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Botschafter des Forschungszentrums

Exzellenzpreis für vier Jülicher Nachwuchswissenschaftler

Jülich, 26. Juni 2018 – Dr. Barbara Gold, Dr. Maria Żurek, Dr. David Dahmen und Dr. Nicolai Kallscheuer sind die diesjährigen Gewinner des Exzellenzpreises des Forschungszentrums Jülich. Die vier Nachwuchsforscher erhielten die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am vergangenen Samstag im Rahmen der diesjährigen Abschlussfeier für die Jülicher Doktorrandinnen und Doktoranden.

Exzellenzpreis 2018Gewannen den Jülicher Exzellenzpreis 2018 (v.l.): Dr. Nicolai Kallscheuer, Dr. Barbara Gold, Dr. Maria Żurek und Dr. David Dahmen
Copyright: Forschungszentrum Jülich / R.-U. Limbach

Das Forschungszentrum vergibt den Exzellenzpreis seit 2009 für eine herausragende, in wesentlichen Teilen in Jülich erstellte Dissertation einschließlich exzellenter Leistungen in einer bis zu zwei Jahre dauernden Post-Doktorandenphase. Die diesjährigen Preisträger kommen aus den Bereichen Teilchenphysik, Biotechnologie, Hirnforschung sowie Neutronenstreuung und weiche Materie.

Neben der Verleihung der Exzellenzpreise verabschiedete das Forschungszentrum in der Feierstunde "JuDocs 2018" insgesamt 44 Doktorandinnen und Doktoranden. „Sie ziehen als Botschafter in die Welt – für das Forschungszentrum Jülich und seine einzigartige multidisziplinäre Umgebung, aber genauso für die Wissenschaft als Ganzes“, würdigte der Vorstandvorsitzende Prof. Wolfgang Marquardt die Nachwuchsforscher. Die Wissenschaft sei gegenwärtig in einer Vertrauenskrise. „Umso stärker stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Jülich und von anderen Forschungseinrichtungen und Hochschulen in der Verantwortung“, betonte Marquardt in seinem Grußwort. Ihre Arbeit trage dazu bei, die Bedeutung von nachprüfbarem Wissen wieder stärker in das gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. Insgesamt wurden im Jahr 2017 1048 Doktorandinnen und Doktoranden aus 66 Nationen im Forschungszentrum betreut.

Exzellenzpreis 2018Neben der Verleihung der Exzellenzpreise verabschiedete das Forschungszentrum in der Feierstunde "JuDocs 2018" insgesamt 44 Doktorandinnen und Doktoranden. Sie ziehen als "Botschafter des Forschungszentrums" in die Welt.
Copyright: Forschungszentrum Jülich / R.-U. Limbach

Die Preisträger 2018

Dr. Barbara Gold

Dr. Barbara Gold forschte am Jülicher Institut für Neutronenstreuung in einem relativ jungen Gebiet der Polymerchemie bzw. -physik: den supramolekularen Polymeren. Dabei werden die Polymerketten untereinander nicht wie bei einem herkömmlichen Elastomer – „Gummi“ – durch dauerhafte Bindungen zusammengehalten, sondern durch temporäre Bindungen wie z.B. Wasserstoffbrücken. Diese können durch mechanisches Belasten oder Erhitzen aufgebrochen werden und sich bei Entspannung oder Abkühlung erneut schließen. Kunststoffe bekommen dadurch besondere mechanische Eigenschaften; sie sind zugleich fest und unter Belastung trotzdem flexibel, was in vielen Bereichen wie der Medizintechnik oder Sensorik von Vorteil ist. Der jungen Wissenschaftlerin, die inzwischen für das CERN und das Paul Scherrer Institut an der ETH Zürich forscht, gelang es in ihrer Doktorarbeit, das mechanische Verhalten solcher Materialien auf die zugrundeliegenden mikroskopischen Prozesse zurückzuführen – ein wichtiger Aspekt für die Entwicklung maßgeschneiderter Kunststoffmaterialien.

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Laudatio von Prof. Dr. Stephan Förster (YouTube)

Dr. Maria Żurek

Die Forschung der Physikerin Dr. Maria Żurek beschäftigt sich mit einer der grundlegenden Fragen der modernen Wissenschaft: Warum ist das Universum wie es ist? Antworten darauf können Symmetrien in der Welt der Elementarteilchen liefern. Żurek untersuchte mithilfe eines Experiments am Jülicher Teilchenbeschleuniger COSY eine Symmetrieverletzung der Natur aufgrund der unterschiedlichen Massen von Quarks, der kleinsten Teilchen. Die Ergebnisse ihrer Forschung ermöglichen einen Einblick in die Wirkungen der Massen auf die der Nukleonen, die sich aus ihnen zusammensetzen.

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Laudatio von Prof. Dr. Hans Stroeher (YouTube)

Dr. David Dahmen

Moderne Elektroden ermöglichen es, Hirnsignale einzelner Zellen sowie großflächiger Netzwerke gleichzeitig abzuleiten. Mit seiner Arbeit am Jülicher Institute for Computational and Systems Neuroscience erforscht Dr. David Dahmen, wie diese Signale zusammenhängen. Dabei verbindet er die mathematische Modellierung von neuronalen Netzen und ihre effiziente Simulation auf Hochleistungsrechnern mit theoretischen Methoden der statistischen Physik. So lassen sich grundlegende strukturelle Mechanismen aufzeigen, wie Nervenzellen und -verbände in der Hirnrinde kommunizieren: ein wesentlicher Schritt zum Verständnis der Funktionsweise des Gehirns.

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Laudatio von Prof. Dr. Markus Diesmann (YouTube)

Dr. Nicolai Kallscheuer

Dr. Nicolai Kallscheuer überzeugte die Jury mit seinem Forschungsprojekt, größere Mengen von Polyphenolen biotechnologisch aus Bakterien zu gewinnen. Polyphenole sind bioaktive pflanzliche Verbindungen, die im Menschen gesundheitsfördernde Effekte zeigen. Eine genauere Analyse dieser Effekte erfordert jedoch den Zugang zu größeren Mengen einzelner Polyphenole. Sie aus Pflanzenmaterial zu isolieren, ist wegen der geringen natürlichen Konzentrationen technisch sehr aufwendig und daher meist nicht rentabel. Der Nachwuchsforscher untersucht am Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie, als alternative Quelle pflanzliche Biosynthesewege, die in das industriell genutzte Bakterium Corynebacterium glutamicum übertragen werden. Damit ließen sich größere Polyphenolmengen auch unabhängig von Pflanzen produzieren.

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Laudatio von Prof. Dr. Michael Bott (YouTube)

Bildergalerie

Bilder der Veranstaltung

Weitere Informationen

Institut für Kernphysik, Bereich Experimentelle Hadronenphysik (IKP-2)

Jülich Centre for Neutron Science, Bereich Neutronenstreuung und Weiche Materie (JCNS-1 / ICS-1)

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Computational and Systems Neuroscience (INM-6)

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Pressereferent
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de