Dr. Burckhard Bergmann
Vorsitzender der E.ON Ruhrgas AG und Mitglied des Vorstandes der E.ON AG bis 2008. Im Aufsichtsrat zahlreicher internationaler Unternehmen, u.a. seit 2000 Mitglied im Direktorenrat der OAO Gazprom
"Meine Arbeit am damaligen Kernforschungszentrum Jülich hat die Industrie auf mich aufmerksam gemacht.“
Burckhard Bergmann zählt zu den prominentesten JuLumni-Persönlichkeiten. Seine ersten Erfahrungen im Projektmanagement hat er am Forschungszentrum Jülich gemacht. Heute sitzt er im Aufsichtsrat der größten Gasgesellschaft der Welt.
Im Herbst 1968 kam der frisch gebackene Physiker Burckhard Bergmann von der RWTH Aachen an die Kernforschungsanlage Jülich, dem heutigen Forschungszentrum: der Beginn einer steilen Karriere. Als stellvertretender Projektleiter für die Entwicklung eines Hochtemperaturreaktors mit Heliumturbine knüpfte er die ersten Kontakte zur Industrie.
„Ich habe in Jülich sehr viel über Projektmanagement und interdisziplinäre Zusammenarbeit gelernt“, sagt Burckhard Bergmann. „Solche Erfahrungen an einem großen Forschungszentrum schätzt die Industrie.“
Schon 1972 holte ihn der Gaskonzern Ruhrgas AG nach Essen. Acht Jahre später wurde Burckhard Bergmann jüngstes Mitglied des Vorstandes und im Juni 2001 dessen Vorsitzender. Nach der Übernahme durch E.ON trat er in den Vorstand der E.ON ein und blieb bis zu seinem Ruhestand Vorstandsvorsitzender der E.ON Ruhrgas AG. Als gefragter Industriemanager übernimmt er bis heute eine Vielzahl von Aufsichtsratfunktionen im In- und Ausland für Energie- oder Telekommunikationsunternehmen, für Banken und Versicherungen. Er ist auch stellvertretender Vorsitzender des Ostausschusses der Deutschen Industrie. 2008 erhielt er das Bundesverdienstkreuz I. Klasse.
„Einigen Jülicher Kollegen bin ich später in der Industrie wieder über den Weg gelaufen. Durch diese geschäftlichen Kontakte ist schließlich ein Netzwerk aus ehemaligen Jülichern entstanden.“ Diese persönliche Verbundenheit sei hilfreich und wertvoll gewesen, sagt Burckhard Bergmann, und wenn solche Verbindungen nun im JuLumni-Projekt ausgebaut und mit Leben erfüllt werden, sei das unbedingt zu begrüßen.
Ranga Yogeshwar
Wissenschaftsjournalist
"Das Forschungszentrum ist ein ausgezeichneter Nährboden für Experimente.“
Seit mehr als 20 Jahren entführt Ranga Yogeshwar Fernsehzuschauer in die Welt der Wissenschaft. In Sendungen wie „Quarks & Co“ und neuerdings „Wissen vor 8“ erklärt der 50-jährige Luxemburger lebendig und anschaulich Phänomene aus Alltag und Forschung – und zeigt, dass Wissen auch Spaß macht.
Für seine Arbeit wurde Ranga Yogeshwar mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Grimme-Preis und dem Helmut Schmidt Journalistenpreis. Nach ihm ist außerdem der Asteroid Nummer 20522 benannt. Das passt besonders gut, weil Ranga Yogeshwar sich im Studium an der RWTH Aachen auf „Experimentelle Elementarteilchenphysik und Astrophysik“ konzentrierte.
Seine Diplomarbeit schrieb er 1985 über die Suche nach leichten, durchdringenden Teilchen. „Damals sprachen Theorien dafür, dass das Axion auch an Kernreaktoren entstehen konnte“, erinnert sich Ranga Yogeshwar. So führte ihn die Suche an das Kernforschungszentrum in Jülich. Rund drei Jahre lang führte er Experimente am Forschungsreaktor MERLIN durch. Auf die Zeit blickt er sehr gerne zurück. Vor allem die hervorragende Infrastruktur hat ihn beeindruckt. „Ein ausgezeichneter Nährboden für Forschung“, schwärmt Ranga Yogeshwar noch heute.
In guter Erinnerung hat er zudem die gute Arbeitsatmosphäre. „Wir haben uns nicht nur intensiv über Wissenschaft, sondern auch über Politik ausgetauscht. Der Nato-Doppelbeschluss bewegte damals viele Menschen.“ Den Kontakt nach Jülich hat er nie abreißen lassen. Er tauscht sich noch heute mit Kollegen von damals aus. Und er fühlt sich als Botschafter: Damals wie heute verfügt Jülich über herausragende Forschung und Forscher. Das wird allerdings viel zu wenig in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Ein Peter Grünberg ist beispielsweise erst mit dem Nobelpreis wirklich bekannt geworden“, sagt Yogeshwar. Darum hat sich der Wissenschaftsjournalist stets für das Forschungszentrum stark gemacht, auch gegenüber der Politik. „Das Forschungszentrum braucht unsere Solidarität von außen“, so der Alumnus.
