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Kurznachrichten August 2012

Wenn Aerosole altern

Natürliche und anthropogene Stoffe, die in die Atmosphäre gelangen, reagieren miteinander und bilden kleine und kleinste Partikel, die sogenannten Arerosole. Dabei spielt die Reaktion mit Hydroxylradikalen (OH-Radikalen) eine wichtige Rolle. Das OH-Radikal, das "Waschmittel der Atmosphäre", ist das wichtigste Oxidationsmittel, und seine Konzentration bestimmt ihre Selbstreinigungskraft. Ein internationales Forscherteam unter Jülicher Beteiligung hat nun herausgefunden, dass die Reaktion mit OH-Radikalen Aerosole biogenen Ursprungs zusätzlich "altern" lässt. Die Folge: es werden mehr Aerosole gebildet, die Atmosphäre also stärker belastet. Die Ergebnisse wurden jetzt in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht.
An dem Projekt unter Leitung von Prof. Neil Donahue von der Carnegie Mellon University in Pittsburgh waren Forscher aus Schweden, Dänemark, der Schweiz und Deutschland beteiligt. Das Experiment wurde an vier Atmosphären-Simulationskammern durchgeführt; im Forschungszentrum Jülich kam SAPHIR zum Einsatz, als größte Kammer des Experimentes und als einzige ausgestattet, um OH-Radikale direkt zu messen. Die Wissenschaftler untersuchten die Bildung von Aerosolen aus alpha-Pinen, einem Gas, das unter anderem Kiefern ausströmen. Dafür musste alpha-Pinen mit Ozon und den OH-Radikalen reagieren, Oxidantien, deren Konzentration in der Atmosphäre durch anthropogene Aktivitäten beeinflusst wird. Aus den gewonnenen Daten erstellten die Forscher ein Computermodell. Das zeigt, wie sehr anthropogene Einflüsse die Atmosphärenchemie verändern und zu einer stärkeren Belastung auch mit natürlichen Aerosolen führen. Die neuen Erkenntnisse sollen nun zu genaueren Vorhersagen von Luftqualität und Klima genutzt werden.

Link zur Originalpublikation:
http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1115186109

Informationen zum Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung - Troposphäre:
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-8/DE/Home/home_node.html

Mini-Hubschrauber beobachtet Nutzpflanzen im Feld

Für die Analyse von Freilandnutzpflanzen kann das Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenforschung (IBG-2), zukünftig auf eine Drohne zurückgreifen. Der Falcon-8, ein unbemannter Hubschrauber mit acht Rotoren, ist 85 mal 72 Zentimeter groß und wiegt inklusive Kamera 1.800 Gramm. Andreas Burkart, Doktorand am Institut, wird den Mini-Hubschrauber im Wechsel mit verschiedenen Messinstrumenten versehen, um das Verhalten von Pflanzen in Zuchtgärten zu vermessen.
Mit verschiedenen Kamerasystemen, wie zum Beispiel Wärmekameras und hochauflösenden spektralen Sensoren, erforscht Burkart auf diese Weise aus der Luft verschiedene Nutzpflanzen und ihre Reaktion auf verschiedene Umwelt-bedingungen. Insbesondere die Luftaufnahmen ermöglichen eine Analyse der dynamischen Reaktionen von Pflanzen auf Stress oder eine geänderte Bewirtschaftungsweise.
"Auf diese Weise können wir bestimmen, wie verschiedene Nutzpflanzen mit Umweltbedingungen zurecht kommen und wie man Pflanzen und Bewirtschaftungsbedingungen besser aufeinander abstimmen kann", sagt Burkart. Ziel ist es, den Pflanzenzüchtern eine neue Methode an die Hand zu geben, mit deren Hilfe sie Nutzpflanzen im Feld beobachten können, um diejenigen auszuwählen, die optimal an bestimmte Umweltbedingungen angepasst sind.
Sobald die Fluggenehmigung vorliegt, wird Burkart den Mini-Hubschrauber über den gemeinsam vom Forschungszentrum und der Universität Bonn betriebenen Testfeldern auf dem Campus Klein-Altendorf starten lassen. Bis dahin kommt eine kleineres Fluggerät zum Einsatz.

