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Kurznachrichten Januar 2013

Transportprotein mit Doppelfunktion

Wie Proteine durch Biomembranen geschleust werden, haben Wissenschaftler der Universität Freiburg und des Forschungszentrums Jülich auf molekularer Ebene untersucht. Dabei entdeckten sie, dass ein Schlüsselmolekül für diesen Transport gleich zwei Funktionen übernimmt. Die neuen Erkenntnisse wurden jetzt in der angesehenen Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.

Biomembranen sind spezielle Membranen, die wie eine Art Schleuse in den Zellen arbeiten. Dabei sorgen sogenannte Transporterproteine in der Biomembran dafür, dass Proteine von der einen auf die andere Seite gelangen. Der Proteintransport ist wichtig, weil alle Proteine zwar in der Grundsubstanz der Zelle, im Cytoplasma, entstehen, aber viele ihre Funktion erst außerhalb der Zelle haben. In Bakterien gibt es für Proteine zwei Wege durch die Cytoplasmamembran. Einer der beiden, der sogenannte Tat- oder Zwillingsarginin-Weg, bietet eine Besonderheit: Er kann vollständig gefaltete Proteine transportieren.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass bei diesem Weg das Transportprotein TatC gleich zwei Funktionen übernimmt:. Einerseits empfängt es passiv als Rezeptor die sogenannten Signalsequenzen der zu transportierenden Proteine. Dadurch kann ein Protein, das durch die Biomembran transportiert werden soll, in den Tat-Weg eingeschleust werden. Daneben konnten die Forscher nun zeigen, dass TatC auch noch eine aktive Funktion besitzt. Diese sorgt dafür, dass die zu transportierenden Proteine - nachdem TatC sie erkannt hat - temporär in eine spezielle Bindetasche überführt werden. "Diese Bindung ist die Voraussetzung, dass der Transportvorgang überhaupt stattfindet. Bislang war man davon ausgegangen, dass TatC, zusammen mit dem Transportprotein TatB, nur als passiver Rezeptor für die Substrate fungiert", erklärt Prof. Roland Freudl, Leiter der Arbeitsgruppe "Bakterielle Proteinsekretion" am Institut für Bio-und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1), des Forschungszentrums Jülich.

Originalveröffentlichung:
Transmembrane insertion of twin-arginine signal peptides is driven by TatC and regulated by TatB.
Julia Fröbel, Patrick Rose, Frank Lausberg, Anne-Sophie Blümmel, Roland Freudl & Matthias Müller. Nature Communications 3, Article number: 1311. Doi:10.1038/ncomms2308.

Informationen zum Institut für Bio-und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1):
http://www.fz-juelich.de/ibg/ibg-1/

Jülicher Wissenschaftlerin in das Junge Kolleg aufgenommen

Dr. Dr. Svenja Caspers vom Forschungszentrum Jülich ist neues Mitglied des Jungen Kollegs der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste. Gemeinsam mit zehn weiteren Forscherinnen und Forschern wurde die Wissenschaftlerin des Jülicher Instituts für Neurowissenschaften und Medizin (INM) im Rahmen des Konzerts zum neuen Jahr in die Akademie aufgenommen. Die Aufnahme gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für den wissenschaftlichen Nachwuchs in NRW.

Das Junge Kolleg der NRW-Akademie wurde 2006 zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Mercator gegründet. Bis zu 30 herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen können für eine Dauer von maximal vier Jahren berufen werden. Im Jungen Kolleg haben sie Gelegenheit, ihre Projekte in interdisziplinären Arbeitsgruppen unter dem Dach der Akademie zu diskutieren und sich mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auszutauschen. Die Kollegiaten erhalten jährlich ein mit 10.000 Euro dotiertes Forschungsstipendium.

Der Forschungsschwerpunkt von Svenja Caspers ist die Beziehung zwischen Struktur und Funktion von Assoziationsgebieten im menschlichen Gehirn, was sie am Beispiel des unteren Scheitellappens untersucht. Dieser Teil des Gehirns ist in so verschiedene Funktionen wie Steuerung motorischer Abläufe, Verarbeitung von Sprache, räumliche Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung eingebunden.

Jungen Kolleg Neu im "Jungen Kolleg": Svenja Caspers vom Forschungszentrum Jülich, hier mit (v.l.) Ralf Ruhrmann von der Mercator Stiftung, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Prof. Hanns Hatt, Präsident der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Copyright: Andreas Endermann/AWK NRW

Informationen zum Institut für Neurowissenschaften und Medizin -
Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1):
http://www.fz-juelich.de/inm/inm-1/DE/Home/home_node.html

Informationen zur NRW- Akademie der Wissenschaften und der Künste:
http://www.awk.nrw.de/

Erfolg mit Mikroemulsion made in Jülich

Mit einer am Forschungszentrum Jülich entwickelten Mikroemulsion haben Meria Ronge und Sarah Güsken den internationalen Ideenwettbewerb "Idea to Product Global" in der Kategorie "Life Science" gewonnen und erhielten dafür ein Preisgeld von 10 000 US-Dollar. Die beiden Studentinnen der RWTH konzipierten aus der Emulsion das Produkt "Solvano", das bei chemischen Reinigungen umwelt- und gesundheitsschädliche Reinigungsmittel im Vorbehandlungsprozess ersetzen soll. Die zum Vorbild genommene Mikroemulsion von Dr. Jürgen Allgaier und Dr. Renate Beisser vom Jülicher Zentrum für Forschung mit Neutronen (JCNS) eignet sich als Alternative zu Lösemitteln und somit auch als kennzeichnungsfreies Reinigungsmittel.

