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Kurznachrichten September 2013

OptoSys: Biotechnologische Prozesse mit Licht steuern

Das noch relativ junge Fachgebiet der „Optogenetik“ eröffnet völlig neue Möglichkeiten für Forschung und Industrie. Im Fokus stehen hierbei mit Licht gesteuerte molekulare Schalter und Sensoren, die eine Steuerung und Überwachung biologischer Prozesse in lebenden Zellen und Organismen ermöglichen.

Im Verbundprojekt OptoSys, dessen Kickoff-Meeting Anfang September in Jülich stattfand, arbeiten Forscher der federführenden Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich daran, diese Methoden für biotechnologische Produktionsverfahren zu erschließen. Ziel des von Prof. Karl-Erich Jaeger koordinierten Projekts ist es, einen optogenetischen Baukasten aus verschiedenen Lichtrezeptoren und fluoreszierenden Proteinen zu konstruieren, der es ermöglicht, biotechnologische Prozesse mithilfe von Licht zerstörungsfrei und in Echtzeit zu steuern und zu analysieren.

Zum Leuchten angeregte Organismen sind dabei keine wissenschaftliche Spielerei. Im Projekt OptoSys sollen vielmehr neuartige fluoreszierende Proteine als Biosensoren Informationen über den pH-Wert, die Sauerstoffkonzentration oder bestimmte Stoffwechselprodukte anzeigen. Des Weiteren sollen neue sogenannte Photoregulatoren konstruiert werden, die auf Licht verschiedener Wellenlängen reagieren. Solche lichtempfindlichen„molekularen Schalter“ spielen in der Natur eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen es, das Ablesen bestimmter Abschnitte des Erbguts allein mit Licht an- oder abzuschalten und so den Ablauf biologischer Prozesse zu kontrollieren.

Die thematischen Schwerpunkte dieses Projekts sind aus den Fachgesprächen zur „Nächsten Generation biotechnologischer Verfahren“ hervorgegangen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), das diese Gespräche im Rahmen des Strategieprozesses "Biotechnologie 2020+" initiiert hatte, fördert das Projekt mit insgesamt 2,9 Millionen Euro. Von den Ergebnissen erhoffen sich die beteiligten Forscher wichtige neue Erkenntnisse für die Grundlagenforschung, aber auch innovative Lösungen für biotechnologische Produktionsprozesse.

MikrotiterplatteMikrotiterplatte, deren Reaktionsgefäße Kulturen des Bakteriums Escherichia coli mit unterschiedlichen Fluoreszenzproteinen enthalten.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Institut für Molekulare Enzymtechnologie (IMET)

Institut für Bio- und Geowissenschaften: Biotechnologie (IBG-1)

Institute of Complex Systems, Zelluläre Biophysik (ICS-4)

Institute of Complex Systems, Strukturbiochemie (ICS-6)

AVT-Bioverfahrenstechnik (AVT.BioVT)

CEA und Forschungszentrum erneuern Rahmenvertrag

Das Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (CEA) und das Forschungszentrum Jülich setzen ihre erfolgreiche Zusammenarbeit fort und wollen sie auf weitere Forschungsgebiete ausweiten. In einer Feierstunde unterzeichneten Bernard Bigot, Chairman des CEA, sowie Vorstandsvorsitzender Prof. Achim Bachem und Vorstandsmitglied Prof. Sebastian M. Schmidt vom Forschungszentrum den neuen Rahmenvertrag der beiden Forschungseinrichtungen.

Der neue Vertrag schreibt den ersten Rahmenvertrag aus dem Jahr 2007 fort. Bestehenden Aktivitäten werden weitergeführt, Themen wie Erneuerbare Energien und Neurowissenschaften kommen neu hinzu. Als weitere Instrumente der Zusammenarbeit sollen darüber hinaus gemeinsame Arbeitsgruppen, sogenannte Joint Groups, gegründet sowie Professoren gemeinsam berufen werden.

Das CEA zählt zu den strategischen Kooperationspartnern des Forschungszentrums Jülich. Strategische Partner sind Forschungseinrichtungen von internationalem Renommee, die aufgrund ihrer thematischen Ausrichtung und ihrer Expertise im Sinne der vernetzten Forschung wichtige Partner für das Forschungszentrum Jülich darstellen. Die strategische Partnerschaft von CEA und Forschungszentrum Jülich hat eine lange Tradition. Ihre ideellen Wurzeln reichen bis zu dem im Jahr 1963 unterzeichneten Élysée-Vertrag, der unter anderem die Aufstellung gemeinsamer Forschungsprogramme vereinbarte.

Forschungszentrum Jülich und CEA erneuern Rahmenvertrag

Humboldt-Stipendiaten forschen in Jülich

Zwei Humboldt-Stipendiaten haben ihre Arbeit am Forschungszentrum Jülich aufgenommen. Dmitry Sergeev von der Ivanovo State University of Chemistry and Technology (Russland) forscht am Institut für Energie- und Klimaforschung im Bereich Hochleistungswerkstoffe für effiziente Energiewandlung und –speicherung. Der 27-jährige Chemiker wird in den kommenden zwei Jahren Experimente zu den thermischen Eigenschaften von Salzen durchführen. Denn je mehr Energie im Schmelzvorgang steckt, je mehr könnte auch damit in dem Salz gespeichert werden. Interessant sind dabei für ihn vor allem leicht zu beschaffende und kostengünstige Salze wie normales Kochsalz. Sergeevs Forschungsergebnisse könnten für eine bessere Speicherung von erneuerbaren Energien genutzt werden.

