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Kurznachrichten März 2012

Software soll bei Alzheimer-Diagnostik und -Therapie helfen

Die Früherkennung von Alzheimer zu verbessern und die Wirksamkeit neuer Medikamente gegen die Demenz zu bewerten: das ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts von Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf (HZDR). Im Zentrum steht die Validierung des neuen Biomarkers [Fluor-18]Flubatine, der an Nikotinrezeptoren im Gehirn bindet. Der Zusammenhang zwischen einer Verminderung der Nikotinrezeptordichte und der Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Alzheimer-Demenz wird dabei genutzt. In Positronenemissionstomografie (PET)-Untersuchungen werden die Rezeptoren durch den schwach radioaktiven Biomarker sichtbar; ihre Messung kann helfen, eine Alzheimer-Demenz früh zu diagnostizieren oder den Verlauf einer Therapie zu kontrollieren.
Während die Forscher des HZDR unter Leitung von Prof. Peter Brust die Eigenschaften des Biomarkers noch genauer untersuchen, arbeiten Jülicher Wissenschaftler um Dr. Gudrun Wagenknecht parallel an einer Software, welche die Signale des Biomarkers weitgehend untersucherunabhängig und daher objektiv bewerten soll. Dazu kombinieren die Forscher die Daten aus den PET-Untersuchungen mit kernspintomografischen (MRT) Bilddaten zur Struktur des Gehirns. Mit diesen Bilddaten berechnen sie klar definierte dreidimensionale Zielstrukturen, um in diesen die Veränderungen der Rezeptordichte exakt zu messen.
Die Helmholtz-Gemeinschaft hat das Projekt, an dem auch die Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin der Universität Leipzig und mit ABX GmbH Radeberg ein Industriepartner beteiligt sind, als zukunftsweisend ausgewählt. Sie fördert es daher in den kommenden zwei Jahren mit rund 700.000 Euro aus ihrem Validierungsfonds, der helfen soll, eine Idee schneller zur Marktreife zu führen.

Weitere Informationen:
Forschungszentrum Jülich, Zentralinstitut für Elektronik, Bereich Sensorik und Signalverarbeitungssysteme, Multimodale Bildverarbeitung:
http://www.fz-juelich.de/zel/DE/Forschung/Signalverarb_Systeme/MultimodaleBildverarbeitung/MultimodaleBildverarbeitung_node.html

Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf, Institut für Radiopharmazie, Abteilung Neuroradiopharmaka:
http://www.hzdr.de/db/Cms?pNid=2055

Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft:
http://www.helmholtz.de/aktuelles/presseinformationen/artikel/artikeldetail/technologietransfer_helmholtz_foerdert_neue_validierungsvorhaben/

Startschuss für Pflanzen-Phänotypisierungs-Netzwerk

Das Europäische Pflanzen-Phänotypisierungs-Netzwerk (EPPN) geht offiziell an den Start. In dem Netzwerk bündeln 14 Partner aus Europa, Israel und Australien ihre Aktivitäten im Bereich der Pflanzenphänotypisierung. Die EU fördert das Infrastrukturprojekt, das vom Jülicher Institut für Pflanzenwissenschaften koordiniert wird, mit 5,5 Millionen Euro.
Phänotypisierung ist ein aufkommender Wissenschaftszweig, der sich mit der Quantifizierung von Pflanzenmerkmalen beschäftigt. Bei Pflanzen sind dabei Merkmale, die Erträge oder Widerstandsfähigkeit gegen ungünstige Umweltbedingungen beeinflussen, von besonderem Interesse für Grundlagenforschung und Züchtung. Molekulare Methoden reichen nicht aus, um die Ausprägung dieser Merkmale zu verstehen, da der Phänotyp einer Pflanze das Ergebnis einer komplexen Wechselwirkung zwischen Pflanze und Umwelt darstellt. „Das quantitative Erfassen von Pflanzenphänotypen ist gegenwärtig der limitierende Faktor der genetischen und physiologischen Analyse in der Pflanzenbiologie und Züchtung“, so Prof. Ulrich Schurr, Leiter des Jülicher Instituts für Pflanzenwissenschaften.
EPPN soll nun neue Technologien etablieren und sie in bestehende Plattformen zur Phänotypisierung integrieren sowie grundlegende Standards für Experimente und Informationstechnologie setzen. Ein Grundstein des Netzwerks ist die Möglichkeit eines grenzüberschreitenden Zugangs zu den EPPN-Einrichtungen für eine breite Nutzergruppe aus Europa. Das Netzwerk wird mit unterschiedlichen Veranstaltungen wie Symposien oder Workshops über die Zugangsmöglichkeit zu den EPPN-Einrichtungen informieren und eine breite Diskussion zwischen Nutzergruppen, Technologieentwicklern und Phänotypisierungsexperten fördern.

