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Kurznachrichten Oktober 2014

Grundstein für die Europäische Spallationsquelle ESS gelegt

Die "European Spallation Source" (ESS), die künftig stärkste Neutronenquelle der Welt, gehört zu einer neuen Generation von Quellen und kommt ohne Kernspaltung aus. Im schwedischen Lund wurde Anfang Oktober der Grundstein für das Projekt gelegt. Neben dem Forschungszentrum Jülich sind derzeit auch das Helmholtz-Zentrum Geesthacht, die Technische Universität München, das Karlsruher Institut für Technologie und das Deutsche Elektronen-Synchrotron DESY an dem Vorhaben beteiligt. Die ersten Neutronen werden für 2019 erwartet, die ersten Experimente sind für 2023 geplant.

Die ESS mit Baukosten von rund 1,8 Milliarden Euro soll Neutronenpulse liefern, deren Intensität die Leistung heutiger Quellen um ein Vielfaches übertrifft. Damit schafft sie die Voraussetzung für wichtige Entdeckungen in der Materialforschung und Nanotechnologie, den Lebenswissenschaften, der Medizin und Physik. Aufgrund der neuen Forschungsmöglichkeiten, beispielsweise für die Informationstechnologie und die Energieforschung, wie auch durch den Betrieb der Anlage selbst hat die ESS das Potenzial, sich zu einer treibenden Kraft für die Wirtschaft in ganz Europa zu entwickeln.

Deutsche Wissenschaftler haben sich seit 2010 maßgeblich an der Planung der Anlage beteiligt. In der nun folgenden Konstruktionsphase werden sie weiterhin einen bedeutenden Anteil übernehmen, insbesondere beim Aufbau von Experimentierstationen und Instrumenten.

European Spallation Source (ESS)

Jülicher Zentrum zur Erforschung von Neutronen (Jülich Centre for Neutron Science, JCNS)

Feinschliff für Proteinstrukturen

Die Röntgenkristallographie ist eine der wichtigsten Methoden, um die Strukturen von Protein-Molekülen aufzuklären. Gerade bei den für die Medizin besonders interessanten Membranproteinen gibt es jedoch besondere Hürden, unter anderem aufgrund der natürlichen Flexibilität dieser Proteine. Ähnliche Schwierigkeiten treten bei größeren Proteinkomplexen auf. Gelingt es, experimentelle Daten über diese Strukturen zu gewinnen, dann oft nur mit niedriger Auflösung. Jun.-Prof. Gunnar Schröder vom Jülicher Institute of Complex Systems hat für solche Fälle ein computergestütztes Korrekturverfahren entwickelt, das den Blick der Proteinforscher wie eine unterstützende Brille schärft. Beispiele für den erfolgreichen Einsatz des Verfahrens stellte der Forscher nun gemeinsam mit Prof. Axel Brunger und Chemienobelpreisträger Prof. Michael Levitt von der Stanford University im renommierten Fachmagazin Acta Crystallographica vor.

Schröder leitet am Forschungszentrum eine Nachwuchsgruppe für Computergestützte Strukturbiologie. Seine Modellierungstechnik "Deformable Elastic Network", kurz DEN, hilft, auch aus niedrig aufgelösten experimentellen Daten die plausibelste Proteinstruktur zutage zu fördern. Die Platzierung jedes Atoms wird dabei automatisiert auf den Prüfstand gestellt und bei Bedarf angepasst.

So half die Methode bei Strukturbestimmungen des an der Photosynthese beteiligten pflanzlichen Membranproteins Photosystem I, des menschlichen Immunproteins MxA und des β2-Adrenozeptors, eines wichtigen Rezeptors für den Botenstoff Adrenalin. Das Verfahren wird kontinuierlich weiterentwickelt, um immer besseren Nutzen selbst aus lückenhaften experimentellen Daten zu ziehen.

Originalveröffentlichung:

Schröder G. F., Levitt M., Brunger A. T.: Deformable elastic network refinement for low-resolution macromolecular crystallography. Acta Cryst. D70, 2241-2255; DOI: 10.1107/S1399004714016496
http://scripts.iucr.org/cgi-bin/paper?S1399004714016496

Institute of Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6)

Neues Programm für effiziente Fusionsforschung

Vertreter der Fusionsforschung und der EU-Kommission gründeten Anfang Oktober in Brüssel das Konsortium EUROfusion. Ziel des Programms ist es, Forschung und Planung für ein energielieferndes Fusionskraftwerk effizienter zu gestalten und die Finanzierung durch die EU neu zu regeln.

