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Kurznachrichten Dezember 2010

Jülicher Parkinson-Forschung erneut ausgezeichnet

Prof. Peter Tass und Dr. Wassilios Meißner haben für ihre gemeinsamen Studien an parkinsonkranken Affen zum zweiten Mal in Folge den "Rapid Response Innovation Award" bekommen. Der Preis wird von der Michael J. Fox Foundation (MJFF) für Forschungsarbeiten verliehen, die innerhalb von wenigen Jahren zu einer verbesserten Behandlung von Parkinson führen könnten.

Der erste Preis ermöglichte es Peter Tass, Direktor des Jülicher Instituts für Neurowissenschaften und Medizin, und Wassilios Meißner, Affenexperimentator und Neurologe von der Universität Bordeaux, die Coordinated Reset (CR)-Technologie erstmals über Tiefenelektroden beim Affen anzuwenden. Der Mediziner, Physiker und Mathematiker Tass hat die CR-Technologie am Forschungszentrum Jülich entwickelt.
CR steht für einen mathematisch-physikalischen Stimulationsalgorithmus, der schwache Impulse, individuell angepasst, zu verschiedenen Zeiten an krankhaft synchrone Nervenzellverbände schickt und sie so "aus dem Takt" bringt. Der Algorithmus soll in einem Hirnschrittmacher gegen Parkinson zum Einsatz kommen.

Die beim Affen über die Tiefenelektroden erreichten Effekte sind laut Tass noch stärker ausgeprägt als bei den Patienten. "Der Grund ist, dass CR dann optimal wirkt, wenn genügend Stimulationskontakte im Zielgebiet sind", fasst Tass die bisherigen Ergebnisse zusammen. "Beim Affen haben wir eine Elektrode verwendet, bei der zwei bis drei Simulationskontakte im Zielgebiet liegen.

Beim Menschen liegen bei der derzeit verfügbaren Tiefenelektrode nur ein bis zwei Stimulationskontakte im Zielgebiet. Dadurch kann CR seine Wirkung nicht voll entfalten." Das diesjährige Preisgeld wollen Tass und Meißner unter anderem dazu nutzen, die Abhängigkeit der therapeutischen Effekte von der Stimulationsfrequenz besser herauszuarbeiten. Ein weiteres Ziel ist die Entwicklung einer für den CR maßgeschneiderten Tiefenelektrode für den Menschen. Eine Implantatstudie am Menschen soll im kommenden Jahr folgen. Die Michael J. Fox Foundation hat in Aussicht gestellt, diese Studie zu unterstützen.

Weiterführende Informationen zur Jülicher Parkinson-Forschung
Michael J. Fox Foundation for Parkinson's Research

Neuer Beitrag Jülicher Evakuierungs-Forscher

Der Artikel "Generalized Centrifugal Force Model for Pedestrian Dynamics" der beiden Jülicher Wissenschaftler Mohcine Chraibi und Prof. Armin Seyfried und ihres Kollegen Prof. Andreas Schadschneider von der Universität Köln wurde jüngst in den "Research Highlights" der Zeitschrift Nature Physics kommentiert. In dem Artikel für Physical Review E (in Druck) geht es um ein Modell, das die Wissenschaftler entwickelt haben. Mit ihm lässt sich die Bewegungsform der Fußgänger, die sich mit ihrer Gehgeschwindigkeit ändert, exakt beschreiben. Das Modell wurde im Rahmen eines DFG Projektes entwickelt und kommt nun im Verbundprojekt "Hermes" zum Einsatz.

Ziel von "Hermes" ist es, die Sicherheit der Personen bei Großveranstaltungen mit Hilfe eines Evakuierungsassistenten zu verbessern. Das vom Bundesforschungsministerium mit rund 5,4 Millionen Euro geförderte Projekt soll mittels Computermodellen helfen, Menschen im Katastrophenfall zu den besten Fluchtwegen zu leiten sowie Sicherheitspersonal und Rettungskräfte optimal einzusetzen. Bei einem Brand in Fußballstadien, Bahnhöfen oder öffentlichen Gebäuden würde über Sensoren erfasst werden, welche Rettungswege noch zur Verfügung stehen und wie die Menschen im Gebäude verteilt sind. Supercomputer sollen dann sehr schnell eine Stauprognose erstellen, die es den Hilfskräften ermöglicht, bei kritischen Situationen frühzeitig einzugreifen.

arXiv.org: Generalized Centrifugal Force Model for Pedestrian Dynamics
Nature
Weitere Informationen zum DFG-Projekt
Weitere Informationen zu "Hermes"

Prof. Harald Bolt Vorsitzender der European Energy Conference

Prof. Harald Bolt, Vorstandsmitglied des Forschungszentrums Jülich, wurde zum Vorsitzenden der European Energy Conference 2012 ernannt. Die Konferenz findet voraussichtlich im Mai 2012 in Dublin statt. Barcelona war in diesem Jahr Ort der ersten European Energy Conference. Trägerorganisationen sind die European Science Foundation, die European Materials Research Society und die European Physical Society. Ziel der Konferenz ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Energieforschung auf europäischer Ebene zu fördern.

