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Kurznachrichten November 2011

JUGENE errechnet Masse leichter Quarks

Wie schwer sind die kleinsten Bausteine des Atomkerns? Einem internationalen Team aus Wissenschaftlern unter Federführung des Forschungszentrums Jülich und der Universität Wuppertal ist es gelungen, diese Frage mit bisher unerreichter Präzision zu beantworten. Mithilfe des Jülicher Supercomputers JUGENE konnten sie erstmals ein Stückchen Kernmaterie unter realistischen physikalischen Bedingungen nachbilden und daraus die Masse der kleinsten Kernbausteine, der sogenannten Quarks, errechnen.
Die Komplexität dieser Rechnung ist begründet in der Natur der sogenannten "starken Kraft": Diese bindet Quarks zu Protonen, Neutronen und schließlich zu Atomkernen und ist damit für den Großteil seiner Masse verantwortlich. Die genaue Kenntnis der Massen der Quarks ist sehr wichtig, denn sie bestimmen, welche Atomkerne stabil sind und welche nicht. Somit entscheiden sie letztendlich auch über die Existenz der Welt, wie wir sie kennen.
Den Wissenschaftlern gelang es nun, die Effekte der starken Kraft präzise zu errechnen und damit die Massen der drei wichtigsten leichtesten Quarks bis auf wenige Prozent genau zu bestimmen. Nun lassen sich diese in die Liste der bekannten Teilchenmassen, etwa der des Elektrons oder der schwereren Quarks, einreihen. Damit ist eine wichtige Grundlage für ein tieferes Verständnis der Massen aller Elementarteilchen geschaffen. Nach deren vermuteter gemeinsamer Ursache, dem Higgs-Teilchen, wird mithilfe des Large Hadron Colliders (LHC) am CERN gesucht.

Publikationen:
Durr, S.; Fodor, Z.; Hoelbling, C.; Katz, S.D.; Krieg, S.; Kurth, T.; Lellouch, L.; Lippert, T.; Szabo, K.K.; Vulvert, G. (2011) Lattice QCD at the physical point: Light quark masses; Physics Letters B, 701 (2011) 2, 265-268
DOI: 10.1016/j.physletb.2011.05.053

Durr, S.; Fodor, Z.; Hoelbling, C.; Katz, S.D.; Krieg, S.; Kurth, T.; Lellouch, L.; Lippert, T.; Szabo, K.K.; Vulvert, G. (2011) Lattice QCD at the physical point: simulation and analysis; Journal of High Energy Physics, 8 (2011) 148
DOI: 10.1007/JHEP08(2011)148

Informationen zum Jülich Supercomputing Centre:
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc

Ritterschlag für Sybille Krummacher

Der französische Bildungsminister Luc Chatel hat Dr. Sybille Krummacher vom Forschungszentrum Jülich zum "Chevalier dans l'Ordre des Palmes academiques" ernannt. Sybille Krummacher, in der Unternehmenstrategie des Forschungszentrums unter anderem für die Regionalbetreuung von Nord-, West- und Südeuropa zuständig, erhält die Auszeichnung in Anerkennung ihrer außerordentlichen Verdienste um die deutsch-französische Zusammenarbeit im Hochschulbereich. Der französische Konsul wird den Orden bei einem Besuch im Forschungszentrum überreichen.
Der "Ordre des Palmes Academiques" gehört zu den höchsten Auszeichnungen Frankreichs für Verdienste um das französische Bildungswesen. Napoléon Bonaparte führte ihn 1808 ein. Der Orden wird in den Stufen Chevalier (Ritter), Officier (Offizier) und Commandeur (Komtur) verliehen und besteht aus einem dem Rang entsprechenden Medaillon, das an einem veilchenblauen Band hängt.

