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Kurznachrichten August 2010

Forscher analysieren die Katastrophe von Duisburg

Wissenschaftler der Bergischen Universität Wuppertal haben in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich ein neues Forschungsprojekt gestartet. Ziel: Nach dem Unglück bei der Loveparade in Duisburg auf andere Großveranstaltungen übertragbare Erkenntnisse zu gewinnen, um Risiken besser abschätzen zu können, Genehmigungsverfahren und Abläufe zu verbessern und damit zur Vermeidung von Katastrophen beizutragen.

In den kommenden Monaten wollen die Forscher Film- und Fotomaterial der Veranstaltung analysieren und bitten daher um die Unterstützung der Teilnehmer der Loveparade. Über ein Webportal können Fotos und Videos hochgeladen und für die wissenschaftliche Analyse zur Verfügung gestellt werden.

Ein Aspekt der naturwissenschaftlichen Aufarbeitung der Duisburger Ereignisse ist die detaillierte Fußgängersimulation. Die aus Fotos und Videos gewonnenen Daten dienen dabei als Basis, um die Fußgängermengen in der Simulation realistisch abzubilden. Die Analyse könnte helfen, in Zukunft früher und gezielter in Menschenströme einzugreifen und Katastrophen wie die in Duisburg zu verhindern.


Studie zu CCS jetzt als Buch

Mit Carbon Capture and Storage (CCS) bezeichnen Wissenschaftler die Abtrennung von Kohlendioxid aus Kraftwerken mit fossilen Brennstoffen und die anschließende Lagerung des CO2 in unterirdischen Gesteinsschichten. Innovationen bei der Entwicklung von CCS-Technologien sowie die Möglichkeiten, Kohlendioxid zu nutzen und zu recyceln, haben Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich und der RWTH Aachen im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums untersucht. Das Ergebnis ihrer Studie liegt jetzt als Buch vor.

Der weltweite Ausstoß von Kohlendioxid liegt bei rund 29 Milliarden Tonnen pro Jahr. Etwa 40 Prozent der Emissionen stammen aus Kraftwerken. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass an einem ökologisch und ökonomisch gleichermaßen sinnvollen Verfahren der CO2-Abscheidung in Kraftwerken noch weiter geforscht werden muss. Denn bestehende Konzepte erfordern einen beträchtlichen Energieaufwand und sind kostspielig. Die Forscher sehen noch erhebliche Potenziale, um den Wirkungsgrad zu steigern und die Kosten zu reduzieren. Eine vielversprechende Alternative ist nach ihrer Einschätzung der Einsatz neuartiger Membranen. An solchen Membranen wird in der Helmholtz-Allianz MEM-BRAIN geforscht, die das Forschungszentrum Jülich koordiniert.

Die Wissenschaftler aus Jülich und Aachen sehen in der Nutzung des abgespaltenen Kohlendioxids als Wertstoff „eine wichtige Option“. Kohlendioxid wird bereits heute von der chemischen Industrie als Grundstoff genutzt; um das auszuweiten, müssten geeignete Katalysatoren erforscht werden. Kohlendioxid, das als Wertstoff genutzt wird, ist damit für eine gewisse Zeit "fixiert". In ihrer Bilanz regen die Forscher dazu an, die Nutzungsmöglichkeiten von CO2 hinsichtlich der Fixierungsdauer und –menge detailliert zu untersuchen und zu bilanzieren. Im Vergleich zu den heutigen CO2-Emissionen seien die möglichen Nutzungsmengen jedoch relativ gering. Eine Nutzung werde daher eine CO2-Speicherung nicht ersetzen.

Die Studie mit dem Titel "Weltweite Innovationen bei der Entwicklung von CCS-Technologien und Möglichkeiten der Nutzung und des Recyclings von CO2" ist über die Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich erhältlich. Weitere Informationen: Dorothé Griesenbrock, zb-publikation@fz-juelich.de.

Weiterführende Informationen zu MEM-BRAIN


Ministerpräsident besucht Neutronenforscher

Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer informierte sich vor Ort über die wissenschaftlichen Experimente am Forschungsreaktor FRM II in Garching. Das Forschungszentrum Jülich betreibt acht Instrumente in seiner Garchinger Außenstelle am Reaktor und wurde durch Vorstandsmitglied Prof. Sebastian M. Schmidt vertreten. Zwei weitere Instrumente aus Jülich sollen 2012 in Betrieb gehen.

"Neutronen sind einzigartige Sonden für die Grundlagenforschung, etwa um neue funktionale Materialien oder biologische Prozesse zu verstehen. Deshalb sind Neutronenquellen wie der FRM II für uns eine zentrale Schüsseltechnologie", sagte Schmidt, der den deutschen Beitrag für die geplante europäische Spallationsquelle in Lund koordiniert. "Gemeinschaftlich mit den Partnern von Helmholtz- Gemeinschaft und TU München entwickeln und betreiben wir führende wissenschaftliche Instrumente und ermöglichen so internationale Spitzenforschung."