Informationen zu EPPN:
http://www.plant-phenotyping-network.eu

Informationen zur Jülicher Pflanzenforschung:
http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-2/

Auszeichnung für Sabine Becker

Dr. habil. J. Sabine Becker wurde jüngst in Tucson mit dem „Thermo Fisher Scientific Award in Plasma Spectrochemistry“ ausgezeichnet. Die Wissenschaftlerin des Forschungszentrums Jülich erhielt den Preis in Anerkennung ihrer grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet der Plasma-Massenspektrometrie über mehr als drei Jahrzehnte.
Sabine Becker forscht in Jülich an einer neuartigen und leistungsfähigen Zukunftstechnologie für die Demenzforschung: In dem von ihr geleiteten „BrainMet“-Labor (Bioimaging of Metals in Brain and Metallomics, gegründet im Jahre 2009) können Wissenschaftler genau analysieren, wie sich Metalle in Schnitten von Gehirngewebe verteilen. Diese neuartigen bildgebenden Analysentechniken kombinieren sie mit Untersuchungen zur Bindung von Metallen an Biomoleküle, der sogenannten Metallomics. Hintergrund: Kupfer- und Zinkionen verbinden sich im Gewebe des Gehirns mit bestimmten Proteinen zu nicht löslichen Metalloproteinen. Diese wiederum führen dazu, dass sich beispielsweise Alzheimer-Plaques bilden.
Im BrainMet-Labor kommt die sogenannte Laserablations-ICP-Massenspektrometrie zum Einsatz. Hierbei wird eine dünne Gewebeprobe mit einem Laserstrahl Zeile für Zeile gescannt und das verdampfte Material mit einem Massenspektrometer auf Metalle ortsaufgelöst analysiert. Zusätzlich erhalten die Forscher auch Verteilungsbilder ausgewählter Nichtmetalle im Gewebe. Die quantitativen Elementverteilungsbilder lassen sich mit den bildgebenden Verfahren der Neurowissenschaftler erfolgreich kombinieren.

Informationen zu BrainMet:
http://www.brainmet.de

Helmholtz-Professur für Peter H. Dederichs

Prof. Peter H. Dederichs vom Peter Grünberg Institut des Forschungszentrums Jülich ist neuer Inhaber einer Helmholtz-Professur. Die Professur sei Ausdruck der besonderen Wertschätzung der wissenschaftlichen Arbeit des Geehrten, so Prof. Achim Bachem, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums, bei der Verleihung. Nach Peter Grünberg und Siegfried Mantl ist Dederichs der dritte Jülicher Wissenschaftler, der mit einer Helmholtz-Professur geehrt wurde.
Peter H. Dederichs studierte an der RWTH Aachen Physik und wurde 1965 promoviert. Seit 1971 forscht er am Forschungszentrum Jülich, auch nach seiner Pensionierung 2004. Der Physiker gehört in Deutschland zu den Pionieren der Festkörperforschung und gilt als Experte für die Theorie der Festkörperphysik. Insgesamt hat der Wissenschaftler 340 wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht, davon 67 seit seiner Pensionierung. Von 2004 bis 2011 war Dederichs Chairman des europäischen Netzwerkes „Psi-k“ für ab-initio-Rechnungen, das jährlich mehr als 20 Workshops, Tutorien und Sommerschulen in allen Ländern Europas organisiert.
Helmholtz-Professuren wurden 2007 als besondere Auszeichnung für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit außergewöhnlicher Schaffenskraft und internationaler Reputation eingerichtet. Dieses Förderinstrument der Helmholtz-Gemeinschaft ermöglicht es, ausgezeichnete Wissenschaftler nach dem Erreichen des Rentenalters zunächst für weitere drei Jahre als Leiter von Arbeitsgruppen an einem Helmholtz-Zentrum zu halten. Damit soll auch verhindert werden, dass ältere Spitzenforscher aus Deutschland abwandern. Die Helmholtz-Professuren sind grundsätzlich auf drei Jahre befristet und können nur in Ausnahmefällen verlängert werden.

