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Kurznachrichten Juli 2008


Teilchenphysik: Tröpfchen nach Maß

Jeder kennt das Phänomen: Wenn ein dünner Wasserstrahl aus dem Hahn kommt, zerfällt er in viele Tröpfchen, bevor er in der Spüle an­kommt. Der gleiche Effekt wird für den Tintenstrahldrucker ebenso genutzt wie für die Teilchenphysik, wo Forscher ihn nun perfektioniert haben. Wie sie im Fachmagazin „Physical Review Letters“ berich­teten, erzeugen sie regelmäßige Tröpfchen aus flüssigem Wasser­stoff oder Stickstoff mit einem Radius von rund 10 Mikrometern (einem Hundert­tausendstel Meter). Dazu nutzen sie neben einer vibrier­en­den Düse erstmals eine gasgefüllte Kammer, in die die Flüssigkeit zunächst gespritzt wird und deren Druck und Temperatur den Tröpfchenradius bestimmt. Die maßgeschneiderten Tröpfchen dien­en anschließend als Zielscheibe für hochenergetische Strahlen in Teilchen­be­schleunigern und werden Pellets genannt. „Unser Auf­bau produziert Pellets von absolut gleicher Größe und in regel­mäßigen Abständen, so wie sie bei Experimenten mit Teilchen­beschleunigern wie FAIR oder Höchst­lei­stungs­lasern benötigt werden“, sagt Dr. Markus Büscher vom Jülicher Institut für Kern­physik.


Halbleiter: Silizium unter Spannung

Kleiner, schneller, sparsamer - die Anforderungen an moderne elektronische Geräte sind enorm. Ein neues Halbleitermaterial aus Jülich soll es ermöglichen, die Anforderungen unter einen Hut zu bringen: verspanntes Silizium. "Durch mechanische Verspannung weitet sich das Kristallgitter des Siliziums und verbessert dabei seine elektronischen Eigenschaften", erklärt Prof. Siegfried Mantl vom Jülicher Institut für Bio- und Nanosysteme. Die Ladungsträger können sich dadurch schneller durch das Transistorgebiet bewegen, die mögliche Schaltfrequenz steigt und der Energieverbrauch sinkt. Im nun abgeschlossenen Verbundprojekt TeSIN haben das For­schungs­zentrum Jülich und Industriepartner (AMD, Siltronic, Aixtron, Qimonda) gezeigt, dass die guten Eigenschaften des verspannten Siliziums in Laborwafern auch in industriellen Kleinserien beibehalten werden. Im Nachfolgeprojekt DECISIF wollen die Partner nun industrienahe Wafer von 300 Millimetern Größe aus verspanntem Silizium herstellen und darauf neuartige Transistoren testen.

Hintergrund:


Indonesien: Der Duft, der in den Bäumen sitzt

Er steckt in Körpercremes, Parfums oder traditioneller chinesischer Medizin: der orientalisch anmutende, süßlich riechende Duft des Adlerholzes. Weltweit steigt die Nachfrage der Parfum- und Duft­industrie nach Adlerholz, dessen Preis pro Kilo inzwischen bei 10 000 Dollar liegt. Jülicher Wissenschaftler erforschen in einem jetzt bewilligten Projekt die Bedingungen für einen nachhaltigen, land­wirtschaftlichen Anbau von Adlerholz in Indonesien. Gewonnen wird das Holz von einer tropischen Baumart, die bei Pilzbefall als Abwehr­reaktion ein weihrauchähnliches, duftendes Harz bildet, das das Holz durchtränkt. Durch den unkontrollierten Einschlag im Urwald hat sich die Baumart so dezimiert, dass sie inzwischen unter das Washing­toner Artenschutzabkommen fällt. Waldbewirtschaftung könnte die Lage entspannen. Aber auf dem Weltmarkt wird bis jetzt vor allem das illegal geschlagene weil angeblich höherwertige Adler­holz nachgefragt. "Deshalb analysieren wir auch, ob land­wirt­schaft­lich angebautes Adlerholz sich wirklich von dem sich un­beeinflusst im Urwald entwickelten Adlerholz unterscheidet", sagt Dr. Claudio Cerboncini.