Informationen zur Jülicher Pflanzenforschung:
http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-2/DE/Home/home_node.html

Prof. Wolfgang Wiechert neues Mitglied von acatech

Prof. Wolfgang Wiechert, Leiter des Bereichs Systembiotechnologie am Institut für Bio- und Geowissenschaften des Forschungszentrums Jülich, ist neues Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech). Die Akademie würdigt mit der Wahl herausragende wissenschaftliche Leistungen und lädt die Experten ein, ihre Kompetenzen in die Beratung von Politik und Gesellschaft einzubringen. Wiechert, der auch Professor für Computational Systems Biotechnology an der RWTH Aachen ist, wird im acatech-Themennetzwerk "Biotechnologie und Bioökonomie" mitwirken. Der Wissenschaftler ist bereits Sprecher der Fachgruppe "Systembiologie und Synthetische Biologie" der DECHEMA, der Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie.
Die Akademie acatech, die mittlerweile 380 Mitglieder zählt, vertritt nach eigenem Bekunden die deutschen Technikwissenschaften im In- und Ausland und berät Politik und Gesellschaft in technikwissenschaftlichen und technologiepolitischen Zukunftsfragen. Darüber hinaus will acatech den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft unterstützen und den technikwissenschaftlichen Nachwuchs fördern. Zu den Mitgliedern der Akademie zählen herausragende Wissenschaftler aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

Pressemitteilung von acatech:
http://www.acatech.de/de/aktuelles-presse/presseinformationen-news/news-detail/artikel/verstaerkung-fuer-acatech-dreizehn-neue-mitglieder-in-die-deutsche-akademie-der-technikwissenschaft.html

Informationen zum Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften - Biotechnologie (IBG-1):
http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-1/DE/Home/home_node.html

NRW zeichnet Elektronenmikroskop PICO aus

Für "PICO: das stärkste Elektronenmikroskop der Welt" hat die Jülich Aachen Research Alliance JARA von der internationalen Marketingkampagne "Germany at its best: Nordrhein-Westfalen" eine Auszeichnung in der Kategorie Wissenschaft erhalten. Mit der Kampagne wirbt das Land Nordrhein-Westfalen seit Mitte 2011 mit Bestleistungen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Sport für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
PICO (Advanced Picometre Resolution Project) wurde im Februar 2012 im Ernst Ruska-Centrum im Forschungszentrum Jülich eingeweiht. Das Elektronenmikroskop erreicht eine Rekordauflösung von 50 Milliardstel Millimetern und ermöglicht Anwendern aus Wissenschaft und Industrie, atomare Strukturen in größtmöglicher Genauigkeit zu untersuchen und Fortschritte in Bereichen wie der Energieforschung oder den Informationstechnologien zu erzielen. Wissenschaftler benötigen möglichst präzise Einblicke in die Welt der Atome und die dort ablaufenden Prozesse, um gezielt eingreifen zu können und so zum Beispiel neue Materialien zu entwickeln. Mit PICO können die Wissenschaftler nun bis zur physikalischen Grenze der Optik in den Nanokosmos vorstoßen.
Das Elektronenmikroskop ist darüber hinaus eines von derzeit weltweit zwei Geräten, die einen in der Elektronenoptik bislang unvermeidlichen Linsenfehler - die chromatische Aberration - korrigieren können. Dadurch verbessert sich neben der Auflösung auch die Genauigkeit, mit der sich Atomabstände und Atomverschiebungen messen lassen, von fünf Pikometern auf lediglich einen Pikometer.

PICO bei "Germany at its best":
http://www.germanyatitsbest.de/de/best_performances/regions/?r=6&d=138

Informationen zum Ernst Ruska-Centrum:
http://www.er-c.org/centre/centre.htm

Informationen zu JARA:
http://www.jara.org/

"Schule (er)lebt Forschung" in Niederaußem

Im Rahmen einer Feierstunde im Kraftwerk Niederaußem präsentierten das Schülerlabor des Forschungszentrums Jülich JuLab sowie Schülerinnen und Schüler der Anne-Frank-Gesamtschule Düren-Mariaweiler ihr Projekt "CO2-Umwandlung durch Mikroorganismen". NRW-Forschungsministerin Svenja Schulze zeichnete das Informationszentrum des "Innovationszentrums Kohle" in Niederaußem als "Ort des Fortschritts" aus.
Schule und Schülerlabor arbeiten seit 2009 in dem Projekt "Schule (er)lebt Forschung" zusammen. Ziel ist es, Schülerinnen und Schülern in Biologie-Kursen der Jahrgangsstufe 11 anhand regelmäßiger Lernübungen im Labor die Freude an naturwissenschaftlichen Fächern zu vermitteln. In dem Projekt werden aktuelle Forschungsthemen mit verbindlichen Unterrichtsinhalten verknüpft. Damit wird eine enge Verzahnung von Schule und Spitzenforschung erreicht. "Das Projekt läuft gut", so die Zwischenbilanz von Karl Sobotta, der das Schülerlabor leitet. "Nach der Pilotphase wollen wir diese Art der Zusammenarbeit auf mehrere Schulen erweitern."