Prof. Dr. Klaus Kern
Direktor des Nanoscale Science Department am Max-Planck-Institut für Festkörperforschung in Stuttgart
"Die Jülicher Zeit war einer der wichtigsten Zufälle in meinem Leben und hat meine wissenschaftliche Karriere geprägt.“
Klaus Kern ist in der winzigsten aller Welten zuhause wie kein anderer. Schon als Student in Jülich beschäftigte er sich mit der Chemie und Physik der allerkleinsten atomaren und molekularen Oberflächenstrukturen. Der inzwischen weltbekannte Pionier der Nanowissenschaften erhielt im Jahr 2008 den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis.
Einen „Glücksfall“ nennt der Physiker Klaus Kern seinen Wechsel als Promovend von der Universität Bonn an das Jülicher Institut für Grenzflächenforschung und Vakuumphysik im Jahr 1983: „Die Arbeitsbedingungen waren damals einzigartig. Das Institut erlebte in den 80er Jahren eine regelrechte Blütezeit. Viele Wissenschaftler meiner Generation, mit denen ich in Jülich arbeitete, haben steile Karrieren gemacht. Das kreative Potential war in einer relativ kurzen Zeit sehr hoch und so war für mich die Zeit in Jülich außergewöhnlich inspirierend und extrem produktiv.“
Acht intensive Jahre verbrachte Klaus Kern am Jülicher Zentrum. Er promovierte am Forschungszentrum, habilitierte sich dann 1989 für das Lehrfach „Physikalische Chemie“ an der Universität Bonn und erhielt 1990 in Jülich als „Fiebinger“-Wissenschaftler eine der ersten unbefristeten Stellen zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. 1991 folgte Klaus Kern einem Ruf an die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Lausanne in der Schweiz. Seit 1998 setzt er als Direktor am Max Planck Institut für Festkörperforschung in Stuttgart seine wissenschaftlichen Forschungsarbeiten in der Welt der Quanten und molekularen Winzlinge mit bahnbrechenden Ergebnissen fort.
„Meine Beziehungen zu Jülich sind nie abgebrochen. Viele Kontakte zu Kollegen bestehen seit dieser Zeit, andere entstehen heute wieder, wenn Mitarbeiter nach Jülich berufen werden. Ich bin also in meinem Netzwerk unverändert stark mit Jülich verbunden.“
Dr. Nagaraj N. Rao
Geschäftsführender Direktor Rane Rao Reshamia (RRR) Labs. Pvt. Ltd., Mumbai (Indien)
"Jülich bedeutet für mich 25 Jahre wechselnde Erfahrungen und gelebte Freundschaften.“
Seit Beginn der 90er Jahre stellt das indische Unternehmen unter Federführung von Nagaraj N. Rao Feinchemikalien und Spezialprodukte her und beliefert u.a. die deutsche Industrie. Erste internationale Kontakte knüpfte der erfolgreiche Chemiker als Postdoc in Jülich.
1981 kam der junge Chemiker Nagaraj N. Rao von Mumbai zur Promotion an die Universität Bonn. Bereits drei Jahre zuvor hatte er mit zwei Studienfreunden ein Labor für Dienstleistungen im Bereich der speziellen Oberflächentechnik gegründet. Die letzen Experimente seiner mit magna cum laude ausgezeichneten Promotionsarbeit, die er an der Universität Tübingen einreichte, führten ihn an das Institut für Biotechnologie im Forschungszentrum Jülich. Er blieb weitere drei Jahre als Postdoc auf dem Jülicher Campus und arbeitete mit großem Erfolg an der chemo-enzymatischen Synthese von Naturstoffen. Zugleich engagierte er sich seit dieser Zeit intensiv für die deutsch-indische Zusammenarbeit in der Biotechnologie.
Anfang der 90er Jahre kehrte Nagaraj N. Rao nach Indien zurück und baute das chemische Labor RRR zu einem international erfolgreichen Unternehmen mit heute rund 43 Mitarbeitern aus. Dem Wissenschaftler, Unternehmer und Weltenvermittler sind seine Kontakte zwischen Indien und Deutschland eine Herzensangelegenheit: Von 1993 bis 2008 kam er jedes Jahr für mehrere Wochen als Gastwissenschaftler ans Forschungszentrum Jülich. Als Gastdozent am Institute of Chemical Technology Mumbai für Bioverfahrenstechnik etablierte Nagaraj N. Rao einen lebhaften Austausch zwischen dem Forschungszentrum Jülich, den Universitäten Aachen, Bonn, Düsseldorf und Mumbai.
„Es ist mir eine große Freude, seit 25 Jahren regelmäßig am Forschungszentrum Jülich mit meinen ehemaligen Kollegen arbeiten zu dürfen. Das hat vor allem das universale Denken in unterschiedlichen Branchen der Wissenschaft und Technik gefördert.“ Es sei gleichzeitig spannend zu beobachten, wie sich die Struktur und die Forschungsthemen einer so großen Organisation ändern und wie die Kooperation mit Indien wächst. Das alles habe für ihn einen sehr hohen Stellenwert.
letzte Änderung 05.07.2010 | Der Administrator | Ausdrucken
