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Kurznachrichten September 2008


Fördergelder: 3,2 Millionen Euro für Halbleiterforschung

Das Jülicher Forscherteam um Prof. Siegfried Mantl freut sich über die Genehmigung seines neuen Verbundprojektes DECISIF. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligte 1,6 Millionen Euro, wovon 271.000 Euro von der Firma Siltronic finanziert werden. Hinzu kommt eine Wafer-Reinigungsanlage im Wert von weiteren 1,6 Millionen Euro, die die Firma Aixtron beschaffen wird.

DECISIF schlägt die Brücke von der Grundlagenforschung mit so genanntem verspannten Silizium hin zu anwendungsnaher Technik. Die Forscher wollen das neue Material auf industriekompatible 300-Millimeter-Wafer aufbringen und darauf neuartige Transistoren testen. Dank der besonderen elektronischen Eigenschaften, die durch das gestreckte Kristallgitter im verspannten Silizium entstehen, erzielt man eine höhere Schaltfrequenz bei geringerem Energie­verbrauch. Damit öffnet sich der Weg zu leistungsfähigeren und dabei immer kleineren Transistoren. Zum Einsatz kämen diese optimierten Bauelemente dann beispielsweise in energiesparenden mobilen Geräten wie Notebooks oder Mobiltelefonen. Im Vorgängerprojekt TeSIN gelang es Jülicher Forschern und ihren Industriepartnern bereits im Frühjahr, qualitativ hochwertiges verspanntes Silizium auf 200-Millimeter-Wafern herzustellen. Auf dieses Verfahren besitzen die Jülicher Forscher bereits seit einem Jahr ein Patent.


sep08_str_silizium_jpgTransmissionselektronenmikroskopie-aufnahme eines Wafers mit verspanntem Silizium aufgetragen auf Siliziumdioxid. Die Vergrößerung zeigt die Grenzfläche zwischen dem amorphen Oxid und dem einkristallinen verspanntem Silizium. Die Beweglichkeit der Elektronen ist in diesem Material doppelt so groß wie in konventionellem Silizium.
Copyright: Forschungszentrum Jülich


John von Neumann-Exzellenzprojekt: Bausteine des Lebens

Prof. Dominik Marx von der Ruhr-Universität Bochum und sein Projekt zur Erforschung der Bausteine des Lebens erhielten die Auszeichnung zum „John von Neumann-Exzellenzprojekt 2008“. Marx wird auf dem schnellsten deutschen Supercomputer JUGENE des Forschungszentrums Jülich Simulationen durchführen, die zu wichtigen neuen Einsichten in die Entstehung des Lebens auf der Erde führen könnten. Als virtuelles Labor ermöglicht JUGENE die Simulation verschiedener chemischer Vorgänge, die aufgrund ihrer exotischen Reaktionsbedingungen in einem realen Labor nur sehr schwer bis unmöglich durchzuführen wären. So erfordert beispiels­weise die Bildung von Peptiden als Vorformen organischer Stoffe hohe Temperatur und großen Druck – Simulationen erlauben hier einfachen Einblick, wo Experimente sehr aufwändig wären. Aufgrund ausgezeichneter Vorarbeiten, der hohen Bedeutung der zu erwar­tenden Erkenntnisse und der Qualität der eingesetzten Methoden erreichte Marx die Auszeichnung seines Projektes. Mit dem Prädikat ist eine Zuteilung von weiterer Rechenzeit verbunden. Das John von Neumann-Institut für Computing verteilte in diesem Jahr die Reche­nzeit der Jülicher Supercomputer auf insgesamt 140 Projekte.


sep08_marx.jpg_jpgProf. Marx von der Ruhr-Universität Bochum überzeugte mit seinem Forschungsprojekt, das der Entstehung ersten Lebens auf der Erde auf den Grund gehen soll. Dem Projekt wurde vom John von Neumann-Institut für Computing ein besonders hoher Anteil an Rechenzeit am Jülicher Super­computer JUGENE zugeteilt.
Copyright: Forschungszentrum Jülich


