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Schlaganfall

Der Schlaganfall ist in Europa und USA seit vielen Jahren die wichtigste Ursache einer dauerhaften Behinderung. Laut der Deutschen Gesellschaft für Neurologie erleiden pro Jahr in Deutschland etwa 260.000 Patienten einen Schlaganfall.

Am Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Kognitive Neurowissenschaften (INM-3), erforschen mehrere Arbeitsgruppen, wie sich ein Schlaganfall auf die Struktur und Funktion des Gehirns auswirkt. Hierbei sind häufig nicht nur motorische, sondern auch kognitive Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Sprache und Handlungskontrolle vom Schlaganfall betroffen.

Dabei schafft es das Gehirn, durch einen Schlaganfall verlorene Funktionen zu kompensieren und sich neu zu organisieren. Wie dies genau funktioniert und wie man diese Prozesse von außen durch spezielle Verfahren unterstützen kann, daran arbeiten die Wissenschaftler des Instituts zusammen mit der Klinik für Neurologie der Universität zu Köln.

Der neuartige und innovative Ansatz der Wissenschaftler liegt hier in der Kombination verschiedener Methoden, um die Netzwerke des Gehirns zu beeinflussen. Mit Hilfe der funktionellen Bildgebung sowie der Elektroenzephalographie (EEG) können die aktivierten Netzwerke des Gehirns sichtbar gemacht werden, um mögliche Störungen zu identifizieren. Mit Hilfe von technischen Verfahren wie der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) oder transkraniellen Gleichstromstimulation (TDCS) können dann gezielt Hirnregionen in ihrer Aktivität beeinflusst werden, um gestörte Funktionen zu verbessern.

Im Rahmen von Studien haben die Mediziner mit beiden Verfahren bereits klinische Erfolge erzielt: In Kombination mit klinischen Rehabilitationsmaßnahmen konnten bei den behandelten Schlaganfall-Patienten stärkere Verbesserungen erzielt werden als bei der jeweiligen Vergleichsgruppe ohne Stimulation mit TMS oder TDCS. Diese hoch innovativen Ansätze in der Schlaganfall-Rehabilitation werden aktuell in großen kontrollierten klinischen Studien geprüft.

Institut:

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Kognitive Neurowissenschaften (INM-3)