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Sportmedizin

Dienstsport

Im Forschungszentrum Jülich treiben Atemschutzgeräte-Träger und Wachpersonal Dienstsport. Dieser ist vom Breitensport - von der BSG-FZJ für alle Arbeitnehmer des Forschungszentrums als Betriebssport in der Freizeit angeboten - abzugrenzen: Die Motivation im Breitensport besteht in der Freude an der Sportart, verbunden mit Aspekten wie Unterhaltung und Zusammensein in der Gemeinschaft. Es besteht kein systematisches Trainingsprogramm zur Leistungssteigerung. Der Dienstsport hingegen findet vom Arbeitgeber angeordnet während der Dienstzeit statt und ist primär zweckorientiert. Er ist "im Umfang von einer Stunde wöchentlich als körperliches Fitness-Training abzuhalten, um den Anforderungen eines Einsatzes unter umluftunabhängigem Atemschutz zu genügen" (Interne Richtlinie 811-3).

Fitness

Fitness ist der Zustand einer im psychischen und physischen Bereich guten Leistungsbereitschaft für eine spezifische Aufgabe, hier also für den Einsatz als Wachpersonal oder mit umluftunabhängigem Atemschutz. Insbesondere der Feuerwehrdienst stellt hohe Ansprüche an die körperliche Belastbarkeit, speziell Ausdauer und Kraft. Die Arbeit beinhaltet Laufen und Klettern, Heben und Tragen schwer faßbarer und schwer transportierbarer Lasten, Führen eines Strahlrohres und Ausgleichen von Strahlrohrkräften unter Umständen mit einer Einsatzausrüstung von 25 - 30 kg bei gleichzeitg starker psychischer Anspannung, Hitze und Absturzgefahr. Dabei können Herzschlagraten von 180-200 / Minute als Ausdruck einer Maximalbelastung auftreten.

Training

Der Dienstsport soll durch gezieltes Trainig dem Mitarbeiter dabei helfen, den besonderen körperlichen Anforderungen zu genügen, ohne gesundheitlich Schaden zu nehmen. Training ist die systematische Wiederhohlung gezielter überschwelliger Muskelanspannungen zum Zweck der Leistungssteigerung mit morphologischen und funktionellen Anpassungserscheinungen. Um bei einem gesunden Breitensportler einen guten Trainingseffekt zu erzielen, sollten idealerweise zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche von mindestens 30, besser 45 - 60 Minuten abgehalten werden. Der Energieumsatz sollte 1500 bis 2000 Kilokalorien pro Woche betragen, das heißt z.B.: 2 bis 3 Stunden pro Woche Laufen, 3 bis 4 Stunden pro Woche Radfahren oder Schwimmen. Jedoch erzielen auch geringere Trainingsumfänge (dann allerdings deutlich kleinere) Effekte. Die Belastungsintensität sollte im mittleren Anstrengungsbereich liegen, mit Herzschlagraten zwischen 120 und 160 Schlägen pro Minute je nach Alter und Sportart.

Vorschläge für die Dienstsportpraxis

Der Dienstsport kann als Angebot des Arbeitgebers verstanden werden, den Mitarbeiter mit Trainingsprogrammen bei der Aufrechterhaltung der nötigen körperlichen Fitness zu unterstützen. Um diesem Ziele gerecht zu werden, sind einige Grundsätze zu beachten:

  1. Entsprechend den tätigkeitsspezifischen Belastungen muß besonderer Wert auf ein Ausdauer-training (dynamische Belastung größerer Muskelgruppen) mit dem Ziel der Verbesserung der kardiopulmonalen Funktionen gelegt werden. Besonders geeignet sind Laufen (Jogging, Walking), Radfahren (auch Ergometertraining) und Schwimmen.
  2. Einseitiges Krafttraining ohne zusätzliches Ausdauertraining ist als Dienstsportangebot aus medizinischer Sicht nicht sinnvoll. Als Bestandteil eines Trainingsprogramms dagegen haben Übungsformen, die ein Kraft- und Beweglichkeitstraining beinhalten, ihren festen Platz. Hier ist es Aufgabe des Übungsleiters, durch ein ausgewogenes Angebot Einseitigkeiten zu vermeiden.
  3. Auch Spielformen können im Rahmen einer Dienstsportstunde als Motivationsgeber angemessen sein, wenn sie vernünftig eingesetzt werden. Stunden, deren einziger Trainingsinhalt aus Ballspielen besteht, sind trainingsphysiologisch nicht sinnvoll. Außerdem stehen in allen vergleichenden Unfallstatistiken die Ballsportarten an erster Stelle mit unterschiedlicher Betonung der Verletzungsarten und verletzten Körperteile. Eine neuere Untersuchung sieht den Fußball deutlich an der Spitze der Verletzungsstatistik, gefolgt von Basketball, Handball und Volleyball. Es überwiegen die Verletzungen der unteren Extremität, im Fußballsport mit über 80%, im Basketballsport mit nahezu 70%. Es treten überwiegend Band- und Gelenkverletzungen auf. Den höchsten Frakturanteil weist der Basketballsport auf. Das Prinzip des Arbeitsschutzes, besonders gefahrgeneigte Tätigkeiten zu vermeiden oder zumindest zu entschärfen, gilt selbstverständlich auch für den Dienstsport. Deshalb sollten bei Spielen Wettkampfsituationen vermieden werden und Ballspiele gar nicht oder nur mit modifizierten Regeln stattfinden.
  4. Jede Sportstunde sollte immer mit einer mindesten 10-minütigen Aufwärmphase beginnen (warm up) und idealerweise ein kurzes Auslaufen (cool down) beinhalten.
  5. Auch bei optimaler Ausgestaltung des Dienstsportes kann eine Stunde wöchentlich nur geringe Trainingseffekte erzielen, allerdings große Anreize zu weiterer sinnvoller Sportausübung setzen.
  6. Der Zustand der Sportstätten sowie die Ausrüstung des Sportlers sollte sicheres Sporttreiben gestatten. Fallen dem Übungsleiter Mängel auf, sollte er rasch für Abhilfe sorgen.
  7. Wie jeder Arbeitsunfall muß auch ein Dienstsportunfall umgehend ärztlich behandelt und mit vollständiger Betriebs-Unfallanzeige an ASS-AS gemeldet werden.

In der Umsetzung der genannten Ziele nimmt der Übungsleiter die entscheidende Rolle ein. Er ist für die Trainingsinhalte und den organisatorischen Ablauf der Sportstunde verantwortlich. Er sollte motiviert sein, an den regelmäßigen Weiterbildungen teilzunehmen.

Verhalten bei Sportunfällen

Erste Hilfe (Verbandstasche bzw. -kasten vorhanden und vollständig? Kühlmöglichkeit vorhanden?)
Ärztliche Behandlung in die Wege leiten
Bei Notfällen: Alarmierung Tel. 77
Betriebs-Unfallanzeige
Vorschlag: Vermerk im Übungsstundenprotokoll


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