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Die Vermessung von Nutzpflanzen

Forschungszentrum koordiniert europäisches Großprojekt

Jülich/ Amsterdam, 10. März 2016 – Die Vermessung von Nutzpflanzen und ihre Reaktion auf Veränderungen der Umwelt stehen im Zentrum des neuen europäischen Großprojektes EMPHASIS, das Jülicher Forscher koordinieren. EMPHASIS ist Teil der neuen Roadmap, in der die Mitgliedsstaaten des ESFRI Forums (European Strategy Forum for Research Infrastructures) Forschungsinfrastrukturen von zentraler europäischer Bedeutung planen. Die aktuelle Roadmap wurde heute in Amsterdam im Rahmen der niederländischen EU-Ratspräsidentschaft veröffentlicht.

Was passiert im Inneren von Pflanzen, wenn sie auf Umweltreize reagieren? Wie verändert sich das äußere Erscheinungsbild, der Phänotyp, wenn sich Temperaturen und Wasserverfügbarkeit ändern? Welchen Einfluss hat der jeweilige Standort und welche Merkmale müssen Züchter bei zukünftigen Sorten berücksichtigen, damit der Ertrag steigt, der Wasser- und Nährstoffbedarf in der Landwirtschaft aber sinkt? Das Projekt EMPHASIS - European Multi-environment Plant pHenomics And Simulation lnfraStructure – wird eine integrierte, europaweite Infrastruktur schaffen, um Erkenntnisse zu diesen Fragen zu erhalten. Im Fokus stehen dabei Kulturpflanzen, die eine wichtige Rolle bei der Sicherung der Welternährung und für die Bioökonomie einnehmen. Ein Ziel ist es etwa, die Züchtung dieser Pflanzen zu beschleunigen und zu verbessern.

In EMPHASIS untersuchen Forscher Kulturpflanzen unter kontrollierten Bedingungen im Gewächshaus sowie unter simulierten Umweltbedingungen im Freiland und in Zuchtgärten. Dabei variieren sie zum Beispiel die Kohlendioxid-Konzentration und die Boden- und Lufttemperatur auch in eigens entwickelten Freilandanlagen. Mit modernsten, nicht-invasiven Techniken können sie Strukturen und die Physiologie von Pflanzen erfassen und vermessen. EMPHASIS entwickelt und stellt den Forschern innovative Sensorik und automatisierte Anlagen zur Verfügung, um neue züchterisch relevante Merkmale zu erfassen. Die Infrastrukturen umfassen auch die notwendige IT-Kompetenz, um die gewonnen Daten auszuwerten und die phänotypischen mit den genotypischen Daten zu verknüpfen.

Nationale Technologieplattformen, wie das Deutsche Pflanzen Phänotypisierungsnetzwerk (DPPN) und das French Plant Phenomic Network PENOME (FPPN) werden durch EMPHASIS mit Einrichtungen aus Belgien, Großbritannien und weiteren europäischen Ländern vernetzt werden. EMPHASIS kooperiert mit Nutzern aus der Industrie und anderen Forschungseinrichtungen, beispielsweise im Bereich Sensorik und Robotik, der Landwirtschaft und anderen Forschungseinrichtungen und stellt ihnen die neuesten Infrastrukturen zur Verfügung. Dazu gehören High-end-Technologien in Klimakammern, Gewächshäusern und im Freiland, Infrastrukturen zur Feldphänotypisierung und Modellierungs-Plattformen.

EMPHASIS soll nach einer Vorbereitungsphase, die durch die Europäische Union gefördert wird, ab 2018 aufgebaut und 2020 in Betrieb genommen werden. Das Forschungszentrum Jülich übernimmt die Koordination von EMPHASIS in enger Abstimmung mit Frankreich. Als Schlüsseltechnologie ist die Pflanzenphänotypisierung essentiell für die Ernährungssicherheit und eine nachhaltige Bioökonomie. Hier übernimmt das Forschungszentrum eine weltweit führende Rolle. Jülich koordiniert ebenfalls das Deutsche und das Europäische Phänotypisierungsnetzwerk (DPPN, EPPN) sowie die weltweite Initiative (IPPN).

Weitere Informationen:

EMPHASIS

DPPN Deutschland

EPPN Europa

IPPN International/ Global

Institut für Bio- und Geowissenschaften – Pflanzenwissenschaften (IBG-2)

Ansprechpartner:

Dr. Roland Pieruschka
Institut für Bio- und Geowissenschaften – Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Tel.: 02461 61-1784
E-Mail: r.pieruschka@fz-juelich.de

Prof. Ulrich Schurr
Institut für Bio- und Geowissenschaften – Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Tel.: 02461 61-3073
E-Mail: u.schurr@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Annette Stettien
Unternehmenskommunikation
Tel.: 02461 61-2388
E-Mail: a.stettien@fz-juelich.de


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