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Kurznachrichten April 2007


Weiterer Schritt zu atomarem Datenspeicher für Computer

Mit welchen Effekten lässt sich die Speicherdichte um den Faktor 1000 gegenüber heutigen Arbeitsspeichern in Computern steigern? Die Forschung zu dieser Frage brachte eine Jülicher Arbeitsgruppe nun auf das Titelblatt der Märzausgabe der Fachzeitschrift physica status solidi (RRL 1, No. 2, 2007). Prof. Kristof Szot und sein Team untersuchten den sich ändernden elektrischen Widerstand einer dünnen Schicht der Keramik Strontiumtitanat mit der leitenden Spitze eines Rasterkraftmikroskops. Sie konnten zeigen, dass 10 Nanometer lange und 2 bis 4 Nanometer dicke Strukturen, die sogenannten Filamente, für die Widerstandsänderung von mehreren Größenordnungen verantwortlich sind. Zwischen dem leitenden und dem nicht-leitenden Zustand kann geschaltet werden, wenn über das Rasterkraftmikroskop überschüssige Ladungen auf die Filamente der Keramik gegeben oder abgezogen werden. Diese Eigenschaft könnte in Zukunft als Grundprinzip für schnelle, kompakte und nicht-flüchtige Arbeitsspeicher in Computern genutzt werden. Anlässlich einer vorangegangen Veröffentlichung in der Fachzeitschrift nature materials wurde Szots Arbeit ein "verlockend-spannendes Konzept" und eine "aufregende Grundlage für eine mögliche neue Speichertechnologie" genannt.


Nobelpreisträger beim Kolloquium von BioNoCo

Über einen besonderen Ehrengast durften sich die Studenten und Doktoranden des Graduiertenkollegs für Enzymforschung BioNoCo freuen: Prof. Dr. Robert Huber, Nobelpreisträger 1988 für Chemie, sprach im vollen Hörsaal des Forschungszentrums Jülich im Rahmen des Kolloquiums des Kollegs über die Strukturen von Proteinen. Im Anschluss nutzten die rund 30 jungen Wissenschaftler von BioNoCo die Gelegenheit, im kleinen Kreis mit dem Director emeritus des Max-Planck-Instituts für Biochemie in Martinsried zu fachsimpeln. Über die neuen Ansätze des Graduiertenkollegs zeigte Huber sich erfreut und nannte sie einen interessanten Weg, um mehr über die Struktur und Funktion von Enzymen zu erfahren. Enzyme sind spezielle Proteine, die in Zellen chemische Reaktionen beschleunigen. Auf diese Weise entstehen viele lebenswichtige Stoffe im Körper. BioNoCo (BIOcatalysis using NOn-COnventional media) erforscht das Verhalten von Enzymen in speziellen, nicht-wässrigen Lösungen. Dadurch werden viele neue Reaktionen und Mechanismen möglich. Die Grundlagenforschung von BioNoCo wird das Forschungsfeld erstmals systematisch erschließen und die Parameter und Faktoren von Enzymreaktionen in speziellen Medien bestimmen. Ein langfristiges Ziel ist es, weitere Anwendungsgebiete für Enzyme in der Industrie und Medizin zu erschließen. In der Industrie sind Enzyme wichtig, weil sie als Katalysatoren chemische Reaktionen unter moderaten Bedingungen ermöglichen, die ansonsten hohe Temperaturen oder Drücke benötigen.


