Suche

zur Hauptseite

Navigation und Service


Kurznachrichten Dezember 2008


Nanowelten: Wie gut sehen Elektronenmikroskope?

Dank neuster Technik sehen Elektronenmikroskope mittlerweile nicht nur Atome selber, sondern verfolgen auch deren winzige Positionsänderungen im Kristallgitter. Allerdings müssen experimentelle Methoden den neuen Möglichkeiten angepasst werden, etwa die Bestimmung der Auflösung des Instruments. In ihrer neusten Veröffentlichung im Fachblatt "Physical Review Letters" haben die Jülicher Forscher Juri Barthel und Andreas Thust aufgezeigt, dass die alte Faustregel zur Bestimmung der Auflösung aus den 1970er-Jahren im mittlerweile zugänglichen Auflösungsbereich nicht mehr verlässlich ist. Die nun vorgestellte Jülicher Methode nutzt die Eigenschaften der aberrationskorrigierten Elektronenoptik und wird Herstellern und Nutzern von Elektronenmikroskopen helfen, einen besseren Blick in die Nanowelt zu werfen.


Bionik und Pflanzen: Zwei neue Graduiertenkollegs

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft bewilligte nun zwei Graduiertenkollegs mit Jülicher Beteiligung: Am Verbundprojekt "Bionik – Interaktionen über Grenzflächen zur Außenwelt" beteiligen sich Prof. Andreas Offenhäuser und Herbert Bousack vom Jülicher Institut für Bio- und Nanosysteme. Zusammen mit Partnern aus den Universitäten in Bonn und Aachen wird die Übertragung biologischer Phänomene in den technischen Bereich untersucht. Hierbei konzentrieren sich die Mitglieder des Graduiertenkollegs auf die biologische Interaktion über Grenzflächen wie Haut und Sinnesorgane zu ihrer Umwelt. Ob Hafteigenschaften, Infrarotsehen oder optische Orientierung: Vorbilder aus der Natur sollen erforscht und in technische Systeme umgesetzt werden. Im internationalen Graduiertenkolleg "The Dynamic Response of Plants to A Changing Environment" untersuchen Dr. Heike Schneider und Dr. Achim Walter vom Jülicher Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre gemeinsam mit Kollegen der Universität Düsseldorf, wie Pflanzen sich an wechselnde Umweltbedingungen anpassen.
Weitere Besonderheit des Kollegs ist ein neuartiges bilaterales Qualifizierungskonzept für Doktoranden, das mit der Michigan State University erarbeitet wurde. Die10 interdisziplinären Projekte behandeln Themen von der Bioinformatik über die Molekular- und Membranbiologie bis zur Physiologie der Ganzpflanze.

  • Pressemitteilung der DFG
  • Pressemitteilung der Universität Bonn


Computerprojekt: Bakterienbewegungen simulieren

Simulationen biologischer Systeme stoßen schnell an ihre Grenzen: Sie sind entweder nicht realistisch genug oder benötigen zu lange Rechenzeiten. Gesucht werden neue konzeptionelle Ansätze, die diese Probleme lösen. Ein gemeinsames Projekt des Forschungszentrums Jülich und der Technischen Universität Berlin in diesem Bereich wird deshalb von der Volkswagen-Stiftung mit 428.600 Euro gefördert. Prof. Gerhard Gompper und Prof. Roland Winkler vom Jülicher Institut für Festkörperforschung und Prof. Holger Stark vom Berliner Institut für Theoretische Physik wollen die komplexe Fortbewegung von Mikroorganismen im Detail beschreiben und simulieren. Erstes Forschungsprojekt wird der "Propellerantrieb" des Bakteriums Escherichia coli sein, das sich mittels helixförmiger Geißeln fortbewegt.


Erste Helmholtz-Russia Joint Research Group in Jülich

Mit 450.000 Euro wird die erste in Jülich angesiedelte Helmholtz-Russia Joint Research Group in den kommenden drei Jahren vom Impuls- und Vernetzungsfond der Helmholtz-Gemeinschaft und der "Russian Foundation for Basic Research" gefördert. Die Forschung ist eng gekoppelt an die Arbeiten des Jülicher Instituts für Kernphysik, die im Rahmen des FAIR-Projekts für den Bau des Hochenergie-Speicherrings (HESR) für Antiprotonen in Darmstadt erbracht werden. Die Wissenschaftler der Research Group, die aus Jülich, dem Budker Institut für Kernphysik aus Novosibirsk, der TU Dortmund und dem Vereinigten Institut für Kernforschung Dubna kommen, wollen unter anderem das Verfahren der Elektronenkühlung im Megaelektronenvolt-Bereich entwickeln, einer wesentlichen Technik zum Betrieb von Teilchenbeschleunigern. Die Helmholtz-Russia Joint Research Group wird gemeinschaftlich von Dr. V.B. Reva vom Budker Institut Novosibirsk und von Prof. Jürgen Dietrich vom Forschungszentrum Jülich geleitet.

