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Kurznachrichten Januar 2007


Chaos in der Kernfusion

Chaos auf seinem Schreibtisch sollte man vermeiden, Chaos in Fusionsexperimenten wie ITER könnte dagegen sehr nützlich sein. Darauf deuten neueste Messungen am Jülicher Fusionsexperiment TEXTOR hin, die Yuhang Xu und seine Kollegen in der angesehenen Fachzeitschrift Physical Review Letters veröffentlicht haben. Mit dem Feld einer zusätzlichen Magnetspule "pieken" sie in den Fluss des viele Millionen Grad heißen Plasmas im Innern der Jülicher Fusionskammer. "Der Clou ist, dass wir damit turbulente Strömungen am Plasmarand beeinflussen und die Wärmeisolation der Fusionsmaterie gestalten können" sagt Dr. Ralph Schorn vom Forschungszentrum Jülich. "Positiver Nebeneffekt - es können sich keine 'Hot Spots' mehr bilden: Statt an konzentrierten Stellen mit teilweiser enormer Wucht gegen die Wand zu schmettern, verteilt sich die Energie des Plasmas gleichmäßig über die Innenwand der Brennkammer". Mit diesem Konzept wollen die Jülicher Plasmaphysiker erreichen, dass bei künftigen Fusionskraftwerken die extrem beanspruchten Wandelemente geschont werden und länger durchhalten - ein enormer wirtschaftlicher Vorteil.

Die Veröffentlichung bei Physical Review Letters : Phys. Rev. Lett. 97, 165003 (2006)
Die Zusammenfassung finden Sie online unter:


Jülich goes FAIR

Ein Teilchenbeschleuniger der nächsten Generation entsteht in den kommenden Jahren in Darmstadt bei der Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI. Mehr als 1,1 Milliarden Euro werden investiert, um FAIR, Facility for Antiproton and Ion Research, zu errichten. Damit erhält die deutsche Forschung mit Ionen und Antiprotonen durch die Helmholtz-Gemeinschaft einen enormen Schub. Neben den beiden großen Beschleunigerringen (Synchrotronen) mit einem Umfang von mehr als 1000 Metern bilden die Speicherringe das eigentliche Herzstück des komplexen Großprojekts. Das Forschungszentrum Jülich beteiligt sich mit mehreren Instituten federführend bei Planung, Bau und Betrieb des so genannten HESR (High Energy Storage Ring), einem Beschleuniger und Speicherring für Antiprotonen. "Die Erfahrungen mit unserem Beschleuniger COSY als kleinerer Ausgabe des HESR erweisen sich als absolut essentiell für dieses Projekt", sagt Prof. Hans Ströher, Direktor am Jülicher Institut für Kernphysik. Auf einer internationalen Fachtagung in Tiflis, Georgien, diskutierten kürzlich 70 Teilnehmer aus 9 Ländern über diese Aspekte. "Da sich Antiprotonen mit normaler Materie gegenseitig vernichten, ist dies eine echte Herausforderung, der wir uns - unter anderem mit Testexperimenten an COSY - annehmen werden", so Ströher. "Polarisierte Antiprotonen mit einheitlich ausgerichteten Spins sind die Wunschteilchen vieler Hadronen- und Teilchenphysiker." Neben dem Erkenntnisgewinn für die Grundlagenforschung sollen aber auch zahlreiche Anwendungen durch FAIR vorangetrieben werden, beispielsweise in der Tumortherapie mit Ionenstrahlen oder bei Material- und Fusionsforschung.


Ferien gegen Forschung

Zehn Schüler tauschten eine Woche Ferien gegen eine Woche Forschung. In den Herbstferien erkundeten die 16 bis 18-jährigen die faszinierende Welt des Nanokosmos in vielseitigen Forschungs- und Anwendungsbereichen. Sie waren Gäste des Schülerlabors JuLab im Forschungszentrums Jülich. "Nano" sind winzig kleine Dimensionen in dem Bereich vom einem millionstel Millimeter. Die Schüler hatten Gelegenheit, selbst Hand an moderne Rastertunnelmikroskope zu legen. Mit dieser Methode ist es nicht nur möglich, atomare Strukturen sichtbar zu machen, sondern auch einzelne Moleküle gezielt zu verschieben. Auch war es möglich Hirnforschern über die Schulter zu schauen und Energieforscher zu befragen. "Schön fand ich, dass wir nicht nur interessante Vorträge von Wissenschaftlern hörten, sondern auch selber zum Beispiel Membranen für Brennstoffzellen beschichten durften", sagte Anna-Maria Küppers vom Kreisgymnasium Heinsberg. In den Osterferien 2007 findet wieder ein Workshop statt. Das Thema im JuLab lauten dann "Evolution und DNA". Wie man sich bewerben kann wird im Dezember auf der Webseite des Julabs veröffentlicht.