Homepage: Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre


China 1: Jülicher untersuchen ökologische Auswirkungen des Drei-Schluchten-Damms

Die Errichtung des riesigen Drei-Schluchten-Staudamms in China verändert die Ökosysteme am Yangtze wesentlich. Deutsche und chinesische Forscher verfolgen vor Ort die Veränderungen seit einigen Jahren. Während der Veranstaltungsreihe des Auswärtigen Amtes „Deutschland und China – gemeinsam in Bewegung“ in der chinesischen Metropole Chongqing wurden die gemeinsamen Forschungsgebiete vorgestellt: Ablagerung von Sedimenten und Schadstoffen, Beeinflussung der Gewässerqualität, Überlebens­strategien der Uferpflanzen, Gefahr von Hang­rutschungen und Errichtung eines Frühwarnsystems sowie Auswirkungen des Stadt­wachstums auf Atmosphäre und Trinkwasser. „Mit den ersten Ergebnissen rechnen wir im kommenden Jahr“, sagt Dr. Günter Subklew vom Forschungs­zentrum Jülich, der das „Yangtze-Projekt“ leitet und die Zusammenarbeit von mehr als 30 deutschen und chinesischen Forschungszentren, Universitäten und Behörden organisiert.

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Die Teilnehmer der wissenschaftlichen Vorlesungsreihe im Rahmen von „Deutschland und China – Gemeinsam in Bewegung. Im Hintergrund ist die Halle des Volkes in Chongqing sehen.
Foto: Chongqing Universität, (1. Reihe: 2.v.r.: Prof. LUO Guyuan (Chongqing Universität), 3.v.r.: Herr ZHOU Xu (Generaldirktor Chongqing Kommission für Forschung und Technologie), 4.v.r.: Herr XING Jijun (Leiter Europa-Referat, Ministerium für Forschung und Technologie),5.v.r.: Dr. Günter Subklew (Forschungszentrum Jülich), 6.v.r.: Prof. ZHOU Wei (Staaatliche Drei-Schluchten-Kommission), 7.v.r. (leicht erhöht): Konsul Kruppa (Deutsches Generalkonsulat Chengdu), 8.v.r.: Herr Hase-Bergen (Leiter Außenstelle Peking, Deutscher Akademischer Austauschdienst)


China 2: Gemeinsam gegen Naturgefahren

Tsunamis, Sturmfluten und Erbeben: Bei Naturkatastrophen dieses Ausmaßes kommt es darauf an, schnell die richtigen Entscheidungen auf Basis der relevanten Daten zu treffen. Deutsches Know-how ist bei der Datennahme weltweit gefragt. Forscher aus China und Deutschland haben nun beim gemeinsamen Workshop „Advanced technologies of remote sensing and its application in under­standing earth processes“ in Peking erörtert, wie man die Zu­sammen­arbeit auf dem Gebiet weiter ausbauen kann. Ziel könnte es sein, in China ein Frühwarn- und Koordinierungszentrum einzu­richten. Aber nicht nur im akuten Notfall sind die Daten aus der Fernerkundung interessant. Sie können auch langfristige Hinweise auf Hangrutschen oder mög­liche Stürmschäden geben. „Und mit den kontinuierlich erhobenen Daten ließen sich natürlich auch Projekte zur nachhaltigen Land-, Meeres-, und Küstennutzung steuern“, erklärt Dr. Günter Subklew vom Forschungszentrum Jülich. Um die entsprechenden wissen­schaftlichen Aktivitäten zu koordinieren, soll Ende des Jahres ein chinesisch-deutscher Workshop stattfinden.


