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Institut für Neurowissenschaften und Medizin
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Ohne Worte: Erforschung von Sprachstörungen

Wie wichtig Sprache im Alltag ist, merken wir häufig erst, wenn sie nicht reibungslos funktioniert. Dies kann in jedem Alter auftreten. Zum Beispiel können bei älteren Menschen nach einem Schlaganfall Wortfindung oder Satzbau beeinträchtigt sein (sogenannte Aphasie), während es bei Kindern zu Verzögerungen und Störungen des Erwerbs der Lesefähigkeit kommen kann (Dyslexie). Auch psychiatrische Patienten können Sprachprobleme haben, beispielsweise beim Herstellen von thematischen Bezügen (bei Schizophrenie) oder beim Führen von Alltagsgesprächen (bei Demenzerkrankungen).

Ziel des Projektteams Neurolinguistik ist es, die neurokognitiven Ursachen dieser Sprachstörungen zu verstehen und so Grundlagen für verbesserte Therapien zu liefern. Ein Weg hierfür ist die Untersuchung der Patienten mit psychologischen und linguistischen Testverfahren in Verbindung mit Verfahren der funktionellen Hirnbildgebung (funktionelle Magnetresonanztomographie, fMRT; Magnetoenzephalographie, MEG) und dem Jülicher Hirnatlas. Die so gewonnen Werte können mit denen gesunder Kontrollpersonen verglichen werden. So zeigten wir beispielsweise, dass es verschiedene Arten von Dyslexie gibt, bei denen die Kinder aus unterschiedlichen Gründen schlechte Leser sind: Einige Kinder haben Probleme, Buchstaben und Sprachlaute zusammenzubringen, während bei anderen Kinder die Schrift selbst zu tanzen scheint und so der Text nicht erkannt wird. Ein anderer Weg zum Verstehen von Sprachstörungen ist, bei der Untersuchung gesunder Personen gezielt Schwierigkeiten beim Lesen oder Benennen von Bildern einzubauen und so Symptome hervorzurufen, die denen der echten Patienten ähneln. Im Bereich Dyslexie kann dies zum Beispiel darüber erreicht werden, dass man unbekannte Buchstaben benutzt oder die Buchstaben künstlich tanzen lässt.

Diese Untersuchungen finden in Kooperation mit der Klinik für Psychiatrie und der Sektion Klinische Kognitionforschung am Universitätsklinikum Aachen statt. In den Projekten sind vielfach junge Kollegen der Aachener Logopädiestudiengänge beschäftigt, die hier ihre Doktor- oder Masterarbeiten erstellen. Über die Verbindung zur Logopädie und über das Sprachheilpädagogische Zentrum (SHZ) Aachen ist es darüber hinaus möglich, das in Jülich gewonnene Grundlagenwissen in die Praxis zu tragen und so anwendbar zu machen. Eine Reihe von Projekten wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Zusatzinformationen

Leiter der Arbeitsgruppe

Priv.-Doz. Dr. rer. nat. Dipl.-Psych. Stefan Heim

Gebäude: 15.22, Raum: 2005

Tel.:  +49-2461-61-5376
Fax: +49-2461-61-3483
s.heim@fz-juelich.de

und

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
Universitätsklinikum Aachen
RWTH Aachen
Pauwelsstrasse 30
52074 Aachen

Ebene 2, Flur D, Raum 34

Tel.:  +49-241-80-35889
Fax: +49-241-80-82401
sheim@ukaachen.de


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