Suche

zur Hauptseite

Navigation und Service


Kurznachrichten November 2007


In Aachen: Jülicher Wissenschaftler ist exzellent

Moleküle statt elektronischer Bauteile ‑ das ist die Vision für die Computer von morgen: Leitfähige Moleküle sollen die Schaltvorgänge der heutigen Transistoren übernehmen und so noch kompaktere leistungsstärkere Rechner ermöglichen. Eine Methode, um dafür geeignete Moleküle aufzuspüren und zu untersuchen hat Dr. Björn Lüssem am Forschungszentrum Jülich während seiner Doktorarbeit entwickelt. Dafür erhielt er vergangene Woche in Aachen den NRW-Promotionspreis des Verbands der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE), der mit 3000 Euro dotiert ist.

Lüssem hatte die Leitfähigkeit einzelner Moleküle mit einem Rastertunnelmikroskop bestimmt. Mit Hilfe seines Verfahrens lassen sich nun Moleküle identifizieren, die sich für molekulare Elektronik eignen und Mechanismen verstehen, welche die elektrische Leitfähigkeit der Moleküle bestimmen ein erster Schritt hin zu elektronischen Bauteilen auf der atomaren Ebene.

Lüssem steht mit seiner Arbeit für die Kooperation in Aachen und Jülich im Bereich künftiger Informationstechnologien, welche in diesem Jahr mit zur Gründung der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) geführt hat: Der Wissenschaftler promovierte bei Prof. Rainer Waser, Inhaber des RWTH-Lehrstuhls für Werkstoffe der Elektrotechnik II und gleichzeitig Direktor am Institut für Festkörperphysik im Forschungszentrum Jülich.


luessem_klein_jpgProf. Dr.-Ing. Rolf Windmöller, Vorsitzender des VDE-Ausschusses, (links) überreicht Dr.‑Ing. Björn Lüssem (rechts) den VDE-Promotionspreis in Aachen
Copyright: Martin Lux / RWTH Aachen


In Korea: Brennstoffzelle trifft Lithium-Batterie

Jülicher Brennstoffzellenforscher beabsichtigen künftig mit dem koreanischen Hersteller für Lithium-Ionen Batterien, dem Unternehmen ProPower, zu kooperieren. Das vereinbarten die Vertragspartner während der Energiemesse Korea Energy Show 2007 in Seoul vergangenen Monat in einem Memorandum of Understanding. Die Jülicher Forscher unterstützen den Batteriehersteller mit ihrem Know-how bei Entwicklung und Bau der Direktmethanol- Brennstoffzellen (DMFC). Im Gegenzug profitieren sie von den langjährigen Erfahrungen der Firma ProPower in der Herstellung von Lithium-Ionen Batterien einschließlich des zugehörigen Power Managements. Letzteres verlängert beispielsweise die Standzeiten von Batterien und ist wichtig für einen Hybridbetrieb mit Brennstoffzellen. Ziele der Kooperation sind unter anderem die Entwicklung von DMFC Systemen für Stromerzeugungseinheiten, sogenannte Auxiliary Power Units (APU), in der kleinen bis mittleren Leistungsklasse und als Antrieb in elektrischen Scootern.


korea_klein_jpgNach der Unterzeichnung des MoU in Seoul, Dr. Manfred Wilms vom Forschungszentrum Jülich (links) und Douglas Ko, CEO von ProPower (rechts)
Copyright: Forschungszentrum Jülich


In der nördlichen Hemisphäre: Importgut Luftverschmutzung

Was bringt Europa Klimaschutz in den USA? Spüren Asiaten eine Abnahme der Stickoxide in Europa? Und was bringen eigene Maßnahmen? Luftschadstoffe kennen keine politischen Grenzen. Um effektive und effiziente Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität zu entwickeln ist es daher entscheidend, Transport und Ausbreitung der Schadstoffe über Ländergrenzen hinweg zu verstehen und entsprechend zu handeln. Jülicher Forscher sind hierzu aktiv beteiligt an einer internationalen Task Force, die von der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) gegründet wurde und im Oktober in Jülich tagte.

Anhand von verschiedenen atmosphärenchemischen Modellen berechnen rund 25 Forschergruppen der Task Force, wie sich Emissionen aus der Verbrennung von Kraftstoffen im Verkehr, in Haushalten oder in der Industrie länder- und kontinentübergreifend auswirken. Auf dem Jülicher Superrechner JUMP wurden hierfür über 20 verschiedene Szenarien gerechnet, die zeigen, welche Auswirkungen die Verringerung von Schadstoffen wie Stickoxiden oder Kohlenmonoxid hat, durch die bodennahes Ozon entsteht. Gerade für Europa ist die Menge der aus der Ferne antransportierten Schadstoffe bedeutender als bislang vermutet: Würden zum Beispiel Nordamerika und Ostasien ihre Emissionen um 20 Prozent reduzieren, ergibt sich aus den Modellrechnungen eine Abnahme der Ozonbelastung in Europa um den gleichen Betrag, als wenn die Emissionen in Europa selbst um 20 Prozent sinken würden.

Ziel der Task Force ist ein umfassender Sachstandsbericht, welcher im Jahr 2009 erscheinen und zur Neufassung der 1979 beschlossenen "Convention on long-range transport of transboundary air pollution" (CLRTAP) führen soll. In diesem Bericht werden erstmals systematisch die wechselseitigen Einflüsse von Luftreinhaltemaßnahmen auf der nördlichen Erdhalbkugel beschrieben. Ein erster Zwischenbericht erscheint im Laufe dieses Winters.


Aktuelle Termine:

Hier finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Das saubere Kraftwerk - Symposium zur CO2-Abscheidung

15.-16. November, Aachen, 9. Jülicher Werkstoffsymposium, Gas Separation Membranes for Zero-emission Fossil Power Plants

Das Treibhausgas Kohlendioxid ist ein unerwünschtes Produkt bei der Verbrennung fossiler Energieträger. Membranen bieten eine Möglichkeit das Gas aus der Abluft der Kraftwerke zu entfernen, um es dann beispielsweise unterirdisch zu lagern. Welche Materialien sich für die Membranen eignen und wie sich die Gasabscheidung bereits beim Bau künftiger Kraftwerke realisieren lässt, diskutieren Wissenschaftler am 15. und 16. November im Forschungszentrum Jülich.



Pressekontakt

Barbara Schunk
Wissenschaftsjournalistin, Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
Tel. 02461 61-8031/2388, Fax 02461 61-4666
E-Mail: b.schunk@fz-juelich.de, a.stettien@fz-juelich.de


Servicemenü

Homepage