Neutronen bilden (zusammen mit Protonen) den Atomkern. Als elektrisch neutrale Teilchen können sie als Sonden tief in massive Proben eindringen. Aufgrund ihrer Größe und Energie liefern sie optimal Informationen über die Position von und die Kräfte zwischen Atomen. Dabei zerstören sie das zu untersuchende Objekt jedoch nicht und differenzieren sehr gut zwischen unterschiedlichen Atomsorten. Dank ihres magnetischen Momentes können auch magnetische Materialien mit ihnen erforscht werden. Die Summe ihrer positiven Eigenschaften macht sie zu einem wertvollen Werkzeug für Chemiker, Biologen, Physiker, Ingenieure, Geologen und Mediziner, oftmals in interdisziplinären Projekten, etwa zu Fragen rund um Proteine, Membranen, Nanoelektronik, Tenside, nanostrukturierte Kunststoffe oder thermoelektrische Materialien.

Bei seinem Besuch an der Neutronenquelle FRM II in Garching besichtigte Ministerpräsident Horst Seehofer (2.v.l.) zusammen mit Vorstangsmitglied Sebastian M. Schmidt (2.v.r.) die Neutronenleiterhalle, in der acht Instrumente des Forschungszentrums Jülich stehen. (v.l.: Dr. Wolfgang Heubisch, Wissenschaftsminister Bayerns, Ministerpräsident Horst Seehofer, TUM-Präsident Prof. Dr. Wolfgang Herrmann, Prof. Dr. Winfried Petry, Wiss. Direktor FRM II, Mitglied des Vorstands im Forschungszentrum Jülich Prof. Dr. Sebastian M. Schmidt und Dr. Klaus Seebach, Verwaltungsdirektor FRM II) Foto: TUM

Weiterführende Informationen zur Jülicher Neutronenforschung


Aktuelle Termine

Auf der Seite http://www2.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Internationales Symposium zu Spin Physics

21. September – 2. Oktober, Forschungszentrum Jülich

Elektronen besitzen einen Eigendrehimpuls – einen sogenannten "Spin", der ein bisschen einem Kreisel ähnelt. Dieser Spin ist eine grundlegende Eigenschaft aller fundamentalen Teilchen. Polarisierte Teilchenstrahlen (mit ausgerichteten Spins) sind in der Forschung wichtig und haben in Kern- und Elementarteilchenphysik zu grundlegenden Erkenntnissen geführt. Die neuesten Forschungsergebnisse werden beim 19. Internationalen Spin Physics-Symposium vom 27. September bis 2. Oktober 2010 im Forschungszentrum Jülich diskutiert.

Mehr Informationen zu Spin2010

Neutronenforschung für die Energieversorgung

26. – 29.September 2010, Gustav-Stresemann-Institut, Bonn

Um die Rolle der Neutronenforschung auf der Suche nach Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft geht es bei der Konferenz "Neutrons for Global Energy Solutions" (NGES) vom 26. bis 29. September in Bonn. Das Forschungszentrum Jülich gehört zu den Organisatoren der Konferenz, bei der Wissenschaftler aus der Neutronenforschung und Vertreter der Energiewirtschaft zusammenkommen.

Mehr Informationen zur Konferenz

Sommerschule rund um die Hochtemperatur-Brennstoffzelle

29. August – 2.September 2010, Thessaloniki, Griechenland

"Introduction to Solid Oxide Fuel Cell Science and Technology" – unter diesem Titel findet in Thessaloniki vom 29. August bis 2. September 2010 die siebte Solid Oxide Fuel Cell (SOFC)-Summer School statt. Die Veranstaltung für Studenten und junge Wissenschaftler wird vom Jülicher Institut für Energieforschung organisiert. Im Zentrum der Summer School steht die Hochtemperatur-Brennstoffzelle. Sie eignet sich wegen der hohen Betriebstemperaturen für Anwendungen im Bereich der dezentralen Energievorsorgung. Auch an einer Anwendung als Bordstromversorgung wird geforscht.

Mehr Informationen zur Veranstaltung

CE-Forum im Forschungszentrum Jülich

12. – 13. Oktober, Forschungszentrum Jülich

Die Kapillarelektrophorese (CE) und verwandte kapillarelektromigrative Trenntechniken werden in der Analytischen Chemie inzwischen häufig genutzt. Eine Vielzahl von Gruppen an Hochschulen und Forschungseinrichtungen, aber auch in Industrie und Behörden nutzen diese Techniken. Die Zentralabteilung für Chemische Analysen (ZCH) am Forschungszentrum Jülich richtet in diesem Jahr das zweite CE-Forum aus. Es bietet eine Plattform, die zu Kooperationen anregt, auf der Forschungsergebnisse diskutiert und sich auch über instrumentelle und technische Probleme ausgetauscht werden kann. Der Anmeldeschluss ist der 31. August 2010.

Mehr Informationen zum CE-Forum



Pressekontakt: Erhard Lachmann, Tel. 02461 61-1841, e.lachmann@fz-juelich.de


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