Biotechnologie: Jülicher Forscher erhält Auszeichnung

Der Jülicher Forscher Prof. Hermann Sahm wurde am 2. September im Rahmen des „4th International Congress on Biocatalysis“ in Hamburg mit dem Biocat Award 2008 für sein Lebenswerk aus­gezeichnet. Der Preis wird seit 2004 mit Unterstützung der Deut­schen Bundesstiftung Umwelt verliehen. Er steht für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Biokatalyse und ist eine der wichtigs­ten Auszeichnungen auf dem Gebiet der Biotechnologie. Prof. Sahm war von 1977 bis zu seiner Pensionierung im letzten Jahr Leiter des Jülicher Instituts für Biotechnologie 1. Zusammen mit seinem Team verbesserte er die mikrobielle Produktion von Aminosäuren, die für Mensch und Tier lebenswichtig sind. Unter anderem gelang es den Forschern, durch die gezielte Stammverbesserung eines Bakteriums die Produktion der Aminosäuren L-Lysin und L-Serin wesentlich zu steigern. L-Lysin verbessert den Nährwert von Futtermitteln. L-Serin ist ein wertvoller Wirkstoff in der Medizin, der zum Beispiel für die Herstellung von Infusionslösungen benötigt wird.

sep08_sahm_biocat_jpgProf. Hermann Sahm erhielt den Biocat Award 2008 für sein Lebenswerk.
Copyright: biocat2008


IT und Quantenphysik: Doktorand gewinnt Präsentationspreis

Der Jülicher Doktorand Alexander Thiess hat für die überzeugende Präsentation seiner Arbeitsergebnisse auf der europäischen Konfe­renz für Oberflächenphysik ECOSS 2008 in Liverpool einen Preis erhalten. Zusammen mit Kollegen aus dem Forschungszentrum Jülich und der Universität Hamburg hat er ein Modell entwickelt, das Vorhersagen über die Entstehung von atomaren Ketten aus Über­gangsmetallen in so genannten Break Junctions ermöglicht. Solche Ketten werden experimentell erzeugt, um Quantentransportvorgänge zu untersuchen und damit grundlegende Erkenntnisse für die Zukunft der Informationstechnologie zu gewinnen. Das neue Modell erklärt eine Vielzahl experimenteller Beobachtungen und ermöglicht Prognosen, aus welchen Materialien und in welcher Länge solche Ketten herstellbar sind. Nachzulesen ist das in der Augustausgabe der renommierten Fachzeitschrift Nano Letters.

sep08_junctions_jpgDas Jülicher Modell der Entstehung von Break Junctions erklärt wichtige Eigenschaften von möglichen zukünftigen IT-Bauteilen. Wenn die atomare Kette auseinandergezogen wird (Mitte), bestehen zwei Möglichkeiten: Ein Atom rückt aus einer der beiden Spitzen nach und die Kette entspannt sich (oben) oder die Kette reißt (unten).
Copyright: Forschungszentrum Jülich


Festkörperforschung: Helmholtz-Humboldt-Preisträger zu Gast

Das Forschungszentrum Jülich begrüßte im August erneut einen ausgezeichneten japanischen Gastwissenschaftler: Prof. Shigemasa Suga von der Universität Osaka, Japan, hat einen Helmholtz-Humboldt-Forschungspreis 2008 erhalten und wird im Rahmen dieser Auszeichnung sechs Monate in Deutschland forschen. Gemeinsam mit Kollegen des Jülicher Instituts für Festkörper­forschung und mehrerer deutscher Universitäten wird er unter anderem magnetische Strukturen in Festkörpern studieren. Solche Strukturen finden beispielsweise als magnetische Datenspeicher in der Informationstechnologie Anwendung. Suga nutzt in Jülich spe­zielle Ausrüstung, die es ermöglicht, winzige magnetische Bereiche in Materialien sichtbar zu machen, so genannte Domänen. Von besonderem Wert für seine Forschung sind ein wissenschaftliches Instrument, das das Jülicher Competence Centre for Synchrotron Science (JCCSS) am Berliner Speicherring „BESSY“ betreibt, sowie in Jülich ein Rastertunnelmikroskop mit Spinanalysemöglichkeit und ein Photoelektronenemissionsmikroskop.


