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Kurznachrichten Oktober 2006

Ferroelektrische Schalter als Bausteine neuer Computerspeicher

"Das Gebiet der Nanoelektronik bleibt spannend", sagt Hermann Kohlstedt vom Forschungszentrum Jülich. In einem Perspektivartikel in der Zeitschrift "Science" im Sommer (Vol. 313, S.181) führt er, zusammen mit Evgeny Tsymbal von der Universität Nebraska, dafür insbesondere einen neuartigen, physikalischen Effekt an, der Festkörperphysiker in aller Welt seit einiger Zeit begeistert. "Dass Strom durch schmale, eigentlich nicht leitende Bereiche 'durchtunnelt', wird schon in vielen Anwendungen genutzt", so Kohlstedt. "Neu aber sind die Möglichkeiten, die sich eröffnen, wenn dieser schmale Bereich polarisiert ist." In diesen so genannten Ferroelektrika ordnen sich interne (Dipol-)Ladungen parallel an. Die Anordnung kann durch elektrische Felder beeinflusst werden und beeinflusst umgekehrt den elektrischen Widerstand des Materials. "Wir erhalten also einen kleinen Schalter mit sehr interessanten Eigenschaften", erklärt Kohlstedt. Denkbar wären Speicherbausteine im Computer, die auch ohne Strom ihr "Gedächtnis" behalten, Sensoren und Umwandler für elektrische und magnetische Felder oder sogar kompakte Speicher aus einer Kombination von ferroelektrischen und ferromagnetischen Materialien, die sich einfach durch elektrische Spannung und Felder beschreiben lassen.

Übersichtsartikel in Science von Evgeny Y. Tsymbal und Hermann Kohlstedt

Weitere Jülicher Forschung zu neuen Speichermedien:


Mobile und kostengünstige Kernspin-Tomographen

Eine "revolutionäre Technik" nannte im Februar die renommierte Zeitschrift "Nature Physics" die mobile Kernspin-Spektroskopie, die das natürliche Erdmagnetfeld statt tonnenschwerer Magnetspulen für ihre Untersuchungen nutzt. Ebenso revolutionär sind die mobilen, bildgebenden Kernspin-Tomographen, die auch ein Thema bei der Konferenz "Mobile Magnetresonanz" Anfang September in Aachen waren. Vom Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen organisiert, trafen sich 80 Forscher aus 10 Ländern und diskutierten die spannenden Entwicklungen auf diesem Feld. "Die mobilen Kernspin-Tomographen sind inzwischen so gut, dass sie ein wertvolles Werkzeug für wissenschaftliche Studien sind", fasst Peter Blümler vom Forschungszentrum Jülich den Tenor der Konferenz zusammen. Das Einsatzgebiet der mobilen Geräte ist überall dort, wo die zu untersuchende "Probe" zu schwer, zu groß oder schlicht unbeweglich ist: Pflanzen, Gebäude oder geologische Formationen außerhalb der Labore. "Diese zukunftsweisende Technik steht heute in etwa dort, wo die stationäre Kernspin-Tomographie vor 20 Jahren stand: Am Anfang einer revolutionären Entwicklung", ist sich Blümler sicher. Schon nächstes Jahr wollen sich die Experten wieder Treffen: Zur ICMRM (International Conference on Magnetic Resonance Microscopy) werden dann im September 2007 etwa 300 Besucher erwartet.

Mehr über Kernspintomographie im Erdmagnetfeld


Aktuelle Termine: Nanoelektronik und Weiche Materie

Hier finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich.

11. bis 13. Oktober in Aachen
Konferenz Nanoelectronics Days 2006

Nanoelektronik bereitet den Weg für die Informationstechnik der kommenden Jahrzehnte: Computerchips, die neben der Ladung auch den Spin von Elektronen nutzen, selbst organisierende Leiterbahnen, Computerspeicher, die kompakt und nicht flüchtig sind, Molekülschalter oder Signalverarbeitung mithilfe neuronaler Netze. Neue Ansätze der Informationsverarbeitung werden ausgetauscht und diskutiert.

Kontakt: Dr. Wolfgang Albrecht, cni@cni-juelich.de
Internet: http://www.cni-juelich.de/index.php?index=51

29. Oktober in Aachen, 12.30 bis 13.30 Uhr
Vortrag "Brennstoffzellentechnik"

Im Rahmen der Aachener Energietage 2006 stellt Dr. Bernd Emonts die Brennstoffzellen-Forschung in Jülich vor. Das Spektrum spannt sich vom Antrieb des vierrädrigen Scooters mittels einer Methanol-Brennstoffzelle über effiziente Stromerzeugung für Autos bis hin zur Reformierung von Wasserstoff aus Kerosin und Diesel.

14. bis 17. November in Bonn
Konferenz Jülich Soft Matter Days 2006

Im Forschungsgebiet "Weiche Materie" treffen sich Physiker, Chemiker und Biologen, um organischen Moleküle mit den modernsten Methoden ihrer Zunft zu untersuchen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Polymere, Proteine oder Tenside, sondern um Phänomene, die erst im Zusammenspiel von Tausenden oder Millionen Teilchen auftreten, etwa in Membranen, Emulsionen, Lösungen oder Kolloiden.

Kontakt:
Internet: http://www2.fz-juelich.de/iff/jsmd2006


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