European Energy Research Alliance

Preise für Jülicher Nachwuchsforscher

Justin Lecher, Doktorand am Forschungszentrum Jülich, wurde Ende November mit dem "Young Scientist Award" ausgezeichnet. Der Nachwuchswissenschaftler am Institut für Strukturbiologie und Biophysik – Strukturelle Biochemie erhielt den mit 1500 Euro dotierten Preis von der Düsseldorfer Forschungsschule BioStruct. Neun von insgesamt 17 NRW-Forschungsschulen verleihen den "Young Scientist Award" für herausragende Veröffentlichungen von Studierenden.

Für das Überleben und Wachstum von Mikroorganismen in ihrer natürlichen Umgebung sind effektive Transportsysteme erforderlich, um wichtige Nährstoffe aufzunehmen. Teil dieser Systeme sind Eiweißmoleküle, deren Aufgabe es ist, zwischen den verschiedenen Substanzen in der Umgebung der Zelloberfläche zu unterscheiden. In dem ausgezeichneten Projekt von Justin Lecher konnte er nicht nur die dreidimensionale Struktur eines solchen nährstoffbindenden Moleküls darstellen, sondern auch durch den Vergleich mit der Struktur ähnlicher Selektions- und Transportsysteme die Funktion einzelner "Bauteile" entschlüsseln.

Die Forschungsschulen ermöglichen Studierenden eine strukturierte Promotion in verkürzter Zeit bei international anerkannten Spitzenforschern. Seit 2001 bildeten sieben nordrhein-westfälische Graduiertenschulen Doktoranden aus. Ihre Zahl stieg 2008 mit dem Programm NRW-Forschungsschulen auf 17. Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung fördert die Schulen mit insgesamt 36 Millionen Euro über fünf Jahre.

Ihren mit 3000 Euro dotierten Dissertationspreis verlieh die Gesellschaft der Freunde der Bergischen Universität (GFBU) an den Physiker Dr. Stefan Krieg. Der 32-Jährige ist gegenwärtig als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Jülich Supercomputing Centre (JSC) und an der Uni Wuppertal tätig. Nach Studium und Promotion in Wuppertal hat Krieg unter anderem am Massachusetts Institute of Technology (MIT) geforscht.

Informationen zum Institut für Strukturbiologie und Biophysik
Graduate School BioStruct
NRW-Forschungsschulen
Homepage des JSC

Hohe Auszeichnung für Prof. Ulf-G. Meißner

Prof. Ulf-G. Meißner vom Institut für Kernphysik / Institute for Advanced Simulation des Forschungszentrums Jülich ist neues Mitglied der Academia Europaea. Die Akademie folgte mit der Aufnahme der entsprechenden Empfehlung einer Gutachterkommission.
Die 1988 gegründete Academia Europaea hat zum Ziel, Bildung und Forschung in Europa zu fördern sowie den interdisziplinären und internationalen Austausch in der Wissenschaft zu stärken. Gegenwärtig gehören ihr rund 2300 Wissenschaftler an, darunter sind 38 Nobelpreisträger. Die Mitglieder sind führende Experten aus der Physik, Medizin, Informatik und Mathematik, den Sozial- und Geisteswissenschaften sowie der Wirtschafts- und Rechtswissenschaft.

Weiterführende Informationen zum Jülicher Institut für Kernphysik
Weiterführende Informationen zum Institute for Advanced Simulation
Academia Europaea

Aktuelle Termine

IFF Spring School im Forschungszentrum

14. – 25. Februar 2011, Forschungszentrum Jülich

"Macromolecular Systems in Soft and Living Matters" ist der Titel der nächsten IFF Spring School im Forschungszentrum Jülich. Studenten und Postdocs der Physik, Chemie und Biologie erhalten einen tieferen Einblick in Weiche Materie und Biophysik sowie ihre interdisziplinären Verbindungen.

Mehr Informationen zur IFF Spring School 2011


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