregie den Rückbau des AVR-Reaktors. Die Umsetzung dieses Projektes ist anspruchsvoll und setzt ingenieurtechnische Innovationen voraus. Die AVR GmbH mit rund 140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist bereits seit 2003 ein Tochterunternehmen der EWN.

Seit 2006 ist EWN auch verantwortlich für den Rückbau der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe (WAK). Im Jahr 2009 wurden zudem die nuklearen Rückbau- und Entsorgungsprojekte des ehemaligen Forschungszentrums Karlsruhe in die WAK integriert. Damit sind seit 2009 die Arbeiten zur Stilllegung kerntechnischer Anlagen sowie die Behandlung und Zwischenlagerung radioaktiver Reststoffe und Abfälle am Standort Karlsruhe durch die EWN gebündelt. AVR und WAK wurden dazu als Tochterunternehmen in den EWN-Konzern integriert.

Der Geschäftsbereich Nuklear-Service des Forschungszentrums Jülich ist mit rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuständig für den Betrieb und die Stilllegung nuklearer Einrichtungen des Forschungszentrums Jülich. Hauptaufgaben sind dabei das Stilllegungs- und Rückbaumanagement der außer Betrieb genommenen und nicht mehr benötigten nuklearen Anlagen des Forschungszentrums und die Entsorgung der dabei anfallenden radioaktiven Abfälle und Reststoffe. Dazu betreibt der Geschäftsbereich auch verschiedene Anlagen zur Behandlung nuklearer Abfälle und Reststoffe sowie unterschiedliche Zwischenlagereinrichtungen für radioaktive Abfälle. Neben den Entsorgungsleistungen für das Forschungszentrum behandelt, analysiert und entsorgt der Nuklear-Service Abfälle und Reststoffe der am Standort Jülich angesiedelten Landeseinrichtungen und Anliegerfirmen.

AVR GmbH und der Geschäftsbereich Nuklear-Service des Forschungszentrums arbeiten bereits seit vielen Jahren eng zusammen.


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