"Idea to Product" ist ein internationaler Ideenwettbewerb für Studierende und Doktoranden aller Hochschulen und Fachbereiche. Ziel des jährlich stattfindenden Wettbewerbs ist es, marktfähige Geschäftskonzepte für eine eigene oder vorgegebene innovative Idee zu entwickeln. Die Teilnehmer müssen eine qualifizierte Jury von ihrer innovativen neuen Produktidee überzeugen und dabei alle Aspekte von der Produktentwicklung über die Marktanalyse bis hin zur Präsentation abdecken.

Die beiden Studentinnen entwickelten "Solvano" im Rahmen einer RWTH-Lehrveranstaltung, in der studentische Teams aus realen Technologien Produktideen für den Wettbewerb erarbeiten. Mit ihrem Vermarktungskonzept schafften sie es in die Endausscheidung von "Idea to Product Global" in Stockholm.

Die Vernetzung von Forschungszentrum und RWTH in diesem Bereich geht auf den Geschäftsbereich Technologie-Transfer des Forschungszentrums zurück, der die wissenschaftlichen Institute bei der Kommerzialisierung von Forschungsergebnissen unterstützt. In der Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl Win (Wirtschaftswissenschaften für Ingenieure und Naturwissenschaftler) von Prof. Malte Brettel entstand die Idee, Technologien aus dem Forschungszentrum für die Lehrveranstaltung und den Wettbewerb zur Verfügung zu stellen.

Informationen zum Wettbewerb "Idea to Product":
http://www.ideatoproduct.se/global/

Informationen zum Jülicher Zentrum für Forschung mit Neutronen (JCNS):
http://www.fz-juelich.de/jcns/DE/Home/home_node.html

Neue Forschungsprojekte mit russischen Partnern

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich sind mit zwei Projekten an der nächsten Ausschreibung der "Helmholtz-Russia Joint Research Groups" beteiligt. Das Programm betreibt die Helmholtz-Gemeinschaft seit 2006 zusammen mit der "Russian Foundation for Basic Research". Seither wurden in vier Ausschreibungen 26 gemeinsame Projekte gefördert. Für die fünfte Ausschreibung mit einem thematischen Fokus auf "Forschung mit Photonen, Ionen und Neutronen" wurden insgesamt zwölf Anträge eingereicht.

Im Forschungszentrum wird zum einen das Projekt "Development of Methodologies for Structural Studies of Membrane Proteins via Small-Angle Neutron and X-ray Scattering" von Prof. Valentin Gordeliy am Institute of Complex Systems (ICS) gefördert; russischer Partner ist Dr. Valentin Borshchevskiy am Moscow Institute of Physics and Technology. Das zweite Projekt trägt den Titel "Sapphire ultra optics for synchrotron radiation"; hier sind auf Jülicher Seite Dr. Raphael Hermann vom Jülicher Zentrum für Forschung mit Neutronen (JCNS), in Russland Prof. Viktor Asadchikov vom Shubnikov Institute for Cristallography der Russian Academy of Sciences beteiligt.

Die neuen Forschungsgruppen nehmen ihre Arbeit im Januar 2013 auf. Der Förderumfang beträgt bis zu 150.000 Euro pro Jahr und Gruppe, bei einem Förderzeitraum von maximal drei Jahren.

Informationen zum ICS:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/UeberUns/InstituteEinrichtungen/Institute/InstituteComplexSystems/_node.html

Informationen zum Jülicher Zentrum für Forschung mit Neutronen (JCNS):
http://www.fz-juelich.de/jcns/DE/Home/home_node.html

Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

Institutsbereich "Grundlagen der Elektrochemie" stellt sich vor

1. Februar 2013, Forschungszentrum Jülich, Auditorium
Mit seinem ersten Symposium im Forschungszentrum Jülich stellt sich das Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich "Grundlagen der Elektrochemie", offiziell vor. Im Mittelpunkt stehen völlig neue Konzepte für Batterien mit hoher Energiedichte, Alterungsphänomene in Festoxidbrennstoffzellen und die Entwicklung moderner Methoden zur Untersuchung der zugrunde liegenden Mechanismen.

Mehr Informationen unter:
http://www.fz-juelich.de/conferences/iek-9_symposium/DE/Home/home_node.html

Mediathek

Neu: 3rd Jülich Lecture

Einen Einblick in die Elektronenmikroskopie gaben Prof. Dr. Knut Urban, Prof. Dr. Joachim Mayer and Prof. Dr. Rafal E. Dunin-Borkowski im Rahmen der dritten Jülich Lecture. Die Vorträge der beiden Letztgenannten sind jetzt im Netz abrufbar. Mit dem hochauflösenden Elektronenmikroskop PICO am Ernst Ruska-Centrum können Wissenschaftler nun bis zur physikalischen Grenze der Elektronenoptik in den Nanokosmos vorstoßen. Dies ist eine Voraussetzung, etwa um neue Materialien beispielsweise für die Informationstechnologie und die Energietechnik entwickeln zu können.

Link zur Mediathek:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Mediathek/Veranstaltungen/3rd-juelich-lecture/_node.html

Englische Ausgabe von „Forschen in Jülich“ im Appstore

"Das Geheimnis des Schnabeltiers" und mit ihm die der verschiedenen Arten von Hämoglobin stehen im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe von "Forschen in Jülich". Daneben beleuchtet das Magazin des Forschungszentrums unter anderem das Jülicher Know-how für das Fusionskraftwerk ITER, die Forschung an magnetischen Molekülen für die übernächste Computergeneration sowie zur Synästhesie. Jetzt ist die englische Version der App online und kann im Appstore sowie im Google Play Store heruntergeladen werden.

Appstore und Google Play Store:
http://www.fz-juelich.de/portal/DE/Presse/Mediathek/Apps/_node.html

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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