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Aufmerksamkeitsstörungen

Gemeinsam mit Medizinern und Wissenschaftlern der Unikliniken Köln und Aachen arbeiten Jülicher Forscher daran, Schlaganfall-Patienten oder jungen Menschen mit einem Aufmerksamkeitsdefizit­Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) zu helfen. Hierzu untersuchen sie mit Hilfe moderner Bildgebender Verfahren die Ursachen der Störungen und entwickeln neuartige Therapieverfahren.

Hilfe für Schlaganfallpatienten

So haben die Forscher herausgefunden, dass die Ursache für Lähmungen oder Aufmerksamkeitsstörungen bei Schlaganfallpatienten oftmals in einem gestörten Zusammenspiel der beiden Gehirnhälften liegt. Bei Schlaganfallpatienten findet sich häufig eine Überaktivität der nicht geschädigten Hirnhälfte, die die Funktionserholung der vom Schlaganfall getroffenen Hirnhälfte nachhaltig beeinträchtigt: Die gesunde Hirnhälfte hemmt die Aktivität der geschädigten Seite. Mit zwei nicht-invasiven und schmerzfreien Behandlungsmethoden bringen die Forscher durch magnet- beziehungsweise elektrische Felder die Gehirnhälften wieder gezielt ins Gleichgewicht. Dadurch lassen sich Lähmungen deutlich verbessern und Störungen der Aufmerksamkeit stark reduzieren. Gleichzeitig arbeiten die Wissenschaftler daran, die Heilungsprozesse durch Medikamente gezielt zu fördern.

Besonderheiten des jungen Gehirns

Das Gehirn von Kindern und Jugendlichen ist nicht nur kleiner als ein Erwachsenengehirn, es ist auch anders organisiert und ändert sich im Laufe der Entwicklung ständig. Daher benötigen die Wissenschaftler genauere und kontrastreichere Bilder, um diese Veränderungen bei jungen Patienten beobachten zu können. So ist es zum Beispiel aufschlussreich zu erforschen, was während der Pubertät in bestimmten, tiefer liegenden Hirnregionen passiert, die Belohnungsreize verarbeiten. Neuere Ergebnisse lassen den Schluss zu, dass diese Regionen früher reifen als etwa die Gehirnregion, die für Entscheidungen und Kontrollfunktionen zuständig sind. Daher gewichtet das Gehirn von Jugendlichen Risikosituationen häufig anders als das von Erwachsenen. Auch bei Kindern und Jugendlichen, die unter ADHS leiden, haben die Forscher festgestellt, dass Belohnung im Gehirn anders verarbeitet wird als bei gesunden Kindern und Jugendlichen und insbesondere das Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen bei der Verarbeitung von Belohnungsreizen verändert ist. Dies könnte erklären, warum die Kontrolle von Impulsen und emotionalen Affekten bei ADHS-Patienten häufig eingeschränkt ist.

Beteiligte Institute in Jülich: Institut für Neurowissenschaften und Medizin (INM-3: Kognitive Neurologie und INM-4: Physik der Medizinischen Bildgebung),


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