Neue Grundlage der Finanzierung ist nun der Anteil der einzelnen Zentren an dem Arbeitsplan, der in einzelne „Aufgabenpakete“ aufgeteilt wurde. Der Schwerpunkt der beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung liegt in der Materialforschung: Bei der Energieauskopplung aus Brennkammern von Fusionsreaktoren treten extrem hohe Wärmebelastungen auf, die künftige Kraftwerke im Dauerlastbetrieb aushalten müssen, um wirtschaftlich zu sein. Am Jülicher Institut werden die dazu geeigneten Materialien erforscht und wird analysiert, wie sie mit der heißen Fusionsmaterie reagieren.

Die EU fördert die Fusionsforschung bis 2018 mit rund 450 Millionen Euro. Zusammen mit den nationalen Mitteln beläuft sich das Fünf-Jahres-Budget von EUROfusion auf 857 Millionen Euro. Koordinator des Konsortiums ist das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Plasmaphysik (IEK-4)

EUROfusion

JARA gründet vier weitere Institute

Das Forschungszentrum Jülich und die RWTH Aachen haben Ende September einen Rahmenvertrag zur Gründung von weiteren Instituten der Jülich Aachen Research Alliance JARA unterzeichnet.
In einem ersten Schritt sollen vier Institute gegründet werden: zwei im Bereich der Hirnforschung, zwei im Bereich der Informationstechnologie. Dabei ist die Erforschung des menschlichen Gehirns Ziel der Institute "Brain structure-function relationships in normal and abnormal behavior" und "Molecular neuroscience & neuroimaging". Diese beiden Institute gehören zur Sektion JARA-BRAIN. Die Weiterentwicklung der Informationstechnologien ist Aufgabe und Leitthema der Sektion JARA-FIT. Schwerpunktthemen der beiden neuen Institute dieser Sektion sind die Entwicklung energieeffizienter Informationstechnologie in "Green IT" sowie die Weiterentwicklung der Quanteninformationsverarbeitung in "Quantum Information".

Die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA, ist ein deutschlandweit einzigartiges Kooperationsmodell der RWTH Aachen und des Forschungszentrums Jülich.

Die Jülich Aachen Research Alliance JARA

Presseinformation von JARA

"Elliott Gershon Award" für Thomas Mühleisen

Dr. Thomas Mühleisen wurde jetzt beim Weltkongress der Internationalen Gesellschaft für Psychiatrische Genetik (ISPG) in Kopenhagen mit dem "Elliot Gershon Paper of the Year Award" ausgezeichnet. Der Preis wird für eine herausragende wissenschaftliche Publikation im Feld der psychiatrischen Genetik vergeben. Mühleisen, Wissenschaftler am Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin, ist gemeinsam mit Dr. Markus Leber (Universität Bonn) sowie Prof. Thomas G. Schulze (LMU München) Erstautor einer Studie zu den genetischen Grundlagen der manisch-depressiven Erkrankung oder "bipolaren Störung", die im März in "Nature Communications" veröffentlicht wurde.

Der Beitrag ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von 63 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen des BMBF-geförderten MooDS-Konsortiums. Für die Studie hatten sie das Erbgut von rund 24.000 Menschen untersucht. Bei der Auswertung erkannten die Wissenschaftler zwei bisher nicht bekannte Genregionen, die das Risiko erhöhen, an einer bipolaren Störung zu erkranken. Eines der Gene ist funktionell von besonderem Interesse, da es das Enzym Adenylatcyclase 2 codiert, das an der Weiterleitung von Signalen in die Nervenzellen beteiligt ist. Seit langem wird vermutet, dass bei Patienten mit bipolarer Störung die Signalübertragung in bestimmten Regionen des Gehirns beeinträchtigt ist.

In Jülich arbeitet Thomas Mühleisen am Institut für Neurowissenschaften und Medizin im Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns, der von Prof. Katrin Amunts geleitet wird. Dort wird in der Arbeitsgruppe "Genomic Imaging" von Prof. Sven Cichon untersucht, welche strukturellen und/oder funktionellen Veränderungen die genetischen Varianten im Gehirn bewirken und wie diese zur Entwicklung neuropsychiatrischer und neurodegenerativer Krankheiten beitragen.

"Genomic Imaging" am Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation
des Gehirns (INM-1)

Studie "Genome-wide association study reveals two new risk loci for bipolar disorder", Nature Communications

Internationale Gesellschaft für Psychiatrische Genetik (ISPG)

Johann Haidenbauer mit "Encouraging Prize" ausgezeichnet

Der Physiker Dr. Johann Haidenbauer vom Jülicher Institut für Kernphysik erhielt Anfang Oktober den "Encouraging Prize" des Joint Institute of Nuclear Research (JINR) in Dubna. Das russische Kernforschungszentrum honorierte mit der Auszeichnung eine Serie von Arbeiten, die der Wissenschaftler in den vergangenen Jahren gemeinsam mit Prof. Yuri Uzikov vom JINR in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht hat.

