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Sammelpunkt für Ozonforscher

Internationale Wissenschaftler kalibrieren Ozonsonden in Jülich

Jülich, 7. November 2017 – Ob als natürlicher UV-Schutz, Klimagas oder gesundheitlicher Faktor, die Ozonkonzentration in der Atmosphäre ist aus unterschiedlichen Gründen von gesellschaftlichem Interesse. Globale Messprogramme kontrollieren seit Jahrzehnten, wie sich der Ozongehalt unter dem Einfluss des Menschen verändert. Ozonsonden, die an Wetterballons bis in 35 km Höhe aufsteigen, sind dabei nach wie vor eine unverzichtbare Datenquelle. Eine wichtige Rolle spielt in diesem Kontext das Forschungszentrum Jülich, das seit 1996 das World Calibration Center for Ozone Sondes (WCCOS) betreibt. Anfang November fanden dort Kalibrierungsmessungen für das von der NASA geleitete SHADOZ-Netzwerk statt.

Bis zu einer Höhe von 20 km sind Ozonsonden die wichtigste Datenquelle, um Veränderungen der Ozon-Konzentration in hoher vertikaler Auflösung zu erfassen. Insbesondere in der wichtigen Atmosphärenschicht der Tropopause, in der Austauschprozesse zwischen bodennaher Troposphäre und der höher gelegenen, erdumspannenden Stratosphäre ablaufen. Darüber hinaus werden Sondendaten aus 30-35 km Höhe benötigt, um Satellitenmessungen zu validieren und zu evaluieren, die ohne diesen Abgleich nur wenig aussagekräftig wären.

Video-Interview (in Englisch) mit Dr. Herman G.J. Smit (IEK-8), Leiter des World Calibration Center for Ozone Sondes (WCCOS)

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Das World Calibration Center for Ozone Sondes (WCCOS) dient dazu, Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammenzubringen und den Abgleich der unterschiedlichen im Einsatz befindlichen Messgeräte sicherzustellen. Die Umweltsimulationskammer am Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-8) ermöglicht es, Druck, Temperatur und Ozonkonzentration dynamisch zu verändern und Bedingungen zu erzeugen, wie sie beim Aufstieg eines Wetterballons bis zu einer Höhe von 35 km herrschen, mit Temperaturen von bis zu -72 Grad Celsius.

Video-Interview (in Englisch) mit Dr. Anne M. Thompson, NASA

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Eine Wissenschaftlerin, die selbst Ozonsonden steigen lässt, ist Dr. Anne M. Thompson vom Goddard Space Flight Center der NASA. Neben den eigenen Messungen, die für die NASA etwa als Referenzwerte für Ozonmessungen durch Satelliten unverzichtbar sind, koordiniert die Klimaforscherin das Netzwerk Southern Hemisphäre Additional Ozonesondes (SHADOZ). SHADOZ setzt sich aus etwa einem Dutzend Stationen auf der südlichen Hemisphäre zusammen, die regelmäßig Ozonsonden in die Atmosphäre schicken. Damit die Messungen auf der Südhalbkugel vergleichbar sind, müssen die jeweiligen Sonden entsprechend kalibriert werden – ein Vorgang, für den die Amerikanerin mit Vertretern der einzelner SHADOZ-Stationen extra ins Forschungszentrum Jülich gekommen ist.

Weitere Informationen:

Jülich Ozone Sonde Intercomparison Experiment (in Englisch)

Ansprechpartner:

Dr. Herman G.J. Smit
Institut für Energie- und Klimaforschung (IEK-8), Forschungszentrum Jülich
Tel.: 49 2461 61-3290
E-Mail: h.smit@fz-juelich.de

Pressekontakt:

Tobias Schlößer
Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich
Tel.: 49 2461 61-4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de


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