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Institut für Neurowissenschaften und Medizin
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Was ist Parkinson?

Bild zur Forschung im Bereich Parkinson

Bei Parkinsonpatienten, die auf eine medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend ansprechen bzw. bei denen Spätwirkungen der medikamentösen Behandlung aufgetreten sind, ist eine Behandlung mit einem Hirnschrittmacher das Mittel der Wahl. Hierzu werden Elektroden in der Tiefe des Gehirns stereotaktisch implantiert. Über einen implantierten Generator wird eine Hochfrequenz-Dauerstimulation verabreicht. Diese ändert das Verhalten der gereizten Nervenzellverbände stark, indem es deren Aktivität beispielsweise unterdrückt (das Feuern der Neuronen wird z.B. gestoppt). Die Hochfrequenz-Dauerstimulation ist eine Akutbehandlung, d.h. die therapeutischen Effekte verschwinden nach dem Ausschalten der Stimulation binnen Sekunden (Tremor) bzw. mehreren Minuten (Akinese). Die Hochfrequenz-Dauerstimulation ist inzwischen der Goldstandard zur Behandlung medikamentös nicht (mehr) behandelbarer Bewegungsstörungen. Diese Behandlungsform hat Nachteile: Nicht alle Patienten profitieren von dieser Behandlung, es kann zu Nebenwirkungen kommen, und die Wirkung der Therapie kann nachlassen.  

Dies war der Ausgangspunkt, eine Stimulation zu entwickeln, die gezielt der krankhaft synchronen Nervenzelltätigkeit entgegenwirkt: Die Nervenzellen sollen nicht unterdrückt werden, sie sollen auch nicht unphysiologische Aktivitätsmuster aufgezwungen bekommen; vielmehr sollen sie in der ihnen eigenen Art aktiv sein, aber auf unsynchrone Weise. Die von uns entwickelte Coordinated Reset (CR®)-Stimulation führt durch eine Desynchronisation zu einer Senkung der Koinzidenzrate der weiterhin aktiven Neuronen und somit zu einer Abnahme der Stärke der synaptischen Vernetzungen zwischen den Neuronen. Nur aktive Neuronen können lernen - und krankhafte Muster verlernen. Während eine einfache periodische Stimulation die Synchronisation anheizt und somit die krankhafte Vernetzung in ihrem stabilen Zustand weiter verstärkt, zielt die desynchronisierende CR®-Stimulation auf genau den umgekehrten Prozess ab: Die krankhafte Vernetzung wird mitsamt der zugehörigen Dynamik verlernt; das System wechselt vom krankhaften in den gesunden stabilen Zustand.

Bei parkinsonkranken MPTP-Affen zeigte die CR®-Stimulation selbst bei geringer Dosierung signifikante therapeutische Nacheffekte bis 35 Tage nach Ende der CR®-Stimulation. Im Vergleich hierzu benötigt die Standard-Hochfrequenz-Dauerstimulation einen deutlich höheren Stromeintrag und hat nur einen Akuteffekt, der unmittelbar nach dem Ende der Stimulation verschwindet. Auch erste Untersuchungen in Parkinsonpatienten konnten diese nachhaltigen CR®-Effekte bestätigen.


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