Um die Rolle von Stress bei der hohen Rückfallquote von Drogenabhängigen zu erforschen, erhielt Dr. Wendy Bosker von der Universität Maastricht ein Humboldt-Forschungsstipendium. Am Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Physik der Medizinischen Bildgebung, untersucht sie, inwiefern sich die Dopaminproduktion im Gehirn nach der Gabe von Ritalin, einem Amphetamin, und dem Stresshormon Hydrokortison verändert. Ihre Ergebnisse sollen dazu beitragen, die medikamentöse und psychotherapeutische Therapie von Drogenabhängigen zu verbessern.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Hochleistungswerkstoffe für effiziente Energiewandlung und –speicherung (IEK-2)

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Physik der Medizinischen Bildgebung (INM-4)

Jülich und die RWTH bilden gemeinsam aus

Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen starteten unter dem Dach der Jülich Aachen Research Alliance (JARA) eine Verbundausbildung für Elektroniker für Geräte und Systeme. Acht Jülicher und elf Aachener Azubis drücken gemeinsam im Berufskolleg für Gestaltung und Technik in Aachen die Schulbank. Den praktischen Teil ihrer dreieinhalbjährigen Ausbildung absolvieren sie sowohl in Aachen als auch in Jülich.

Mit der Ausbildungskooperation profitieren die 19 jungen Menschen von den spezifischen Stärken der jeweiligen Einrichtung und können wertvolle Berufserfahrungen an zwei großen Forschungseinrichtungen sammeln. Die Auszubildenden bilden zudem eine eigene Klasse an der Berufsschule, sodass der Unterricht präzise auf sie zugeschnitten werden kann.

"Von dieser Verbundausbildung profitieren nicht nur die beiden Einrichtungen und die Auszubildenden. Auch unsere Region wird bei der Ausbildung zukünftiger Fachkräfte tatkräftig unterstützt", freut sich Karsten Beneke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums. "Die Ausweitung der Zusammenarbeit im Rahmen von JARA auf den nichtakademischen Bereich der Berufsausbildung ist ein weiterer konsequenter Schritt in der Verzahnung der Aufgabenstellungen und der Nutzung von Synergien", hebt Thomas Trännapp, Kanzlervertreter der RWTH Aachen, hervor.

Weitere Informationen zur Berufsausbildung in Jülich

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

PICO 2013 im niederländischen Vaals
9. - 12. Oktober, Kasteel Vaalsbroek, Niederlande

Modernste Elektronenmikroskopie an den Grenzen der Bildauflösung und ihre Nutzung für die Festkörperforschung stehen im Fokus der internationalen Konferenz PICO 2013, die das Jülicher Ernst Ruska-Centrum (ER-C) und das Speziallabor Triebenberg der TU Dresden gemeinsam ausrichten. Das Tagungsprogramm umfasst Vorträge zu fortschrittlichen Methoden und Instrumenten zur Bearbeitung aktueller wissenschaftlicher Fragestellungen, etwa zu Materialien für die Energietechnik und die Informationstechnologie der Zukunft.

Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus über 20 Ländern werden zu der Veranstaltung erwartet, die nach erfolgreichem Auftakt im Jahr 2012 zum zweiten Mal stattfindet. Namensgeber der Veranstaltung ist das PICO-Mikroskop, das leistungsfähigste Elektronenmikroskop Europas, das das ER-C 2012 eingeweiht hat.

Weitere Informationen unter:

http://www.er-c.org/pico2013/about.htm

Vortrag von Prof. Peter Wasserscheid
7. Oktober, Forschungszentrum, Großer Hörsaal der ZB

"Engineering of Advanced Catalytic Materials" ist der Titel des Vortrags, den Prof. Peter Wasserscheid von der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg am Montag, 7. Oktober, 12 Uhr, im Rahmen des Kolloquiums "Energie und Klima" hält. Der Wissenschaftler ist Leiter des neuen ”Helmholtz-Instituts Erlangen-Nürnberg für Erneuerbare Energien” (HI ERN), an dem auch Jülich beteiligt ist.

Mediathek

Prof. Ulf-G. Meißner im Porträt

Das Forschungszentrum Jülich setzt seine Reihe „Nahaufnahme Wissenschaft“ fort. In dem neuen Beitrag, der jetzt in der Mediathek zu finden ist, stellt Prof. Ulf-G. Meißner vom Institut für Kernphysik seine Arbeit vor.

Der Beitrag in der Mediathek

"Forschen in Jülich" als App

Die Jülicher Alzheimerforschung steht im Zentrum der aktuellen Ausgabe des Magazins "Forschen in Jülich", die jetzt auch als App erschienen ist. Hinweise verdichten sich, dass nicht Ablagerungen im Gehirn, sondern keine lösliche Aggregate des Amyloid-beta-Peptids Nervenzellen und Synapsen zerstören.

Das Jülicher Magazin gibt es als App für Android und für Apple: Dort ist es über den Zeitungskiosk erhältlich. Als PDF ist das Magazin auf der Website des Forschungszentrums aufrufbar.

App und PDF

Pressekontakt:

Erhard Zeiss
Tel. 02461 61-1841
E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de

Tobias Schlößer
Tel. 02461 61-4771
E-Mail: t.schloesser@fz-juelich.de


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