Homepage des Jülicher Instituts für Kernphysik


Gesucht: Zierpflanzen, die mit wenig Wasser auskommen

Von Zierpflanzen, die wenig Wasser brauchen, könnten viele profitieren. Der Konsument hätte weniger Pflegeaufwand, Erzeuger und Handel sparten Ressourcen und fänden neue Absatzmärkte. Auch der Umwelt würde ein sparsamerer Wasserverbrauch zu Gute kommen. Trockenstress-Toleranz nennt man diese Eigenschaft, die ein wichtiges Kriterium ist, ob eine Pflanzenlinie überhaupt wirtschaftlich gezüchtet werden kann. Welche Pflanzen dafür in Frage kommen, erforschen Wissenschaftler in Jülich und Geisenheim nun im Rahmen eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium und von Zierpflanzen-Züchtungsbetrieben finanzierten Verbundprojektes. Die Forscher wollen für die Züchtungsbetriebe ein Schnelltestverfahren entwickeln, mit dem die Trockenstress-Toleranz von Zierpflanzen zuverlässig ermittelt werden kann. "Besonders vielversprechend ist dabei die nichtinvasive Methode mit Magnetresonanztomographen, die wir hier in Jülich anwenden. Das Verhalten der Pflanzen kann bei Wasserentzug studiert werden, ohne dass wir sie für die Analyse zerstören müssen", sagt Projektleiterin Dr. Heike Schneider vom Jülicher Institut für Chemie und Dynamik der Geosphäre.

In der Pflanzenexperimentieranlage PhyTec können zukünftig auftretende Umweltbedingungen simuliert werden.

Phytec_10_klein_470x470_JPGIn der Pflanzenexperimentieranlage PhyTec können zukünftig auftretende Umweltbedingungen simuliert werden. Inwieweit können sich Pflanzen zum Beispiel an Trockenheit anpassen?

Homepage des Instituts für Chemie und Dynamik der Geosphäre


Nuklearchemie: Royal Society of Chemistry ehrt Jülicher Forscher

Die Royal Society of Chemistry verleiht die Becquerel-Medaille 2008 an den Jülicher Forscher Prof. Syed M. Qaim. Er erhielt die prestigeträchtige Auszeichnung für seine wegweisenden nuklearchemischen Forschungsarbeiten sowie für die innovativen Entwicklungen zur Produktion neuerer medizinisch relevanter Radionuklide an Teilchenbeschleunigern. In der Laudatio wurde auch sein Beitrag zur außergewöhnlichen Vielfalt des Bereichs Nuklearchemie im Forschungszentrum Jülich hervorgehoben, der sich auszeichnet durch Nachwuchsförderung, Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, Koordinierung internationaler Programme bei der OECD und der IAEA sowie die Herausgabe von Fachzeitschriften. Prof. Qaim hat zuletzt im August 2008 die internationale Hevesy-Medaille der Internationalen Gesellschaft für Aktivierungsanalyse erhalten.


Verleihung_Becquerel-Medaille_in_Loughborough_jpgVerleihung der Becquerel-Medaille in Loughborough, England (von links): Dr. T. Gingell, Vorstandsmitglied der Fachgruppe Radiochemie, Prof. Peter Warwick, Laudator, Preisträger Prof. Syed M. Qaim und Dr. David Wilkinson, Vorstandsvorsitzender der Fachgruppe Radiochemie der Royal Society of Chemistry, London


Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www2.fz-juelich.de/ Termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:


Winterschule: Simulationen von Molekülen

2. – 6. März 2009, Forschungszentrum Jülich

Die Simulation von Molekülen verspricht in den Bereichen Biologie, Chemie und Physik neue Erkenntnisse. Der Computer kann Details und Zeitskalen abdecken, die in Experimenten nur schwer zu verwirklichen sind. Die Winterschule am Jülich Supercomputing Centre stellt den Stand der Technik vor und stellt für junge Wissenschaftler den idealen Einstieg in das Thema dar.

Mehr Informationen


Ferienschule: Vom GMR-Effekt zum Quantencomputer

9. - 20. März 2009, Forschungszentrum Jülich

Mit dem GMR-Effekt legte Nobelpreisträger Peter Grünberg die Grundlagen zum Forschungsfeld Spintronik. Die Spins der Elektronen vergrößern in heutigen Festplatten den Speicherplatz; in zukünftigen Quantencomputern könnten sie die Datenverarbeitung beschleunigen. Die Jülicher Ferienschule bietet einen fundierten Einstieg in die zugrundeliegenden Phänomene. Studenten der Naturwissenschaften lernen Magnetismus und weitere Spineffekte von ihren Grundlagen bis zu den modernsten Ergebnissen kennen.

Mehr Informationen



Pressekontakt

Kosta Schinarakis
Wissenschaftsjournalist, Unternehmenskommunikation
Forschungszentrum Jülich
Telefon: Tel. 02461 61-4771
E-Mail: k.schinarakis@fz-juelich.de


Servicemenü

Homepage