Informationen zum Peter Grünberg Institut -Theoretische Nanoelektronik:
http://www.fz-juelich.de/pgi/pgi-2/DE/Forschung/ElektronischeEigenschaften/artikel.html

Informationen zu „Psi-k“:
www.psi-k.org/

Neue Supercomputing-Kooperation in den USA

Das Forschungszentrum Jülich hat einen Kooperationsvertrag mit dem Argonne National Laboratory (ANL) in Illinois in den USA abgeschlossen. Vorstandsmitglied Prof. Sebastian M. Schmidt und Prof. Thomas Lippert vom Jülich Supercomputing Centre (JSC) vereinbarten mit den amerikanischen Partnern, gemeinsam nach Wegen zum Exascale-Computing zu suchen. Auch ein Austausch- und ein gemeinsames Nachwuchsprogramm sind geplant.
Zum Auftakt der neuen Vortragsreihe „Jülich Lectures“ sprach im Februar Stephen S. Pawlowski, Senior Fellow and General Manager, Datacenter and Connected Systems Pathfinding, Intel, über die großen technologischen Herausforderungen und langfristigen Strategien zur Entwicklung von Superrechnern der nächsten Generation. Die schnellsten heutigen Superrechner zählen mit rund einer Billiarde Rechenoperationen pro Sekunde zu den Petascale-Systemen. Exascale-Systeme werden rund tausendmal schneller als heutige Supercomputer sein. Um eine solche Leistung zu erreichen, müssen unter anderem viele Millionen Prozessorkerne synchronisiert und neue Speichertechnologien entwickelt werden. Die Verlässlichkeit der Komponenten muss garantiert sein; eine ganz entscheidende Rolle spielt auch die Verringerung des Energieverbrauchs.

Informationen zum Jülicher Supercomputing Centre:
http://www.fz-juelich.de/ias/jsc/DE/Home/home_node.html

Informationen zu den „Jülich Lectures“ mit Stephen S. Pawlowski:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/UK/DE/2012/12-02-13ExascaleLecture.html

Praktikant aus dem Irak im Forschungszentrum

Ameer Kamil Baqir Al-Hilo aus dem Irak hospitierte einige Wochen lang am Zentralinstitut für Technologie (ZAT) des Forschungszentrums Jülich. Möglich wurde dieser Deutschlandaufenthalt über die Initiative „Irak-Horizonte 2015 – Heute säen, morgen ernten“, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut gemeinsam ins Leben gerufen haben. Ziel des Projektes ist es, die wirtschaftlichen Beziehungen und den kulturellen Austausch zwischen Deutschland und dem Irak zu stärken.
Der 28-Jährige aus der Stadt Hilla in der Nähe des antiken Babylons war einer von 15 Irakerinnen und Irakern, die im Rahmen des Projekts Anfang Januar nach Deutschland kamen. Nach einem gemeinsamen vierwöchigen Sprachkurs am Goethe-Institut in Schwäbisch Hall ging es für alle Teilnehmer in Forschungseinrichtungen und Unternehmen in ganz Deutschland.
Al-Hilo studierte Maschinenbau an der Al-Nahrain Universität in Bagdad und beschäftigte sich schon im Irak viel mit erneuerbaren Energien. Beeindruckt zeigte er sich von der Forschung in Deutschland auf diesem Gebiet: „Hier gibt es eigentlich keine Rohstoffe, und bald auch keine Kernenergie mehr, und trotzdem gehört Deutschland zu den Ländern mit der besten Energieforschung, gerade auch für erneuerbare Energien.“ Im ZAT arbeitete Al-Hilo an Projekten der Energieforschung und Simulationstechnik mit.

