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Kampf gegen Luftverschmutzung und für besseren Klimaschutz

Jülicher Wissenschaftler beim Side event auf UN-Klimakonferenz

Jülich/ Katowice/ Leipzig/ Potsdam, 30. November 2018 – Wissenschaftler aus Deutschland werden zur UN-Klimakonferenz aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Luftverschmutzung vorstellen und zusammen mit dem Weltverband der Ingenieure über nachhaltige Lösungen diskutieren. Damit will das Deutsche Klimakonsortium (DKK) auf die globale Dimension der Luftverschmutzung aufmerksam machen und für gemeinsame Lösungen werben. Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung in vielen Teilen der Welt schützen nicht nur die Gesundheit von Millionen Betroffenen, sie helfen auch, den Klimawandel zu bekämpfen und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen. Die Veranstaltung ist eines von über 100 Side Events zu Schlüsselthemen im Pavillon der Europäischen Union auf der UN-Klimakonferenz COP24, die vom 2. bis 14. Dezember im polnischen Katowice stattfindet.

Luftverschmutzung und Klimawandel stehen in einem engen Zusammenhang. Die Hauptquellen für CO2-Emissionen – die Gewinnung und Verbrennung fossiler Brennstoffe – sind wichtige Treiber des Klimawandels und außerdem eine bedeutsame Quelle von Luftschadstoffen. Darüber hinaus tragen auch viele Luftschadstoffe, die für die menschliche Gesundheit und die Ökosysteme schädlich sind, zum Klimawandel bei. Atmosphären-chemische Prozesse erzeugen sekundäre Schadstoffe, beispielweise Ozon und Feinstaub und beeinflussen dadurch die Menge des einfallenden Sonnenlichts und damit das Klima. Daher ist es wichtig, chemische Prozesse zu verstehen und langfristige Trends in der Atmosphäre zu beobachten. Seit über 15 Jahren werden im Rahmen der europäischen Forschungsinfrastruktur IAGOS (In-Service Aircraft for a Global Observing System) In-situ-Messungen für Treibhausgase und kurzlebige Klimatreiber durchgeführt. "Die saisonalen Zyklen an der entscheidenden Grenze zwischen Troposphäre und Stratosphäre zeigen im allgemeinen ein Sommermaximum an Ozon und ein Frühjahrsmaximum an Kohlenmonoxid (CO) mit einem breiten Frühjahrs- und Sommermaximum an CO über Nordostasien. Das ist ein klarer Beleg dafür, dass die Luftverschmutzung das Klima vom Boden bis in die höheren Schichten der Atmosphäre beeinflusst", sagt Klimaforscher Prof. Andreas Wahner vom Forschungszentrum Jülich.

Rußpartikel sind Bestandteil von Feinstaub und werden bei Verbrennungsprozessen freigesetzt – etwa durch Kraftfahrzeuge oder bei der Holzverbrennung. Die Verminderung von Rußemissionen schützt deshalb das Klima und verringert gleichzeitig die Luftverschmutzung. Gleichwohl ist politischen Entscheidungsträgern die Bedeutung von Ruß noch nicht vollständig klar. Eine Reihe politischer Prozesse auf nationaler und europäischer Ebene bietet jetzt aber die Gelegenheit, Rußemissionen wirksam und koordiniert zu reduzieren. "Fahrzeuge und häusliche Feuerungsanlagen sind in Europa die Hauptquellen von Ruß. Im Verkehrssektor ist die Reduktion der Emissionen durch Dieselfahrzeuge entscheidend", sagt Dr. Kathleen A. Mar vom IASS Potsdam.

Die europäischen Projekte ACTRIS und EUROCHAMP werden von TROPOS kurz vorgestellt. Beide Projekte tragen unter anderem dazu bei, die Auswirkungen der Biomasseverbrennung zu erforschen, die sowohl die Holzverbrennung in Haushalten als auch Waldbrände haben können. Holzheizungen in Haushalten sind in jüngster Zeit in Europa immer populärer geworden und stellen einen wichtigen Faktor für die Luftverschmutzung dar, mit immensen gesundheitlichen Auswirkungen. Die Atmosphärenchemiker des TROPOS sind seit mehr als zehn Jahren in der Erforschung der Holzverbrennung tätig. "Die Holzverbrennung hat nicht nur einen wichtigen Anteil an der Luftverschmutzung im Winter, sondern trägt auch durch die Freisetzung von schwarzem Kohlenstoff, einem kurzlebigen Klimatreiber (SLCF), zu den Klimawirkungen bei. Bei der Reduzierung der SLCFs in Europa und weltweit muss es daher auch darum gehen, die Beiträge aus der Holzverbrennung zu verringern", sagt Prof. Hartmut Herrmann von TROPOS in Leipzig.

Diesel-Kraftwerk auf den Kanarischen Inseln. Die Reduktion der Ruß-Emissionen wäre ein Beitrag zum Gesundheits- und Klimaschutz. Diesel-Kraftwerk auf den Kanarischen Inseln. Die Reduktion der Ruß-Emissionen wäre ein Beitrag zum Gesundheits- und Klimaschutz.
Copyright: Tilo Arnhold, TROPOS

COP24 Side Event:

"Sustainable solutions to combat climate change: contribution of engineers and reducing air pollution"
Montag, 3. Dezember 2018, 10:30 - 12:00, Room Vienna im EU-Pavillon

u.a. mit Beiträgen von

Prof. Dr. Andreas Wahner, Forschungszentrum Jülich:
"Short-lived Climate Forcers: Important for Air Quality and Climate"
Dr. Kathleen A. Mar, IASS Potsdam:
"Black Carbon in Europe: Mitigation Priorities for Health and Climate"
Prof. Dr. Hartmut Herrmann, TROPOS Leipzig:
"ACTRIS and EUROCHAMP-2020: Long-term Monitoring and Process Studies for a changing Atmosphere"

Weitere Informationen:

Institut für Energie- und Klimaforschung, Troposphäre (IEK-8)

TROPOS: Leibnitz-Institut für Troposphärenforschung

Informationen zum Side Event zur UN-Klimakonferenz COP24 (TROPOS)

COP24 - UN Climate Change Conference: EU Programme of Side Events

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Andreas Wahner
Institut für Energie- und Klimaforschung, Troposphäre (IEK-8):
Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-5932
E-Mail: a.wahner@fz-juelich.de

Dr. Kathleen A. Mar
Projektleiterin „Klimaschutz in nationalen und internationalen Prozessen (ClimAct)“
IASS Potsdam
Tel.: +49 331 28822-366

Prof. Dr. Hartmut Herrmann
Leiter der Abteilung Chemie der Atmosphäre
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS), Leipzig
Tel.: +49 341 2717-7024

Pressekontakt:

Tilo Arnhold
Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS)
Tel. +49-341-2717-7189
E-Mail: tilo@tropos.de

Dr. Regine Panknin
Unternehmenskommunikation, Forschungszentrum Jülich
Tel.: +49 2461 61-9054
E-Mail: r.panknin@fz-juelich.de