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Kurznachrichten Dezember 2007


Unerwartet: Eigenschaften wie Glas

Die mechanischen Eigenschaften biologischer Zellen zeigen unerwartete Parallelen zu Glas. Das berichten Jülicher Forscher mit Kollegen aus München und Leipzig in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Proceedings of the National Academy of Sciences“. Beide Systeme lassen sich mit einem gewissen Kraftaufwand verformen. Wie die Verformung aber aussieht, hängt von der Dauer ab, während der die Kraft wirkt: Fensterglas etwa beginnt bei lang anhaltendem gleichmäßigen Druck langsam zu „fließen“. Wirkt der gleiche Druck aber nur für kurze Zeit, bleibt das Glas stabil. Erst eine sehr viel größere Kraft bewirkt bei kurzer Wirkung eine mechanische Änderung: Das Glas zersplittert dann.

Ähnlich verhalten sich Lösungen des Eiweißes F-Actin, eines Hauptbestandteils des Zellskeletts, wie Lichtstreuungsexperimente und Untersuchungen zur Verformbarkeit zeigten. Auch hier wirkt eine lange wirkende Kraft anders als ein gleich starker kurzzeitiger Einfluss. Das ungewöhnliche Verhalten könnte erklären, warum Zellen große, aber langsam verlaufende Deformationen unbeschadet überstehen. Diese treten beispielsweise auf, wenn sich Zellen des Immunsystems durch Engstellen im Körper zwängen. Erst beim Überschreiten einer bestimmten Deformationsgrenze werden die Zellen dann beschädigt.

Weitere Informationen:


Frühzeitig: Diagnostik bei Schizophrenie

Jeder 100. Mensch weltweit erkrankt mindestens einmal in seinem Leben an Schizophrenie. Hirnforscher des Forschungszentrums Jülich und der Universitäten Düsseldorf und Bonn haben nun eine Möglichkeit gefunden, die Krankheit sehr früh zu diagnostizieren: Mittels Positronen-Emissions-Tomographie können die Forscher einen molekularen Marker im Gehirn nachweisen, den sogenannten Serotonin 5‑HT2A‑Rezeptor. Er zeigt ein erhöhtes Erkrankungsrisiko an ‑ bereits bevor die Schizophrenie ausbricht. Dies ermöglicht erstmals eine psychopharmakologische Behandlung noch vor oder zu Beginn der Erkrankung. Epidemiologische Studien haben gezeigt, dass Patienten, die sehr früh nach Ausbruch der Erkrankung behandelt werden, eine bessere Prognose haben als Patienten mit spätem Therapiebeginn. Ein Teil von ihnen erholt sich vollständig und kann ein ganz normales Leben führen. In Deutschland sind derzeit 800 000 Personen an Schizophrenie erkrankt.

Die Ergebnisse werden veröffentlicht in Psychopharmacology,
Volume 195, Number 4 / Januar 2008.


Schnittbild_470x470_jpgDie Abbildung zeigt Schnittbilder durch das Gehirn eines gesunden Men­schen (rechts) sowie einer Person mit einem hohen Er­krankungsrisiko für Schizo­phrenie (links). Rote und gelbe Farben entsprechen hohen Dichten des Serotonin 5-HT2A-Rezeptors, grüne und blaue Töne zeigen niedrige Werte an. Ein hohes Erkran­kungsrisiko ist durch eine niedrige Konzentration gekennzeichnet (links).
Copyright: Forschungszentrum Jülich


Preiswert: Auszeichnung für Jülicher Forschung

Der Jean-Pierre Noblanc Award des EU-Netzwerkes für Mikroelektronik MEDEA+ geht in diesem Jahr an das Projekt Silonis für seinen innovativen und nachhaltigen Charakter. Wesentliche Teile von Silonis (strained silicon-on-insulator) wurden am Forschungszentrum Jülich von der Arbeitsgruppe von Prof. Siegfried Mantl erforscht. Das Jülicher Herstellungsverfahren für verspanntes Silizium (strained silicon) gilt als Schlüssel für kompakte und schnelle Nanotransistoren.


Aktuelle Termine:

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich.



Pressekontakt

Barbara Schunk
Wissenschaftsjournalistin, Öffentlichkeitsarbeit
Forschungszentrum Jülich
Tel. 02461 61-8031/2388, Fax 02461 61-4666
E-Mail: b.schunk@fz-juelich.de, a.stettien@fz-juelich.de


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