Informationen zu JuLab:
http://www.fz-juelich.de/julab/DE/Home/home_node.html

Energielabor Rhein-Kreis Neuss eröffnet

Der erste Bauabschnitt ist abgeschlossen: Das Energielabor des Rhein-Kreises Neuss wurde jetzt offiziell eröffnet. Das Projekt, an dem auch das Forschungszentrum Jülich beteiligt ist, soll Möglichkeiten energieeffizienten Bauens aufzeigen. Neben Jülich und dem Rhein-Kreis Neuss sind das Berufskolleg für Technik und Informatik Neuss-Hammfeld sowie die Kreishandwerkerschaft Niederrhein Partner des 760.000-Euro-Vorhabens.
Kompetenz in der Planung und fachlich geschultes Handwerk sind notwendig, um am Bau Maßnahmen zur Energieeinsparung und damit zum Klimaschutz umzusetzen. Das Energielabor hat die Aufgabe, Azubis, Handwerkern, Planern und Bauherren zu zeigen, wie Energie in Gebäuden effizient genutzt werden kann.
Im ersten Bauabschnitt fertig gestellt wurde jetzt das sogenannte Experimentiergebäude - das Herzstück des Energielabors. Austauschbare Fassaden-Elemente und die im Forschungszentrum Jülich konzipierte Technik ermöglichen unterschiedlichste energietechnische Messungen und Simulationen. "Mit unserem Know-how in der Elektronikentwicklung und Messtechnik konnten wir helfen, die entsprechende Infrastruktur aufzubauen, speziell die Messteuerung, Regelungstechnik sowie Datenerfassung des Energielabors", sagte Dr. Stefan van Waasen, Leiter des Jülicher Zentralinstituts für Elektronik. Nach der Eröffnung wird der Jülicher Beitrag sein, die entsprechenden Programme bei Bedarf zu erweitern.
Das Energielabor wird in zwei noch folgenden Bauabschnitten ausgebaut. Hier sollen dann in fünf weiteren garagengroßen Gebäuden unter anderem unterschiedliche Dämmstandards im Wand-, Boden- und Dachaufbau demonstriert werden.

Informationen zum Jülicher Zentralinstitut für Elektronik:
http://www.fz-juelich.de/zel/DE/Home/home_node.html

Mediathek

"Forschen in Jülich" als Tablet-Magazin

Im Appstore steht die neue Ausgabe des Tablet-Magazins "Forschen in Jülich" kostenlos zur Verfügung. Titelthema ist der "Zeppelin NT auf Mission" - eine Einführung in das europäische Klimaforschungs-Projekt PEGASOS. Weitere Themen sind neue Therapiemethoden gegen Parkinson, Epilepsie oder Tinnitus, das neue Jülicher Zyklotron für Medizin und Forschung sowie die Rechenkunst des Quantencomputers. Auch neue Materialien, um Abwärme zu nutzen und Energie zu sparen, werden vorgestellt. "Forschen in Jülich" erscheint viermal im Jahr.

Appstore und Android market:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Mediathek/Apps/_node.html

Neuer Film zu PEGASOS

Um die EU-Kampagne PEGASOS geht es in einem neuen Filmbeitrag des Forschungszentrums Jülich. Wissenschaftler unter Jülicher Federführung untersuchen dabei die Luftqualität im europäischen Luftraum. Dafür benutzen sie einen eigens für die Atmosphärenforschung umgebauten Zeppelin NT. Die Ergebnisse sollen die Basis liefern für EU-weite Maßnahmen zum Klimaschutz.

Der Film in der Mediathek:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Videos/PORTAL/DE/klima/12-07-11pegasos.html

Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Informationstag Berufsausbildung

Am diesjährigen Berufsinformationstag des Forschungszentrums öffnen die Ausbildungsstätten zwischen 10 und 16 Uhr Ihre Türen. Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer können sich in dieser Zeit über das vielfältige Jülicher Ausbildungsangebot informieren. Das Forschungszentrum bietet im kommenden Jahr 115 Ausbildungsstellen in 23 Berufen an.

Weitere Informationen
https://www.fz-juelich.de/ausbildung

Tagung der Arbeitsgemeinschaft Radiochemie/Radiopharmazie

4. - 6. Oktober, Bad Honnef
Im Mittelpunkt der 20. Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Radiochemie/Radiopharmazie stehen Forschungsbeiträge zur Herstellung radioaktiver Arzneimittel im Klinikbetrieb. Eine Industrieausstellung informiert über neue Entwicklungen im Bereich der Radiopharmakaentwicklung und -produktion sowie anderer verwandter Themen.

Weitere Informationen
https://www.congressa.de/agradiopharmazie2012/

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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