SMOS Cal/Val: Validierung von SMOS-Bodenfeuchtedaten im Rureinzugsgebiet

Nach dem geplanten Start der ESA Satellitenmission SMOS (Soil Moisture and Ocean Salinity) am 2. November 2009 wird ein globaler Datensatz des Meeressalzgehaltes und der Bodenfeuchte erstellt. Für die weitere Verwendung dieser Daten, z.B. für die Erstellung von Wetterprognosen, muss deren Genauigkeit ermittelt werden. Somit ist eine möglichst genaue und flächendeckende Analyse der räumlichen Verbreitungsmuster und der zeitlichen Dynamik der Bodenfeuchte, auf die wir uns hier konzentrieren, zur Validierung von SMOS-Daten notwendig. In diesem Projekt wird insbesondere die Genauigkeit des SMOS Level 2 Produktes Bodenfeuchte bzw. der SMOS Helligkeitstemperatur ermittelt. Die Bodenfeuchte kann in situ lediglich punktuell gemessen werden, wodurch deren raum-zeitliche Variabilität nur bedingt erfasst werden kann, insbesondere innerhalb eines SMOS-Pixels von mindestens 35 km x 35 km. Zur Validierung der SMOS-Datenprodukte Bodenfeuchte und Helligkeitstemperatur werden deshalb hydrologische Modelle und Radiotransfermodelle angewendet, mit deren Hilfe flächendeckende Informationen abgeleitet werden. Dies wird im Institut Agrosphäre (ICG 4) des Forschungszentrums Jülich GmbH für das Flusseinzugsgebiet der Rur umgesetzt.


Warum ist die Bodenfeuchte so wichtig?
Die Menge des Wassers, die im Boden gehalten wird, ist nicht nur von entscheidender Bedeutung für die landwirtschaftliche Produktion, sondern auch eng mit unserem Wetter und Klima verbunden. Dies liegt daran, dass die Bodenfeuchte eine wichtige Funktion zur Steuerung des Austauschs von Wasser und Wärme zwischen Land der Atmosphäre ausübt. Niederschlag, Bodenfeuchte, Versickerung, Abfluss, Verdunstung aus dem Boden und Transpiration der Pflanze sind Komponenten des terrestrischen Teils des Wasserkreislaufs. Es gibt daher eine direkte Verbindung zwischen Bodenfeuchtigkeit und Luftfeuchtigkeit, weil trockener Boden kaum Feuchtigkeit in die Atmosphäre abgibt und gesättigter Boden dagegen viel. Darüber hinaus steuert die Bodenfeuchte bei der Verdunstung die Verteilung des Wärmeflusses von der Landoberfläche in die Atmosphäre, so dass Gebiete mit hoher Bodenfeuchte nicht nur durch erhöhte Luftfeuchtigkeit charakterisiert werden, sondern auch niedrigere Temperaturen vor Ort aufweisen. Weiterhin beeinflusst die Bodenfeuchte das Niederschlags-Abfluss-Verhältnis und damit die Tendenz zu Überschwemmungen.

 


Globaler Wasserhaushalt (Quelle: ESA)


Validierung von SMOS am ICG 4
Die Heterogenität der Niederschlagsverteilung, der Bodeneigenschaften, der Topographie, der Pflanzendecke usw. führt zu einer raum-zeitlichen Dynamik der Bodenfeuchte. Die sich daraus ergebenden Muster werden auf der lokalen Skala (Feld) bis zur regionalen Skala (Flusseinzugsgebiet) analysiert. Regionale Zeitreihen der Bodenfeuchte werden mit einem Transfermodell in Helligkeitstemperaturen umgerechnet. Auf diese Weise wird einerseits das SMOS Level 1C Datenprodukt (Helligkeitstemperatur an der Bodenoberfläche) mit modellierten Helligkeitstemperaturen verglichen, andererseits das SMOS Level 2 Datenprodukt Bodenfeuchte mit modellierten Bodenfeuchtewerten. Diese duale Validierung von SMOS, d.h. die Genauigkeitsanalyse der Datenprodukte, ist das zentrale Element des Projektes. Aufgrund des über die TERENO-Initiative bzw. den Transregio 32 bereits sehr gut instrumentierten Rureinzugsgebietes wird dieses – erweitert durch das Erfteinzugsgebiet - als Untersuchungsregion herangezogen.


Förderung:

Dieses Projekt wird gefördert von der Raumfahrt-Agentur des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages unter dem Förderkennzeichen 50 EE 0730. Die Laufzeit des Projektes mit dem Titel „SMOS Cal/Val: Modellierung von Zeitreihen der Bodenfeuchte und Helligkeitstemperatur in einer heterogenen Landschaft für SMOS Cal/Val“ betragt drei Jahre und vier Monate.


Kontakt:

Dr. Carsten Montzka
Forschungszentrum Jülich GmbH
Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre: Agrosphäre (ICG 4)
Leo-Brandt-Str.
52425 Jülich
Tel.: 02461/613289
E-Mail: c.montzka@fz-juelich.de


Dr. Heye Bogena
Forschungszentrum Jülich GmbH
Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre: Agrosphäre (ICG 4)
Leo-Brandt-Str.
52425 Jülich
Tel.: 02461/616752
E-Mail: h.bogena@fz-juelich.de


Projektleitung:

Prof. Dr. Jan Vanderborght
Forschungszentrum Jülich GmbH
Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre: Agrosphäre (ICG 4)
Leo-Brandt-Str.
52425 Jülich
Tel.: 02461/612281
E-Mail: j.vanderborght@fz-juelich.de


letzte Änderung 20.10.2009 | | Ausdrucken