Informationen zum Projekt „Irak-Horizonte 2015“:
http://www.iraq-horizons.com/

Deutsch-indischer Workshop zur Klimaforschung

Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich organisierten gemeinsam mit dem Indian Institute for Tropical Meteorology (IITM) einen Workshop "Challenges and Opportunities for Air Pollution and Climate Change" (CHOP-C), der kürzlich in Pune stattfand. Im Zentrum der Vorträge von Prof. Martin Riese, Prof. Andreas Wahner und Dr. Martin Schultz vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung standen die Beobachtung des Transports von Spurengasen im asiatischen Monsun, die Erforschung photochemischer Prozesse in der Atmosphäre sowie die Beobachtung von atmosphärischer Zusammensetzung und Klima. Neben den drei Jülicher Wissenschaftlern fuhren weitere deutsche Forscher aus Bremen und Mainz nach Pune. Auf indischer Seite nahmen sieben Wissenschaftler und 45 Studenten an dem Workshop teil. Ein weiterer gemeinsamer Workshop ist für Dezember 2012 geplant.

Informationen zum Workshop:
http://safar.tropmet.res.in/Chopc/index.html

Informationen zur Jülicher Stratosphärenforschung:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/UeberUns/InstituteEinrichtungen/Institute/InstitutEnergieundKlima/_node.html

Informationen zur Jülicher Troposphärenforschung:
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-8/DE/Home/home_node.html

Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Neurophysiologen tagen in Köln

15. – 17. März, Congress-Centrum Nord/Koelnmesse
Mit der Tiefen Hirnstimulation therapieren Neurophysiologen
Krankheiten wie etwa Morbus Parkinson oder Depressionen. Dabei stimulieren Elektroden gezielt die betroffenen Nervenzellen. Der direkte Eingriff in das menschliche Gehirn ermöglicht es, Fähigkeiten etwa des Bewegungsapparates zu manipulieren. Inwieweit die Methode dabei aber auch die Persönlichkeit des Menschen
beeinflussen könnte, diskutieren Experten auf der 56. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN). Hier stellen sie sich zudem die Frage, ob der freie Wille eine reine Illusion ist. Weitere Themen des Kongresses sind bildgebende Verfahren, die Lernvorgänge des Gehirns sichtbar machen, Hirntumoren orten sowie Rehabilitationschancen nach einem Schlaganfall feststellen und Alzheimer bereits in frühen Stadien erkennen.

Mehr Informationen zum Kongress:
http://www.dgkn2012.de/

Jahrestagung „BrainscaleS“

19. – 23. März, Forschungszentrum Jülich
Das Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin – Computational and Systems Neuroscience (INM-6) ist im März Gastgeber der Jahrestagung von „BrainscaleS“. Im Mittelpunkt dieses von der Europäischen Kommission geförderten Projekts mit 13 Arbeitsgruppen aus sechs Ländern steht die Entwicklung fundamental neuer, dem Gehirn nachempfundener Computerarchitekturen.

Mehr Informationen zum Projekt:
www.brainscales.eu

Informationen zum Jülicher Institut:
www.csn.fz-juelich.de

Mediathek:

Das Forschungszentrum – jetzt im Film

Ein neuer Film stellt das Forschungszentrum Jülich vor und ist jetzt in der Mediathek zu finden. Titel: „Zukunft ist unsere Aufgabe“. Werden wir jemals Alzheimer heilen können? Wie werden wir unseren Energiebedarf in 50 Jahren decken? Stimmen unsere Klimavorhersagen? Wie werden wir neun Milliarden Menschen ernähren können? Womit bauen wir die Computer der Zukunft? Der zehnminütige Film zeigt, wie sich das Forschungszentrum Jülich den Herausforderungen unserer Zeit stellt. Ebenfalls neu in der Mediathek ist der Trailer zum Film.

Link zur Mediathek:
http://www.fz-juelich.de/SharedDocs/Videos/PORTAL/DE/12-02-07imagefilm.html?nn=719200

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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