Mehr Infos zu dieser und anderen Veranstaltungen des Jülicher Schülerlabors: hier


2006-11-03-Kurznachrichten_P1019240_klein_jpgIn den Laboren vor Ort erlebten die Schüler "Nano im Einsatz". Dr. Wilhelm A. Meulenberg erklärt wie nano-strukturierte Materialien verarbeitet werden.
Copyright: Forschungszentrum Jülich


2006-11-03-Kurznachrichten_P1019242_klein_jpgIn kleinen Gruppen werten die Schüler die Ergebnisse ihrer Experimente im Jülicher Schülerlabor aus
Copyright: Forschungszentrum Jülich


Preise

Moderne Elektronenmikroskopie und Quasi-Kristalle

Prof. Knut Urban wurde mit dem Von-Hippel-Award der amerikanischen Materials Research Society ausgezeichnet. Dies ist die höchste Auszeichnung, welche die größte materialwissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt zu vergeben hat. Urban ist der erste Deutsche, dem diese Auszeichnung zugesprochen wird, und er wird damit für seine Verdienste um die moderne Elektronenmikroskopie und die Physik von Defekten in Festkörpern, namentlich in Quasikristallen, geehrt. Die Übergabe erfolgt im Rahmen einer Festsitzung während des MRS Fall Meetings am 29. November in Boston.

Mehr über Prof. Urbans Forschung: www.er-c.org,

Nanostrukturen auf Halbleitern

Prof. Hans Lüth wird mit dem Rudolf Jaeckel-Preis der Deutschen Vakuumgesellschaft geehrt. Die Jury zeichnet damit seine Arbeiten zu neuartigen nanoskaligen Halbleiterstrukturen aus, die die Grundlage für die Weiterentwicklung in Mikro- und Nanoelektronik sind. Leistungsfähigere Chips für die wachsenden Bedürfnisse der zukünftigen Informationsgesellschaft sind die Zielsetzung in Lüths Jülicher Forschung. Seit diesem Jahr leitet Prof. Lüth als Forschungsdirektor den Bereich Schlüsseltechnologien im Forschungszentrum Jülich. Der Preis wurde anlässlich dem Joint Meeting "Vacuum Based Science and Technology" in Darmstadt verliehen.

Mehr zum Joint Meeting: http://idw-online.de/pages/de/news178103

Helmholtz-Humboldt-Preisträger zu Gast in Jülich

Mit ausgezeichneter Unterstützung entwickeln Jülicher Forscher kompakte Datenspeicher weiter. Professor Charles S. Fadley von der University of California, Davis, und der Advanced Light Source, Berkeley, hat in diesem Jahr den Helmholtz-Humboldt-Forschungspreis erhalten und wird im Rahmen dieser Auszeichnung nun einen Forschungsaufenthalt in Deutschland verbringen. Gemeinsam mit seinen Kollegen vom Jülicher Institut für Festkörperforschung wird er magnetische Systeme mittels Photoemission charakterisieren. Solche Systeme finden beispielsweise als magnetische Datenspeicher in der Informationstechnologie eine Anwendung. "Professor Fadley hat mit seinen etwa 250 Publikationen das Gebiet der Oberflächenphysik und der Elektronenspektroskopie entscheidend geprägt. Wir sind glücklich darüber, dass er unsere Einladung angenommen hat und sind überzeugt, dass der wissenschaftliche Austausch mit ihm sehr fruchtbar sein wird", freut sich Professor Claus M. Schneider vom Forschungszentrum Jülich. Fadley plant während seines Aufenthaltes in Deutschland Untersuchungen unter anderem mit stehenden Röntgenwellen. Dazu nutzt er die Instrumente, die das Jülicher Competence Centre for Synchrotron Science JCCSS an Synchrotronquellen in ganz Deutschland betreibt, etwa bei BESSY in Berlin, DELTA in Dortmund sowie DESY in Hamburg. "Die Jülicher Wissenschaftler verfügen nicht nur über eine hervorragende wissenschaftliche Expertise, sondern auch über eine außerordentliche technische Kompetenz, etwa in der Entwicklung von Messgeräten und der Präparation von Proben", begründet Fadley seine Entscheidung für das Forschungszentrum. Darüber hinaus sei die theoretische Untermauerung experimenteller Daten eine besondere Stärke des Forschungszentrums.

Weitere Informationen: hier

2006-11-03_Kurznachrichten_portrait_fadley_001_klein_jpgIn seinem Forschungsaufenthalt in Jülich wird der Helmholtz-Humbolt-Forschungspreisträger Prof. Charles S. Fadley die hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur für Experimente an magnetischen Schichten nutzen, die Grundlage für kompakte Datenspeicher sein könnten. werden.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

In seinem Forschungsaufenthalt in Jülich wird der Helmholtz-Humbolt-Forschungspreisträger Prof. Charles S. Fadley die hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur für Experimente an magnetischen Schichten nutzen, die Grundlage für kompakte Datenspeicher sein könnten. werden.
Foto: Forschungszentrum Jülich


Aktuelle Termine: Weiche Materie

Hier finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem auch:


Konferenz Jülich Soft Matter Days 2006

14. bis 17. November in Bonn

Im Forschungsgebiet "Weiche Materie" treffen sich Physiker, Chemiker und Biologen, um organischen Moleküle mit den modernsten Methoden ihrer Zunft zu untersuchen. Dabei geht es nicht nur um einzelne Polymere, Proteine oder Tenside, sondern um Phänomene, die erst im Zusammenspiel von Tausenden oder Millionen Teilchen auftreten, etwa in Membranen, Emulsionen, Lösungen oder Kolloiden.

Kontakt: jsmdays@fz-juelich.de

Internet: Hier



Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
Telefon: Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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