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Institut für Neurowissenschaften und Medizin
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Verbesserte Diagnose-Möglichkeiten

Mit noch präziseren Messungen wollen Jülicher Forscher unter anderem die Diagnostik von Multipler Sklerose (MS), Hirnveränderungen bei Lebererkrankungen und Tumoren im Frühstadium verbessern.

Durch zeitgleiche MRT und PET-Messungen können sie erstmals Änderungen in der Biochemie des Gehirns mit Änderungen des Wassergehalts abgleichen; denn bei Krankheiten wie MS, bei Tumoren oder auch nach Schlaganfällen sammelt sich Wasser um das kranke Hirngewebe an. Mit einem in Jülich entwickelten Verfahren können Mediziner den Wassergehalt mittels vorhandener 3-T-MRT Geräte in verschiedenen Bereichen des Gehirns bis auf ein Prozent genau bestimmen - und schon jetzt Therapien überwachen.

Jülicher Forscher entwickeln ferner die Krebsdiagnose weiter, indem sie spezielle Radionuklide für die Markierung der Tumore entwickeln. Die Kombination von PET und MRT in einer Messung wird ihnen zusätzliche Informationen liefern, um Gewebe bereits vor einer Operation zu charakterisieren.

Verbesserte Möglichkeiten der DiagnoseEine Verbesserung der Diagnosemöglichkeit von neurodegenerativen Erkrankungen versprechen sich Jülicher Forscher von "9komma4". Doch bevor der Kombi-Tomograf in die langfristige medizinische Anwendung geht, sind klinische Studien erforderlich. Foto: Forschungszentrum Jülich


Neue Diagnosemöglichkeiten: Alzheimer

Auch für die Frühdiagnose von Demenzerkrankungen erhoffen sich Forscher Fortschritte durch den Kombi-Tomografen.

Weit über eine Million Menschen leiden heute in Deutschland unter Demenz, in den meisten Fällen unter Alzheimer. Experten schätzen, dass sich diese Zahl in den nächsten drei Jahrzehnten verdoppeln wird. Ein Schicksalsschlag für Betroffene und Angehörige, eine Belastung für das Gesundheitssystem.

Durch die Alzheimer-Krankheit sterben Nervenzellen im Gehirn ab; immer mehr Bereiche werden geschädigt. Um bis zu einem Fünftel kann das Hirn in der Folge schrumpfen. Die Betroffenen sind seltener in der Lage, Alltagsaufgaben selbstständig zu lösen. Früher oder später werden sie zum Pflegefall.

Rechtzeitiges Handeln kann schwere Symptome hinauszögern

Heilbar ist die Erkrankung bisher nicht, eine sichere Diagnose ist erst nach dem Tod möglich. Vor allem im Frühstadium lässt sich Alzheimer oft nur schwer gegenüber anderen Krankheiten abgrenzen. Im fortgeschrittenen Verlauf zeigen MRT-Untersuchungen deutlich die Schrumpfung der Hirnareale. Dabei ist gerade hier die Frühdiagnose wichtig: Wird die Krankheit frühzeitig festgestellt, kann man das Auftreten schwerer Symptome hinauszögern, indem die Patienten etwa mit einem Gedächtnistraining beginnen.


Wie reagiert das Gehirn auf Medikamente und Gedächtnistraining

Die simultanen Messungen mit dem "9komma4" eröffnen der Diagnose neue Möglichkeiten. Die Forscher wollen untersuchen, wie die Gabe von Medikamenten das Gehirn und den Krankheitsverlauf beeinflussen, ob sich beim Lösen von Gedächtnisaufgaben der Sauerstoffverbrauch in bestimmten Gehirnregionen bei gesunden und kranken Patienten unterscheidet oder wie schnell die Zellen reagieren.

Am Ende, so die Hoffnung der Jülicher Forscher, können sie Marker identifizieren, die das Frühstadium einer Alzheimer Erkrankung eindeutig kennzeichnen. Sind die Marker mit Hilfe von "9komma4" definiert, dann sollte eine Diagnose auch mit einfacheren Geräten möglich sein.


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