Informationen zur Association des Membres de l'Ordre des Palmes Academiques:
http://www.amopa.asso.fr/

Umwelt-Netzwerk im Mittelmeerraum

Französische und deutsche Wissenschaftler wollen gemeinsam Lösungen zur Anpassung an den globalen Wandel im Mittelmeerraum entwickeln. Dazu unterzeichneten die beiden Forschungsminister Laurent Wauquiez und Annette Schavan eine Vereinbarung. Das französische Forschungskonsortium SICMED vereint so seine Kräfte mit dem deutschen TERENO-MED-Netzwerk, das zum Ziel hat, Effekte des demografischen, ökonomischen und klimatischen Wandels auf mediterrane Wasserressourcen und Ökosysteme langfristig zu untersuchen. Geleitet wird das TERENO-MED-Netzwerk vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich.
In der Zusammenarbeit erweitert die Helmholtz-Gemeinschaft ihre integrierten Langzeit-Umweltobservatorien - TERENO - durch ein Observatoriennetzwerk im Mittelmeerraum zu "TERENO-MED". Auf französischer Seite haben sich eine Reihe von Forschungsinitiativen, die unterschiedliche Aspekte des Umweltraums "Mittelmeer" untersuchen, zum "MISTRALS"-Verbund zusammengeschlossen. Hierzu gehört das Projekt SICMED, welches Landnutzungsänderungen und Effekte auf Ökologie und Wasser beobachtet, ähnlich TERENO-MED. Beide Forschungskonsortien wollen Lösungsstrategien für eine nachhaltige Entwicklung der Mittelmeerregion entwickeln und streben daher eine verstärkte Zusammenarbeit an, bei der die Konzepte, Methoden und Modelle harmonisiert und gemeinsame Untersuchungsstandorte aufgebaut werden sollen. Mittelfristig ist ein umfassendes euro-mediterranes Projekt zu diesem Thema geplant.

Informationen zu den beteiligten Einrichtungen:
TERENO:
http://www.tereno.net
http://www.ufz.de/index.php?de=21439

TERENO-MED:
http://mistrals.insu.cnrs.fr/spip/documents/colloque_2011_malte/presentations/Krueger_malte2011.pdf

SICMED:
http://www.sicmed.net/

Informationen zum Jülicher Institut für Agrosphäre:
http://www2.fz-juelich.de/icg/icg-4/index.php?index=2

Der Drei-Schluchten-Damm und seine Folgen

"Processes in the Yangtze River System - Experiences and Perspectives": Unter diesem Titel veranstalten das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen gemeinsam einen Workshop. Am 28. und 29. November diskutieren dabei in Aachen die chinesischen und deutschen Partner des Forschungsverbunds "Yangtze-HYDRO" den aktuellen Stand ihrer bisherigen gemeinsamen Arbeiten und blicken auf zukünftige Projekte. Hintergrund: Seit dem Jahr 2002 besteht ein intensiver Kontakt zwischen dem Forschungszentrum Jülich und chinesischen Wissenschaftspartnern, der im Laufe der Jahre zu einem chinesisch-deutschen Verbund erweitert wurde. In seinem Rahmen erforschen Wissenschaftler beider Länder ökologische Folgen und wissenschaftlich-technische Erkenntnisse aus dem Bau des Drei-Schluchten-Staudamms am Yangtze. Die Ziele sind dabei, aus gemeinsamen Untersuchungen vor Ort weitere Kenntnisse zu erarbeiten und daraus Hinweise zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der neu geschaffenen Ökosysteme abzuleiten. Innerhalb der Kooperation gibt es auf deutscher Seite gegenwärtig fünf Vorhaben zu geowissenschaftlichen Themen (Yangtze-GEO) und fünf Vorhaben zu wasserwirtschaftlichen Fragestellungen (Yangtze-HYDRO), die alle vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert werden.
Das Forschungszentrum Jülich koordiniert diese deutsch-chinesische Zusammenarbeit und ist wesentlicher Organisator des diesjährigen Workshops. Darüber hinaus leistet das Forschungszentrum wissenschaftliche Beiträge zu den Themen Chemie und Physik von Chemikalien in der Umwelt durch das Institut für Agrosphäre und die Zentralabteilung für Chemische Analysen.

