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SenseUp – Eine Erfolgsgeschichte "made in Jülich"

Jülich, 8. September 2017 - Mit der Sensortechnologie "SenseUp" der Jülicher Forscher Georg Schaumann und Stephan Binder lassen sich schnell und effizient hochproduktive Mikroorganismen finden, die aus nachwachsenden Rohstoffen wertvolle Grundbausteine für Nahrungs- und Lebensmittel herstellen. In einer dreijährigen Pilotphase haben Schaumann und Binder die Technologie von der Idee zur Markreife gebracht und sich mit der "SenseUp GmbH" unternehmerisch selbstständig gemacht. In einer zweiten Phase soll das Verfahren nun vom Labor- in den industriellen Maßstab gebracht werden. Um dies zu erreichen, stehen ihnen nun Investorengelder und Fördermittel in Höhe von 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. Allein das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) steuert im Rahmen der Gründungsoffensive Biotechnologie "GoBio" dazu rund 2,3 Millionen Euro bei. Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel MdB ließ es sich daher nicht nehmen, den Förderbescheid persönlich zu überreichen.

Seit dem 1. Juli dieses Jahres sind Stephan Binder und Georg Schaumann in der von ihnen gegründeten "SenseUp GmbH" als Unternehmer tätig: Zusammen mit derzeit acht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben sie eigene Büroräume und Labors auf dem Campus des Forschungszentrums bezogen. "Unternehmensausgründungen verbinden auf hervorragende Weise Exzellenz und Unternehmergeist. Mit der Initiative GoBio unterstützt das Bundesforschungsministerium Gründer in der Biotechnologie bei diesem mutigen Schritt. Es freut mich, dass die Ausgründung "SenseUp" ihre Idee hier in der Region umsetzen möchte. Das zeigt, dass der Standort Jülich durch die enge Anbindung an das Forschungszentrum sowie die Nähe zum Technologiezentrum große Vorteile und Chancen für Unternehmensgründer bietet", so Staatssekretär Thomas Rachel.

Übergabe des Förderbescheids SenseUpForschungsstaatssekretär Thomas Rachel (4.v.l.) übergibt den neuen Förderbescheid an Dr. Georg Schaumann (5.v.l.) und sein Team
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Wilhelm-Peter Schneider

Auch wenn Schaumann und Binder durch den Schritt in die Selbstständigkeit keine Mitarbeiter des Forschungszentrums mehr sind – eine enge inhaltliche und persönliche Beziehung zum Zentrum und insbesondere zu ihrer Heimat auf dem Campus, dem Institut für Biotechnologie (IBG-1), ist für beide selbstverständlich. "Das IBG-1, insbesondere der Bereich Systemische Mikrobiologie, hat maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen, bisher als Inkubator und Förderer unserer Ausgründung und jetzt als Partner unseres Unternehmens. Das hat uns motiviert, auch in der kommenden GoBio-Phase unseren Standort im Forschungszentrum zu belassen, wo wir Labor- und Büroräume am IBG-1 gemietet haben. Durch diese räumliche Nähe können wir auch weiterhin eine enge Beziehung und einen intensiven Wissensaustausch aufrechterhalten", betont Georg Schaumann.

Für ihre Idee, die sie im Rahmen ihrer Doktorarbeit im Forschungszentrum entwickelt haben, sind die beiden Gründer 2016 mit dem Innovationspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Das Konzept hinter "SenseUp": In der „weißen Biotechnologie“ produzieren Bakterien Grundbausteine für Nahrungsmittel, medizinische Wirkstoffe und chemische Wertstoffe. Je mehr sie von der erwünschten Substanz herstellen, umso effektiver fällt der gesamte industrielle Prozess aus. Die allerdings wenigen hochproduktiven Bakterienzellen unter Millionen anderen zu finden, war lange Zeit schwierig. Mit der "SenseUp"-Technologie gelingt das in wenigen Tagen. Um den effizientesten Zellen auf die Spur zu kommen, schleusen die Wissenschaftler ein ringförmiges Sensor-Molekül in die Zelle ein. Diese Zusatzausstattung sorgt dafür, dass jene Zellen anfangen zu leuchten, die die erwünschte Substanz herstellen. Ein Zellsortierer spült die Mikroorganismen im Akkord – 50 000 Bakterien pro Sekunde – an einem Laserstrahl vorbei, in dessen Licht die hellsten Zellen identifiziert werden. Diese Zellen werden dann einzeln sortiert, vermehrt und weiter untersucht.

Wie gut das Verfahren funktioniert, haben die Wissenschaftler bereits an der Entwicklung von Bakterienstämmen gezeigt, die Aminosäuren produzieren – diese Eiweißbausteine sind wichtige Rohstoffe für die Nahrungsmittelindustrie. Neben der Aminosäureproduktion fokussiert sich "SenseUp" auf Bakterien, die Proteine herstellen: Sie gewinnen als Nahrungsergänzungsmittel und als medizinische Wirkstoffe zunehmend an Bedeutung.

Übergabe des Förderbescheids SenseUp(v.l.): Prof. Michael Bott, Dr. Georg Schaumann, Forschungsstaatssekretär Thomas Rachel MdB, Axel Fuchs (Bürgermeister von Jülich), Vorstandsmitglied Prof. Harald Bolt
Copyright: Forschungszentrum Jülich / Wilhelm-Peter Schneider

Weitere Informationen:

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Pressemitteilungen zu SenseUp:

NRW-Innovationspreis für Jülicher Biotechnologen

Mit leuchtenden Bakterien zur eigenen Firma

Ansprechpartner:

Dr. Georg Schaumann
SenseUp GmbH
Tel.: 02461/61-5529
Mail: g.schaumann@SenseUp.de

Prof. Michael Bott
Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich
Biotechnologie (IBG-1)
Tel.: 02461/61-3294
Mail: m.bott@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Jochen Mohr
Strategische Kommunikation
Tel.: 02461 61-2062
E-Mail: jo.mohr@fz-juelich.de


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