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Geschichte der Neutronenforschung in Jülich

Die Geschichte der Neutronenforschung im Forschungszentrum Jülich geht bis in das Jahr 1962 zurück, als die Forschungsreaktoren MERLIN und FRJ-2 (DIDO) ihren Betrieb aufnahmen. Der FRJ-2 war von 1981, als der Forschungsreaktor 2 in Karlsruhe abgeschaltet worden ist, bis zur Inbetriebnahme der Forschungsneutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) in Garching bei München 2004 die stärkste Neutronenquelle in Deutschland.

MERLIN wurde 1985 und der FRJ-2 2006 abgeschaltet. 2006 gründete das Forschungszentrum das Jülich Centre for Neutron Science (JCNS), das Neutronenstreuinstrumente an führenden Neutronenquellen weltweit entwickelt und betreibt: am FRM II, der stärksten Neutronenquelle in Deutschland, am Forschungsreaktor mit dem weltweit höchsten Neutronenfluss im Institut Laue-Langevin in Grenoble, Frankreich, und an der ersten Spallationsneutronenquelle der Megawattklasse, der "Spallation Neutron Source" (SNS) in Oak Ridge, USA.

Am JCNS können Forscher aus Wissenschaft und Industrie einzigartige Instrumente einschließlich spezialisierter Probenumgebung und ergänzender Labors nutzen, unterstützt durch die Jülicher Experten.

Die Erfahrung bei der Entwicklung von Spallationsquellen im Forschungszentrum Jülich geht bis in die frühen 1980er-Jahre zurück, als Jülicher Ingenieure und Wissenschaftler bereits die Idee eines rotierenden Feststofftargets entwickelten, das heute bei der ESS zum Einsatz kommen soll. 1992 initiierten das Forschungszentrum Jülich und das Rutherford Appleton Laboratory in England die Idee einer Europäischen Spallationsquelle; 18 Institute aus elf europäischen Ländern beteiligten sich an dem Projekt. Einer Machbarkeitsstudie von 1993 bis 1997 folgten die Konzeptarbeiten.

Seit 1993 hat Jülich zahlreiche signifikante Beiträge zum technischen Design der ESS geliefert, insbesondere im Bereich Targetdesign und Instrumentierung, und hat von 2000 bis 2003 federführend die Interessen der Europäischen Nutzergemeinde gebündelt. Ziel war und ist es sicherzustellen, dass eine Europäische Spallationsquelle die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer aus vielen verschiedenen Wissenschaftsbereichen erfüllen wird. 2003 wurde deutlich, dass eine kurzfristige Förderung des Projektes in mehreren Partnerländern zunächst nicht zustandekommen würde. Erst 2009 fiel der Entscheid, die ESS im schwedischen Lund zu bauen. Die Jülicher Beiträge zu Planung und Bau koordiniert seit 2011 das neu gegründete Jülicher ESS-Kompetenzzentrum.

Europäische Spallationsquelle ESS
ESS-Kompetenzzentrum des Forschungszentrums
Jülich Centre for Neutron Science (JCNS)

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