Informationen zum Yangtse-Projekt:
http://www.yangtze-project.de/

Informationen zum Workshop:
http://www.yangtze-project.de/workshop2011/

Informationen zum Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/UeberUns/InstituteEinrichtungen/Institute/InstitutBioGeowissenschaften/_node.html

Informationen zum Jülicher Institut für Agrosphäre:
http://www2.fz-juelich.de/icg/icg-4/index.php?index=2

Informationen zur Zentralabteilung für Chemische Analysen:
http://www.fz-juelich.de/zch/DE/Home/home_node.html

Humboldt-Stipendiatin in der Werkstoffforschung

Ein Gast aus Japan arbeitet seit Oktober mit einem Humboldt-Forschungsstipendium in Jülich: Prof. Wakako Araki, die an der Saitama University in Japan Maschinenbau lehrt, gehört gegenwärtig zur Arbeitsgruppe Keramik von Dr. Jürgen Malzbender in der Abteilung Werkstoffmechanik von Prof. Tilmann Beck am Institut für Energie- und Klimaforschung. Dort erforscht sie keramische Werkstoffe für Membranen, die zukünftig Kohlendioxid aus den Abgasen konventioneller Kraftwerke abscheiden können. Die japanische Wissenschaftlerin, die in ihrer Heimat bereits mit dem "Young Engineer's Award" ausgezeichnet wurde, bleibt bis März 2012 in Jülich.

Informationen zur Jülicher Arbeitsgruppe Keramische Werkstoffe:
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-2/DE/Forschung/Werkstoffmechanik/Themen/Keramik/Keramik_Themen_node.html

Jülicher Pflanzenforschung präsentiert sich in Indien

Indien und die Bundesrepublik Deutschland feiern 60 Jahre diplomatische Beziehungen. Dazu gehört die "Mobile Space Metro Tour", mit der sich Deutschland ab Dezember in indischen Metropolen präsentiert. Im Pavillon des Bundesforschungsministeriums ist an den Stationen Delhi, Kalkutta und Bangalore auch ein Exponat aus dem Forschungszentrum zu sehen: Die Jülicher Pflanzenforscher stellen im Zeichen der Bioökonomie am Stand der Helmholtz-Gemeinschaft ihre Phenotypisierungsanlage vor.
Unter Phänotypisierung versteht man die quantitative Analyse pflanzlicher Strukturen und Funktionen. Das "Jülich Plant Phenotyping Centre" (JPPC) nimmt auf diesem Gebiet international eine führende Rolle ein. Zu seinen Stärken gehört unter anderem die Ausstattung zur Untersuchung von Pflanzen, ohne diese zu zerstören, und die Kompetenz in der Entwicklung neuartiger Messverfahren.
Im nächsten Jahr soll in Delhi ein "Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus" eröffnet werden. Um für eine deutsch-indische Zusammenarbeit auf den Gebieten Pflanzenforschung und Bioökonomie gerüstet zu sein, wollen die RWTH Aachen und das Forschungszentrum dort ein gemeinsames Büro eröffnen.

Informationen zum Jülich Plant Phenotyping Centre:
http://www2.fz-juelich.de/icg/icg-3/Phaenotypisierung