In den Studien berichten Uzikov und der Jülicher Physiker über Computersimulationen, die für die Planung von Experimenten mit Antiprotonen am internationalen Beschleunigerzentrum FAIR wichtig sind. FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research in Europe) wird gegenwärtig in Darmstadt errichtet, um die Struktur von Materie und die Entstehung des Universums weiter zu erforschen.

Institut für Kernphysik (IKP)

Website des JINR

Website von FAIR

Preise für Christian Wandrey und "SenseUp Biotechnology"

Zwei der diesjährigen Preise des PEP-Promotorenprogramms, die PEP Awards, gehen an Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich. Prof. Christian Wandrey, der von 1978 bis 2008 das Institut für Biotechnologie leitete, wurde in der Kategorie „Professoren als Gründungs-Promotoren“ als Gewinner ausgezeichnet. Die Jury aus Professoren, Managern sowie Gründungsunterstützern in Universitäten und Unternehmen honorierte damit das langjährige Engagement des Wissenschaftlers für Unternehmensgründungen. Als "gelebtes Vorbild" habe Wandrey in seiner Forscherlaufbahn fünf erfolgreiche Ausgründungen unterstützt.

In der Kategorie "Gründungsprojekte in der Frühphase" kamen Dr. Stephan Binder und Dr. Georg Schaumann vom Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie, gemeinsam mit ihren Mentoren und zukünftigen Mitgründern Dr. Thomas Schwarz und Peter Kallien auf den dritten Platz. Schaumann und Binder haben ein Verfahren zur gezielten Suche hochproduktiver Mikroorganismen entwickelt, das sie nun mit ihren Partnern zur Marktreife bringen wollen. 2017 soll ihr Unternehmen "SenseUp Biotechnology" gegründet werden. Dafür wurden sie bereits im September als eines von sieben Gewinnerteams des Gründungswettbewerbs „Gründungsoffensive Biotechnologie GO-Bio" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ausgezeichnet. Das BMBF fördert "SenseUp Biotechnology" mit rund 2,5 Millionen Euro. Die Unterstützung durch die beiden erfahrenen Mentoren wird von der Helmholtz-Gemeinschaft im Rahmen des Förderinstruments "Helmholtz Enterprise" ermöglicht.

Das PEP Promotorenprogramm "Professoren als Entrepreneurship-Promotoren" der Helmholtz-Gemeinschaft und der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt Ausgründungen aus der Wissenschaft. Das Pilotprojekt wird vom BMBF gefördert.

Informationen zum Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)
Projekt SenseUp Biotechnology
Pressemitteilung zur Übergabe des BMBF-Förderbescheids
Pressemitteilung des PEP Promotorenprogramms zu den Awards

Publikationen

In dem Forschungsprojekt TERENO (Terrestrial Environmental Observatories) mehrerer Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft werden die Auswirkungen des globalen Wandels auf terrestrische Ökosysteme und die sozioökonomischen Folgen untersucht. Dazu spannen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Netzwerk zur Erdbeobachtung über ganz Deutschland auf. Ziel dieses einzigartigen Großprojektes ist die Katalogisierung langfristiger ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene. Die Erkenntnisse sollen zeigen, wie die Menschheit am besten auf diese Veränderungen reagieren kann.

In einem eigenen TERENO-Newsletter informieren die Projektpartner über Forschungsergebnisse, Internes, Trends und aktuelle Themen. Interviews mit beteiligten Forschern runden das Angebot ab. Neben der gedruckten Ausgabe ist der Newsletter auch als pdf-Datei im Netz zu finden.

Website von TERENO

TERENO Newsletter

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs-zentrum Jülich, unter anderem:

Infos zur Ausbildung im Forschungszentrum

8. November, Zentrale Berufsausbildung, Forschungszentrum Jülich
Das Thema Berufswahl steht im Mittelpunkt, wenn das Forschungszentrum am Samstag, 8. November, von 9 bis 15 Uhr seine Ausbildungsstätten zum Berufsinformationstag 2014 öffnet. Eingeladen sind Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrer, die an diesem Tag das Ausbildungsangebot des Forschungszentrums kennenlernen wollen. Als Ansprechpartner für die Schülerinnen und Schüler wirken zahlreiche Auszubildende mit. Auch über die unterschiedlichen Möglichkeiten für ein Praktikum wird informiert.
Das Forschungszentrum Jülich bietet im kommenden Jahr bis zu 115 Ausbildungsplätze in 22 verschiedenen Berufen an. In den zurückliegenden über 52 Jahren haben mehr als 4450 junge Menschen eine qualifizierte Berufsausbildung erhalten.

Informationen zur Zentralen Berufsausbildung



Pressekontakt Kurznachrichten: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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