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Institut für Neurowissenschaften und Medizin
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Systemmedizin


Akustische CR®-Stimulation zur Behandlung des Tinnitus:

Die akustische CR®-Stimulation ist eine raum-zeitlich gemusterte Stimulation mit Therapietönen. Die zeitliche Taktung der CR®-Stimulation wird an die pathologisch gesteigerte Deltaband-Aktivität angepasst. Die Stimulationstöne sind gemäß dem CR®-Algorithmus um die Tinnitusfrequenz des Patienten gruppiert. Durch die zugrunde liegende Tonotopie des auditorischen Systems wird auf diese Weise die Deltaband-Oszillation in unterschiedlichen Subpopulationen im zentralen auditorischen System, z.B. im primären auditorischen Cortex, zu unterschiedlichen Zeiten resettet und damit desynchronisiert.

Bild zum Forschungsgebiet Tinnitus



Klinische Studie zum Tinnitus:

In einer prospektiven, randomisierten, einfach-verblindeten, placebo-kontrollierten  klinischen Multicenter-Studie wurden 63 Patienten mit chronischem subjektivem tonalem Tinnitus untersucht (www.clinicaltrials.gov). Zur Evaluation des Therapieerfolges wurden neben subjektiven Parametern auch objektive Parameter erfasst: Einerseits wurde die Auswirkung der akustischen CR®-Therapie auf den Tinnitus (Lautheit, Belästigung, Lebensqualität etc.) untersucht. Andererseits wurde die dem Tinnitus zugrunde liegende neuronale Aktivität im auditorischen Cortex mittels EEG gemessen.
Bei einer Behandlung von vier bis sechs Stunden mit akustischer CR®-Stimulation pro Tag reduzierte sich signifikant die wahrgenommene Tinnitus-Lautstärke bereits nach zwölf Wochen Therapie um 51 Prozent, die subjektive Belästigung nahm um 48 Prozent ab. Die CR®-Therapieeffekte sind statistisch signifikant - sowohl im Vergleich zu Placebo als auch im Vergleich zur Baseline. Diese Therapieeffekte blieben selbst nach einer Therapiepause von 4 Wochen statistisch signifikant messbar, schwächten sich aber während dieser Therapiepause wieder ab. Ein Zeichen dafür, dass für eine maximale Therapiewirkung i. d. R. eine Behandlung von mehr als 12 Wochen angezeigt ist.  Dies wurde auch durch die angeschlossene freiwillige Weiterbehandlung bestätigt. Nach dieser wurde der Prozentsatz aller Studienteilnehmer mit dem Tinnitus-Schweregrad „leicht“ im Vergleich zum Studienbeginn mehr als verdoppelt (von 32 auf 69 Prozent der Studienteilnehmer), ohne dass dauerhafte Nebenwirkungen auftraten.
Innerhalb der ersten drei Monate verbesserten sich 71 Prozent der Patienten um mindestens einen Tinnitus-Schweregrad. In der sechsmonatigen Nachbehandlung konnten die Patienten auf diesem hohen Niveau stabilisiert werden.
Die EEG-Messungen bei den Studienpatienten zeigten, dass die CR®-Therapie auch signifikante elektrophysiologische Effekte hat. Die krankhafte, übermäßig synchrone und verlangsamte Tätigkeit der Nervenzellen im Frequenzbereich zwischen 1 und 3 Hz nimmt signifikant ab, während der gesunde und für die Informationsverarbeitung wichtige Ruherhythmus, der Alpharhythmus, im Bereich um 10 Hz, wieder signifikant zunimmt. Außerdem nimmt die Tinnitusfrequenz unter Therapie deutlich ab, was von den Patienten als angenehm beschrieben wird und darüber hinaus klar zeigt, dass CR® plastische Vorgänge im Gehirn hervorruft.

EEG Tinnitus



Mathematische Modellierung im Bereich Tinnitus:


Tinnitus ist die Wahrnehmung eines Tons oder Geräuschs in Abwesenheit von akustischen Reizen. Eine häufige Form von Tinnitus ist mit einer Einschränkung des Hörvermögens verbunden. Tinnitus führt zu einer Veränderung der tonotopen Karten (die räumliche Anordnung der Tonfrequenzen im Gehirn), einem Anstieg der Feuerrate und einer Synchronisation des neuronalen Feuerns in auditorischen kortikalen Arealen. Das Ziel dieses Projektes ist es, ein neuronales Netzwerk-Modell zum besseren Verständnis der Mechanismen für diese Veränderungen zu schaffen. Mit Hilfe dieses neuronalen Netzwerks werden dann in einem nächsten Schritt die Auswirkungen der akustischen desynchronisierenden Stimulation, die zur Behandlung von Tinnitus eingesetzt werden, untersucht.

Mathematische Modellierung im Bereich Tinnitus

Zusatzinformationen

Leiter der Arbeitsgruppe

Prof. Dr. Dr. Peter Tass

Gebäude: 15.2, Raum: 233

Tel.:  +49-2461-61-2087
Fax:  +49-2461-61-1880
p.tass@fz-juelich.de

Sekretariat

Sarah Harzheim

Gebäude: 15.2, Raum: 234

Tel.:  +49-2461-61-8785
Fax:  +49-2461-61-1880
s.harzheim@fz-juelich.de

Adresse

INM-7
Forschungszentrum Jülich
Wilhelm-Johnen-Straße
52425 Jülich


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