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Besser Maniok anbauen in Thailand

Jülicher Pflanzenforscher sind Partner beim Aufbau einer nachhaltigen Bioökonomie

Jülich, 03. Februar 2017 – Ein neues Projekt des Jülicher Instituts für Pflanzenwissenschaften ging Anfang des Jahres offiziell an den Start. Gemeinsam mit Partnern der thailändischen National Science and Technology Development Agency (NSTDA), der King Mongkut’s University of Technology Thonburi (KMUTT) und des Thai Department of Agriculture, Ministry of Agriculture and Cooperatives, erforschen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie die Produktivität von Maniok in Thailand gesteigert werden kann. Das Bundesforschungsministerium unterstützt das auf drei Jahre angelegte Vorhaben mit 805.000 Euro, mit 810.000 Euro beteiligen sich die thailändischen Partner.

Maniok (Manihot esculenta Crantz oder Cassava) ist mit einer jährlichen Produktion von rund 25 Millionen Tonnen eine der wichtigsten Nutzpflanzen Thailands. Die Wurzeln sind reich an Stärke. Maniok wird deshalb auch bevorzugt für die Produktion von Stärke genutzt, aber auch für Süßstoffe und in der Lebensmittelindustrie. Da Thailand seine Energie größtenteils importieren muss, wird aus der Pflanze in jüngster Zeit auch verstärkt Industriestärke und Bioethanol für Kraftstoffe gewonnen.

Ein Ziel des neuen deutsch-thailändischen Projekts ist es, besser zu verstehen, wie sich die Speicherwurzel von Maniok entwickelt und welche Gene dafür verantwortlich sind. "Mit diesem Wissen könnten wir die Bildung der Speicherwurzel fördern, damit die Erträge steigern und zu einer nachhaltigen Bioökonomie in Thailand beitragen", erläutert der Jülicher Pflanzenforscher Dr. Tobias Wojciechowski, der die Zusammenarbeit koordiniert. In Afrika dauert es 12 bis 15 Monate, bis der Maniok geerntet werden kann. In Thailand sollen die Anbauzeiten verkürzt werden, und der Ertrag soll bei bis zu 60 Tonnen Speicherwurzeln pro Hektar Anbaufläche liegen.

Dazu wird vor Ort im Feld mithilfe von Techniken, die in Jülich entwickelt wurden, die Entwicklung der Maniok-Wurzel phänotypisiert, um so die unterschiedlichen Wurzelsysteme zu beschreiben. In einem nächsten Schritt versuchen die Forscher am Institut für Pflanzenwissenschaften, mithilfe der gewonnenen Daten diejenigen Gene zu identifizieren, die dafür verantwortlich sind, dass sich die Speicherwurzel bei manchen Sorten früher ausbildet. Durch Züchtung sollen anschließend Maniok-Sorten entwickelt werden, die in relativ kurzer Zeit die größten Erträge bringen, ohne dass dafür mehr Boden verbraucht werden müsste.

Das Projekt ist Teil einer Vereinbarung, die die NSTDA und das Institut für Pflanzenwissenschaften im vergangenen Jahr bei der "Thai-German Bioeconomy Conference" in Bangkok abgeschlossen haben. Ziel ist es, die Zusammenarbeit im Bereich der Bioökonomie und Pflanzen-Phänotypisierung auszubauen.

Geerntete ManiokwurzelnManiok ist eine der wichtigsten Nutzpflanzen in Thailand. Die jährliche Produktion liegt dort bei etwa 25 Millionen Tonnen.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2)

Informationen zum Bioeconomy Science Center (BioSC)

Ansprechpartner:

Dr. Tobias Wojciechowski
Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2)
Tel.: 02461 61- 96383
E-Mail: tobiaswoj@fz-juelich.de

Dr. Yindee Chanvivattana
Plant Molecular Genetics and Biotechnology Laboratory (PMGB), BIOTEC, NSTDA
Tel: +662-5646700 ext 3240
E-Mail: yindee@biotec.or.th

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Pressereferent
Tel.: 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de


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