sep08_stm_036_jpgBei seinem Forschungsaufenthalt in Jülich wird der Helmholtz-Humboldt-Forschungspreisträger Prof. Shigemasa Suga die hervorragende wissenschaftliche Infrastruktur für Experimente an magnetischen Strukturen nutzen, die Grundlage für kompakte Datenspeicher sein könnten.
Copyright: Forschungszentrum Jülich


Spintronik: Neue Laborgeräte "brennen" Nanostrukturen

Zur Erforschung von Materialien und Konzepten für die Informationstechnologie von morgen betreibt das Jülicher Institut für Festkörperforschung seit kurzem ein neuartiges Labor. Das so genannte Nanospintronics Cluster Tool im Wert von rund drei Millionen Euro vereint zahlreiche Hightech-Forschungsinstrumente in sich und macht neuartige Experimente möglich. „Damit steht am Forschungszentrum Jülich eine in der Gerätekombination weltweit einzigartige Anlage zur Verfügung. Sie kann kleinste Strukturen im Nanometerbereich für Nanoelektronik und Spintronik erzeugen und charakterisieren, ohne dass die Proben aus dem Ultrahochvakuum entnommen werden müssten“, freut sich Prof. Claus M. Schneider, Direktor am Jülicher Institut für Festkörperforschung und „Herr des Geräts“. „Eine integrierte fokussierte Ionenstrahlquelle dient zum Herausschneiden winzigster Strukturen. Damit sollen kleinste Bauelemente erzeugt werden, die sich durch spinpolarisierte Ströme schalten lassen.“ Die Forscher verfolgen damit neue Strategien für eine weitere Verkleinerung von Speichermedien und Logikbausteinen in der Informationstechnologie.

Jülicher Institut für Festkörperforschung/Elektronische Eigenschaften


sep08_stm_019_jpgEs ist etwa drei Tonnen schwer, besteht überwiegend aus Edelstahl und reicht über zwei Stockwerke. So riesig das Nanospintronics Cluster Tool am Jülicher Institut für Festkörperforschung auch anmutet, so winzig sind doch die (Nano-)Strukturen, zu deren Herstellung und Untersuchung es dient. Von links das Team: Dr. Frank Matthes, PD Dr. Daniel Bürgler, Prof. Shigemasa Suga, Prof. Claus M. Schneider.
Copyright: Forschungszentrum Jülich


Aktuelle Termine:

Auf dieser Seite finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Viel Lärm um das Nichts:

Vortrag "Neues von der dunklen Seite des Universums"

19. September, 14.00 Uhr, Großer Hörsaal des Forschungszentrums

Aus jüngsten Forschungsergebnissen geht hervor, dass das Universum größtenteils aus Materie- und Energieformen besteht, die von der gewöhnlichen Materie sehr verschieden sind, die sogenannte Dunkle Materie und die Dunkle Energie. Die Ergebnisse dieser neuen Beobachtungsprogramme und auch die theoretischen Modelle, die zu diesem Weltbild geführt haben, werden in dem Vortrag vorgestellt und kritisch diskutiert.


Kick-Off Meeting des Juelich Center for Hadron Physics (JCHP)

22. September, 14.00 Uhr, Forschungszentrum Jülich

Als Festredner wird Prof. Prof. H. Fritzsch (München) über "Quantenchromodynamik" sprechen.

JCHP ist das Kompetenzzentrum für Hadronenphysik innerhalb der Helmholtz-Gemeinschaft. Es bündelt und koordiniert die Hadronenphysik innerhalb des Forschungszentrums und der Helmholtz-Gemeinschaft sowie mit externen Partnern. Diese Aktivitäten sind ein wesentlicher Beitrag zum Antiprotonen-programm an der 1,2 Milliarden Euro teuren Teilchen-beschleunigeranlage FAIR in Darmstadt.



Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
Telefon: Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


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