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Hirnforschung und die digitale Zukunft Europas

Das Human Brain Project beim Digital-Gipfeltreffen der Europäischen Union

Tallinn / Jülich, 29. September 2017 – Beim Digitalen Gipfeltreffen im estnischen Tallinn beraten heute die Staats- und Regierungschefs der EU über die Zukunft der digitalen Welt. Im Rahmen einer VIP-Tour durch die begleitende Technologie-Ausstellung präsentierte Prof. Katrin Amunts den Staatschefs das Europäische Human Brain Project, das seit 2013 systematisch Neurowissenschaft und Informationstechnologien vernetzt. Die Hirnforscherin ist wissenschaftliche Leiterin des Projekts und Direktorin am Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin INM-1. Vorgestellt wurden drei Bereiche– die Konstruktion eines digitalen 3D-Gehirnatlas für Forschung und Klinik, Gehirn-inspiriertes Computing sowie Neuro-Robotik.

Prof. Katrin Amunts und Chris Ebell mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydło am Stand des Human Brain ProjectsProf. Katrin Amunts und Chris Ebell mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydło am Stand des Human Brain Projects
Copyright: HBP / Oisín McArdle

Unter dem estnischen Vorsitz im Rat der Europäischen Union findet heute der "Digital Summit" in Tallinn statt. Es ist das erste EU-Gipfeltreffen, das sich ausschließlich Fragen der Digitalisierung widmet. Als Teil des Treffens werden aktuelle europäische Forschungshighlights im Rahmen einer Expo vorgestellt, darunter die Flagships der EU, zu denen das Human Brain Project gehört. Seit 2013 verfolgt das Projekt systematisch die Zusammenführung neurowissenschaftlicher Arbeit mit Informationstechnologien und Computing. Der Einsatz der Möglichkeiten der Digitalisierung erlaubt es dabei, riesige heterogene Datenmengen aus allen Bereichen der Hirnforschung in einen digitalen 3D-Hirnatlas mit dazugehörigen Kooperations- und Analyseplattformen zu integrieren. Zugleich inspirieren die Erkenntnisse der Forscher über die Informationsverarbeitung im Gehirn neue Entwicklungen im Bereich sogenannter neuromorpher Chips, die dem Gehirn nachempfunden sind, und der Neuro-Robotik.

Prof. Amunts hält ein Exponat in der HandProf. Katrin Amunts am HBP-Stand mit der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydło
Copyright: HBP / Oisín McArdle

Eine Delegation der Staatschefs besuchte die Ausstellung am Vormittag. Teil der Präsentation durch die wissenschaftliche Leiterin Katrin Amunts war die in Jülich entwickelte PLI-Technik (Polarized Light Imaging), mit der innerhalb des Human Brain Projects extrem genaue 3D-Bilder des Nervenfaserverlaufs im Gehirn erstellt werden, Daten die in den weltweit zugänglichen HBP-Gehirnatlas einfließen. Neurowissenschaftler weltweit werden diesen für ihre Forschung und Neurochirurgen etwa für die Vorbereitung von Operationen, nutzen können.

Prof. Katrin Amunts am Stand des Human Brain ProjectsProf. Katrin Amunts am PLI-Exponat des Human Brain Projects
Copyright: HBP / Oisín McArdle

Ebenfalls vor Ort waren der Executive Director Chris Ebell (École polytechnique fédérale de Lausanne EPFL) und Karl-Heinz Meier (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg), stellvertretender Vorsitzender des Science and Infrastructure Boards und Leiter des Bereichs Neuromorphes Computing im Human Brain Project.

Zu den anderen Ausstellern gehörte auch das europäische Graphen-Flagship und die Partnership for Advanced Computing in Europe (PRACE). Einen Überblick gibt es unter: https://www.eu2017.ee/expo

Die Expo ist während des Digitalen Gipfeltreffens am 29. September zunächst für die Politik und für Journalisten geöffnet. Am 30. September steht sie auch für die breite Öffentlichkeit offen.

Weitere Informationen

Video-Statement von Katrin Amunts vom Gipfeltreffen in Tallinn

Interview Katrin Amunts auf heute.de (23.09.2017)

Deutsches Ärzteblatt Perspektiven der Neurologie: "Human Brain Project: Aufbau eines multimodalen Gehirnatlas" (15.09.2017)

Effzett, 2/2017: Mit Superrechnern das Gehirn verstehen

Human Brain Project (HBP)

Kontakt:

Peter Zekert
Human Brain Project
Public Relations Officer
Tel.: +49 (0) 2461 61-85175/-9486
Email: p.zekert@fz-juelich.de


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