Suche

zur Hauptseite

Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM)
Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8)
(leer)

Navigation und Service

 



Das Institut „Ethik in den Neurowissenschaften“ (INM-8) analysiert in einer Reihe von interdisziplinär angelegten Projekten neurowissenschaftliche Erkenntnisse aus den Perspektiven der Wissenschaftstheorie, Philosophie des Geistes und Ethik.

Im Zentrum der Forschungen der Arbeitsgruppe „Repräsentation und Modell“ stehen Problemstellungen der Wissenschaftsphilosophie und der Philosophie des Geistes. Sie beziehen sich auf neurowissenschaftliche Untersuchungen der neuralen Realisierung sensorischer, motorischer und kognitiver Fähigkeiten. Darüber hinaus finden jüngste Entwicklungen in der Computational Neuroscience Berücksichtigung, die sich auf die Simulation von Gehirnaktivitäten und mentalen Fähigkeiten in neuralen Netzwerken richten. Ein Ziel der Arbeitsgruppe besteht darin, die theoretischen Voraussetzungen dieser Untersuchungen zu explizieren und die Erfolgsbedingungen entsprechender Modelle zu evaluieren.

Obgleich die Identifikation von Korrelationen zwischen mentalen und Gehirn-Zuständen gut etabliert ist, stellt die neurowissenschaftliche Erklärung von Selbstbewusstsein sowie der Intentionalität und Phänomenalität mentaler Zustände nach wie vor ein Desiderat dar. Die Arbeitsgruppe erforscht die Repräsentation dieser mentalen Zustände im Gehirn.

Die Begriffe der Person, Personalität und Persönlichkeit sind zentral für das menschliche Selbstverständnis. Die Arbeitsgruppe „Person und Neuroethik“ untersucht ausgewählte Aspekte des personalen Lebens in konzeptioneller und empirischer Hinsicht. Der Begriffsgebrauch der empirischen Wissenschaften bedarf einer epistemologischen und sprachkritischen Überprüfung, zumal häufig nicht angemessen zwischen subjektiven und objektiven Aspekten menschlichen Bewusstseins differenziert wird. Eine zentrale Aufgabe der Arbeitsgruppe besteht darin, die begrifflichen Voraussetzungen empirischer Wissenschaften sprachkritisch zu analysieren und deren Forschungsergebnisse mit rechtfertigungsfähigen Konzeptionen personalen Lebens abzugleichen.

Selbstverhältnisse gelten sowohl in der neuropsychologischen Forschung als auch der psychiatrischen Praxis als konstitutive Elemente personaler Existenz. Die weitere Analyse der Rolle von Selbstverhältnissen bedarf einer begrifflichen wie empirischen Schärfung des Verständnisses von Selbstbewusstsein. Insbesondere ist dabei der gesicherten philosophischen Einsicht Rechnung zu tragen, dass egologische Ausdrücke sich auf selbstreferentielle Einstellungen und Zustände beziehen und nicht auf vermeintliche Objekte wie ein Selbst oder Ich. Die Resultate der begrifflichen Untersuchungen werden auf die Verwendungen des egologischen Vokabulars in der Psychiatrie bezogen, wo sie zur Beschreibung direkt und indirekt beobachtbarer Zustände von Personen mit psychiatrischen Erkrankungen verwendet werden können.

Die Bewertung des Einsatzes moderner Neurotechnologien betritt insbesondere dort ethisches Neuland, wo personale Selbstverhältnisse von gezielten oder in Kauf genommenen Veränderungen betroffen sind. Neben herkömmliche bioethische Probleme wie zum Beispiel informierte Zustimmung, Umgang mit Zufallsbefunden und Schutz privater Daten tritt die Aufgabe, mögliche Auswirkungen auf das personale Leben zu untersuchen, etwa hinsichtlich selbstbezüglicher Einstellungen oder der Persönlichkeitsstruktur. Eine entscheidende Voraussetzung der ethischen Bewertung neurotechnologischer Verfahren besteht darin, moralisch relevante Aspekte personalen Lebens zu identifizieren, die durch den Einsatz derartiger Techniken beeinträchtigt werden könnten.

Die vom INM-8 mitgetragene Arbeitsgemeinschaft „Wissenschaft und Ethik“ fördert die ethische Reflexion wissenschaftlicher Forschung am Forschungszentrum Jülich. Die Arbeitsgemeinschaft bietet die einzigartige Möglichkeit, ethisch relevante Fragen zu analysieren, die im Rahmen von Forschungstätigkeiten auftreten. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, jungen Wissenschaftlern ein Bewusstsein von den ethischen Problemen ihrer Arbeit zu vermitteln. Zu diesem Zweck werden die Ergebnisse der Tätigkeit der Arbeitsgemeinschaft in unterschiedlichen Formaten aufbereitet.


Servicemenü

Homepage