Informationen zur "Mobile Space Metro Tour":
http://www.germany-and-india.com/

Neue Experimente in der Fusionsforschung

"PMIF - Workshop on Plasma-Material Interaction Facilities for Fusion Research": So lautete der Titel der Tagung, zu der rund 40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt ins Forschungszentrum Jülich kamen. Wesentliches Thema des unter dem Dach der Internationalen Energie-Agentur (IEA) veranstalteten Workshops waren neue Anlagen zur Fusionsforschung, die gegenwärtig in den USA, Russland, Südkorea, Japan, Spanien, Belgien, den Niederlanden und in Jülich geplant und gebaut werden. Ziel der Forscher ist die arbeitsteilige und koordinierte Untersuchung radioaktiver und toxischer Wandelemente unter Bedingungen, wie sie später in realen Fusionskraftwerken anzutreffen sein werden.
Bereits jetzt denken Forscher an Reaktoren und Kraftwerke nach ITER - einem Fusionsexperiment, das in internationaler Zusammenarbeit zurzeit in Südfrankreich gebaut wird und nach dem Jahr 2020 mindestens 500 Megawatt erzeugen soll. Die Post-ITER-Ära wird für die hoch beanspruchten Materialien der Brennkammerwand durch zwei ganz wesentliche und vor allem vollkommen neue Randbedingungen gekennzeichnet sein: Dauerbetrieb rund um die Uhr und eine durch permanenten Neutronenbeschuss hervorgerufene Aktivierung des Materials. Die dadurch bedingten Veränderungen seiner Eigenschaften können mit den heutigen Experimentieranlagen - den sogenannten Tokamaks - und selbst mit ITER nur sehr eingeschränkt untersucht werden.
Deshalb diskutiert man zurzeit weltweit den Bau neuer Einrichtungen, die auf einem anderen Konzept beruhen: Es sind sogenannte lineare Plasmaanlagen, die kontinuierlich betrieben werden und die die Plasmarandschicht eines späteren Fusionskraftwerks lokal simulieren können.

Weitere Informationen zu PMIF 2011:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Meldungen/IEK/IEK-4/DE/meldung_2011-09-18_pmif.html

Informationen zum Jülicher Institut für Plasmaphysik:
http://www.fz-juelich.de/fusion

Jülicher Forscher auf der "Biotechnica"

Die Entwicklung biotechnologischer Verfahren zur Herstellung von Pharma- und Chemieprodukten ist das übergreifende Ziel der biotechnologischen Institute im Forschungszentrum Jülich. Auf der diesjährigen "Biotechnica" im Oktober in Hannover stellten die Forscher ihre Arbeit vor.
Die Mikro- und Molekularbiologen, Biochemiker, Chemiker, Ingenieure, Mathematiker und Informatiker arbeiten daran, die Stoffwechselleistung in Mikroorganismen und Pflanzen besser zu verstehen und gezielt zu verändern. Ihr Ziel ist es, Nahrungsmittel, Chemikalien, Pharmazeutika, Materialien und biologische Energieträger auf Basis pflanzlicher und mikrobieller Prozesse bzw. Prinzipien nachhaltig herzustellen.
Mit ihren Forschungen sind die Jülicher Biotechnologen seit kurzem Teil des Bioeconomy Science Center (BioSC), das Jülich gemeinsam mit den Hochschulen in Aachen, Bonn und Düsseldorf aufbaut. Ziel des BioSC ist es, die Rolle von Mikroorganismen und Pflanzen für die Sicherung der Rohstoffbasis und der Welternährung neu zu definieren und damit die Herstellung innovativer biobasierter Produkte und Energiegewinnung zu gewährleisten.

Mehr zur Jülicher Biotechnologie-Forschung:
http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-1/DE/Home/home_node.htm

Weitere Informationen zum BioSC:
http://www.biosc.de/

Aktuelle Termine:
Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

WDR 5 liest im Forschungszentrum

18. November, Forschungszentrum Jülich
"WDR 5 liest vor" macht in diesem Jahr wieder Station im Forschungszentrum Jülich. Am Freitag, 18. November, liest um 12 Uhr Detlef Dickmann in der Zentralbibliothek aus "Eine kleine Geschichte von fast allem" von Bill Bryson.

Informationen zu "WDR 5 liest vor":
http://www.wdr5.de/kultur-literatur/wdr-5-liest-vor

Nächstes Forum "Technik, Wirtschaft, Ethik"

24. November. Mai, 18-20 Uhr, Auditorium der FH Beim nächsten Diskussionsforum "Technik, Wirtschaft, Ethik" der KSG Jülich und der Fachhochschule Aachen, Campus Jülich steht das Thema "Tierische Gesundheitsforschung - Wann sind Tierversuche erlaubt?" im Mittelpunkt. Gesprächspartner ist unter anderem aus Jülich Prof. Hans Peter Peters vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin - Ethik in den Neurowissenschaften des Forschungszentrums.

Mehr Informationen unter:
http://www.ksgjuelich.de/programm/semesterprogramm/more-knowhow/forum-technik-wirtschaft-ethik/

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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