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Bioökonomie

Bis zum Jahr 2050 werden doppelt so viele Nahrungsmittel wie heute benötigt, um die Weltbevölkerung zu ernähren. Der Klimawandel wird deutlich spürbare Konsequenzen haben und die Vorräte fossiler Rohstoffe werden drastisch abnehmen. Angesichts dieser Tatsachen wird deutlich, dass die Zukunft des Menschen maßgeblich davon geprägt sein wird, inwieweit es uns gelingen wird, die Gewinnung von Nahrungsmitteln, Produktionsprozesse und die Energieversorgung auf eine nachhaltige, klimafreundliche Basis zu stellen.

Genau dies soll die Bioökonomie leisten: Sie soll unser Wissen um biologische Prozesse nutzen, um die Versorgung mit Nahrung für eine wachsende Bevölkerung sicher zu stellen, eine Energieversorgung zu garantieren, ohne die Umwelt zu zerstören, sowie neuartige Materialien und Werkstoffe zu entwickeln, die nicht auf Erdöl basieren. Dazu muss es gelingen, Produktionsketten miteinander zu verknüpfen. Das Ziel: ein System ohne Reststoffe aufzubauen, in dem die Abfälle einer Produktionskette als Wertstoffe in einer anderen Produktionskette dienen.

Das Forschungszentrum Jülich sieht in der Bioökonomie eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte. Sie lässt sich nur bewältigen, wenn ökonomische, ökologische und soziale Dimensionen der Nachhaltigkeit zugleich berücksichtigt werden. Um dies zu gewährleisten, hat Jülich zusammen mit der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf hat Jülich das „Bioeconomy Science Center (BioSC)“ gegründet.

Bioeconomy Science Center (BioSC)

Das über 1000 Mitarbeiter starke BioSC versteht sich als Kompetenzzentrum, in dem die wissenschaftliche Expertise der Partner in einem diziplinübergreifenden, integrativen Gesamtansatz gebündelt und gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft in Wertschöpfungsprozessen zur Anwendung gebracht werden.

Die Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem die nachhaltige pflanzliche Bioproduktion unter Berücksichtigung des Schutzes von Boden und Wasser, neue Verfahren zur Verarbeitung von Biomasse und den Einsatz von Mikroorganismen zur Herstellung von Wertstoffen und die energetische Nutzung der Biomasse unter Betrachtung der dazugehörigen Wertschöpfungsketten und -netzwerke. In einem weiteren Schwerpunkt werden die für die Einführung der Bioökonomie relevanten ökonomischen Fragestellungen wie auch die gesellschaftlichen Implikationen untersucht und bewertet.

Für eine rasche wirtschaftliche Umsetzung der Forschungsergebnisse ist die Zusammenarbeit mit der Industrie essenziell. Dazu bringen die BioSC-Partner ihre einschlägigen Kontakte ein. Bereits jetzt zeigen zahlreiche mittelständische und global agierende Unternehmen Interesse.

Ausschlaggebend ist, die Produktion von Biomasse, ihre Verarbeitung und Produktentwicklung in sinnvollen Wertschöpfungsprozessen zu verbinden und vorhandene Technologieplattformen optimal zu nutzen, etwa im Bereich der genetischen Analyse, der Quantifizierung und Selektion pflanzlicher Eigenschaften (Phänotypisierung), der Bioanalytik, der Boden- und Grundwassercharakterisierung, dem Feldversuchswesen, der Verfahrenstechnik nachwachsender Rohstoffe und im Supercomputing.

Zeitnah wollen die Mitglieder eine multi- und interdisziplinäre, integrative Graduiertenausbildung zur Bioökonomie aufbauen. Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler sollen dadurch zum Beispiel das nötige Hintergrundwissen in der Biologie erhalten und Biologen Verständnis für die Verfahren bei der Verarbeitung von Biomasse entwickeln können. Hierbei profitiert das BioSC von bestehenden Graduiertenschulen der Partner, die eine thematische Schnittmenge mit der Bioökonomie haben.

Die Bundesregierung fördert die Forschungsstrategie Bioökonomie des BMBF in den kommenden Jahren mit insgesamt 2,4 Milliarden Euro. In den Empfehlungen des Nationalen Forschungs- und Technologierates für Bioökonomie (BioÖkonomieRat) wird das BioSC als starkes Beispiel zur Bearbeitung des Themas Bioökonomie in Deutschland genannt. Auch das Land Nordrhein-Westfalen misst dem Thema eine hohe Bedeutung bei.

Weil die Entwicklung einer Bioökonomie eine weltweite Herausforderung ist, die nur in internationaler Zusammenarbeit bewältigt werden kann, wird das BioSC Kooperationen mit akademischen und industriellen Partnern in Industrie- und Schwellenländern strategisch ausbauen.


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