Veranstaltungen 2006: Jubiläumsjahr brachte Rekordzahlen

Mit über 90 Veranstaltungen im Jahr 2006 hatte sich die Zahl der Tagungen und Konferenzen des Forschungszentrums verdoppelt (2005: 48, 2004: 42). Es nahmen rund 13.500 Gäste daran teil. Zum Vergleich: Das Forschungszentrum hat "nur" 4.300 Mitarbeiter. "Hauptgrund war natürlich das Jubiläumsjahr 2006", erklärt Dr. Sabine Hanrath, Leiterin der Abteilung Veranstaltung und Marketing in der Stabstelle Unternehmenskommunikation. Immerhin 13 Events hatten direkten Bezug zum 50-Jährigen Geburtstag des Forschungszentrums. Jedoch nutzten viele Jülicher Forscher das Jubiläumsjahr, um ihre Fachkollegen aus aller Welt zu Tagungen nach Jülich einzuladen. Die Veranstaltungen verteilen sich auf wissenschaftliche Tagungen, Kongresse, Ferienschulen, Workshops, repräsentative Events oder Vortragsreihen, die in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Instituten auf dem Campus organisiert wurden. "Tagungen veranstaltet man ja nur dort, wo exzellente Forschung stattfindet und die gastgebenden Wissenschaftler von ihren Fachkollegen akzeptiert und respektiert werden. Viel Besuch zeigt also viel Anerkennung", freut sich Hanrath über die internationale Resonanz. Für 2007 sind zwar weniger Events geplant, diese sollen dafür die Fokussierung des Forschungszentrums auf die Themen Energie und Umwelt, Gesundheit sowie die Schlüsselkompetenz wissenschaftliches Rechnen mit Supercomputern unterstreichen.

Kommende Veranstaltungen des Forschungszentrums finden Sie hier


Jülicher Vorstand wieder komplett

Dr. Ulrich Krafft hat am 15. Januar sein Amt als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich angetreten. Er folgt damit auf die Position von Dorothee Dzwonnek, die als Staatssekretärin nach Rheinland-Pfalz berufen wurde. Dr. Krafft ist zuständig für den Bereich Infrastruktur. Der promovierte Volkswirt sieht sich als Dienstleister für die Wissenschaft und möchte die Forscher in Jülich unterstützen, sich und das Forschungszentrum im wissenschaftlichen Wettbewerb erfolgreich zu positionieren. Ausschlaggebend für den Erfolg des Unternehmens "Jülich" sei dabei die Kombination von Flexibilität und Fantasie gepaart mit Realitätssinn, so Krafft. Dr. UIrich Krafft war vor seinem Amtsantritt in Jülich zuletzt als Referatsleiter beim Bundesministerium für Bildung und Forschung in Bonn tätig.


Schülerlabore im Europäischen Parlament

19.- 23. März, Brüssel, Belgien
Ausstellung der Helmholtz-Schülerlabore im Europaparlament und
Workshop "Integration of School Labs and Science Education in Europe"

Schülerlabore wollen Kinder und Jugendliche für Wissenschaft begeistern. Eine Aufgabe von europäischen Dimensionen, wenn man bedenkt, dass in den nächsten Jahren alleine in Europa rund 700.000 gut ausgebildeten Naturwissenschaftlern und Ingenieuren fehlen werden. Die Veranstaltungen in Brüssel stellen verschiedene pädagogische Ansätze vor und sollen eine lebendige Diskussion über europäische Strategien anregen. Durch außerschulische Lernorte können zudem Impulse gegeben werden, die auch das Lernen in der Schule wieder belebt. Zur feierlichen Eröffnung werden der EU-Kommissar Jan Figel, der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft Jürgen Mlynek sowie zahlreiche EU-Parlamentarier durch die Ausstellung gehen und selber experimentieren. Für die komplette Woche haben sich 350 Schüler aus den internationalen Schulen in Brüssel angemeldet, um die pädagogischen Konzepte der deutschen Schülerlabore kennen zu lernen. "Mit der Hands-On-Ausstellung und dem Workshop in Brüssel wollen wir endlich unsere Ideen auf europäische Ebene austauschen und weiterentwickeln", erklärt Karl Sobotta, der Leiter des Jülicher Schülerlabors Julab.

Kontakt: k.sobotta@fz-juelich.de

Weitere Informationen zum Jülicher Schülerlabor:



Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
Telefon: Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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