Polen: Jülicher mit Merentibus-Medaille geehrt

Die Jagellonische Universität Krakau verlieh in diesem Jahr die Merentibus-Medaille an Prof. Hartmut Machner vom Jülicher Institut für Kernphysik. Machner erhielt die Auszeichnung für seine Ver­dienste um die Ausbildung und die 25jährige fruchtbare Zusam­menarbeit anlässlich der Feierstunde zum 600jährigen Bestehen der Universität Krakau. Er ist seit 1976 für das Forschungszentrum Jülich tätig. Am Teilchenbeschleuniger COSY untersuchte er die Eigenschaften der Mesonen, einer Elementarteilchenart. Der gebürtige Recklinghäuser promovierte an der Universität Bonn, war Professor in Bremen und Johannesburg und ist heute Professor in Duisburg-Essen. Er war ab 1993 Organisator der Fachkonferenz MESON und schrieb ein Lehrbuch über Elementarteilchenphysik.

2008-07-09-Merentibus_Machner_1672_470x470_jpgDer Rektor der Jagellonischen Universität Krakau, Karol Musiol (li.) verleiht die Merentibus-Medaille an Prof. Hartmut Machner vom Forschungszentrum Jülich.
Copyright: Anna Wojnar, Jagellonian University


Helmholtz-Humboldt-Preis: Im Doppelpack

Gleich zwei Preisträger des Helmholtz-Humboldt-Preises werden in diesem Jahr ihren Forschungsaufenthalt in Jülich verbringen. Prof. Roberto Bassi, Universita degli Studi di Verona (Italien), und Prof. Shigemasa Suga von der Osaka University (Japan) wurden für ihre bisherigen Leistungen in der Forschung ausgezeichnet. Preisträger Bassi untersucht nun die Biochemie von Pflanzen am Jülicher Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre gemeinsam mit Prof. Ulrich Schurr, Dr. Shizue Matsubara und Prof. Karl-Erich Jäger. Prof. Suga forscht im Bereich der Spektroskopie hochkorrelierter Elektronen­systeme am Jülicher Institut für Festkörperforschung gemeinsam mit der Arbeitsgruppe von Prof. Claus M. Schneider. Für den Helmholtz-Humboldt-Forschungspreis können Wissenschaftler aus allen Ländern vorgeschlagen werden, deren grundlegende Entdeckungen, neue Theorien oder Erkenntnisse das eigene Fachgebiet auch über das engere Arbeitsgebiet hinaus nachhaltig geprägt haben und von denen auch in der Zukunft weitere wissenschaftliche Spitzen­leis­tungen erwartet werden können.

Homepages:


Hintergrund: Helmholtz-Humboldt-Forschungspreis


Aktuelle Termine:

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Sommerschule Hadronenphysik

11. - 15. August, Physikzentrum Bad Honnef

Diplomanden und Doktoranden wird ein interessantes Programm rund um die Themen der Elementarteilchen- und Beschleuniger­physik geboten. Vorlesungen am Morgen und Arbeitsgruppen am Nachmittag ermögliche es den jungen Forschern, tief in das Themengebiet einzusteigen.

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Laborkurs Neutronenstreuung

1. - 12. September, Forschungszentrum Jülich/ FRM II Garching

Neutronen erlauben Materialforschern wichtige Einblicke. Wie man Neutronen effektiv einsetzt, lernen Studenten in theoretischen Unterricht und praktischen Übungen.

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Jahrestagung des Forschungsverbunds Sonnenenergie

29. - 30. September, Berlin

Unter dem Titel Energieeffizientes und solares Bauen zeigt die Tagung das Neueste zu Wärmedämmung, Lüftungstechnik, Lichttechnik, solarer Wärmeerzeugung und Klimatisierung sowie deren systemtechnisches Zusammenspiel in leistungsfähigen Gesamtkonzepten. Mit intelligenter Kommunikations- und Infor­mationstechnik werden die Gebäude in die bestehenden Netze für Strom und Wärme integriert. So können Gebäude, Dörfer und Städte zu Bausteinen einer dezentralen Stromversorgung werden, die den Strom- und Wärmemarkt in Deutschland vollständig verändern wird.

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Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
Telefon: Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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