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Kurznachrichten März 2014

Erster Schritt gegen Ablagerungen im Gehirn

Ablagerungen im Gehirn sind bei verschiedenen neurodegenerativen Krankheiten nachweisbar. Bei der Parkinson’schen Krankheit und der Lewy-Körperchen-Demenz verklumpen bestimmte Eiweiße, die α-Synucleine, zu sogenannten Lewy-Körperchen. Einen Ansatz, diese Zusammenlagerung zu verhindern, beschreiben Chemiker der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Forschungszentrums Jülich in der Fachzeitschrift "Angewandte Chemie" (DOI: 10.1002/anie.201309001 und 10.1002/ange.201309001).

Die Wissenschaftler haben dafür eine spezielle Klasse von Bindeproteinen maßgeschneidert, die β-Wrapine. Diese fixieren das ansonsten sehr bewegliche α-Synuclein an einer kritischen Stelle im Molekül und verhindern so das Verklumpen. Wo genau das Bindeprotein das α-Synuclein stabilisiert und wie dieser kritische Bereich auf atomarer Ebene aussieht, konnten die Forscher mithilfe der NMR-Spektroskopie zeigen.

"Das Bindeprotein hemmt die Aggregation des α-Synuclein, indem es einen Molekülbereich stabilisiert, den wir als Beta-Haarnadel-Struktur bezeichnen", erklärt Dr. Wolfgang Hoyer vom Institut für Physikalische Biologie der Heinrich-Heine-Universität. "Von einem Therapeutikum sind wir noch weit entfernt. Aber wir wissen nun, an welcher Stelle man wie eingreifen kann, damit sich keine Aggregate bilden."

Weiterführende Informationen: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/ange.201309001/abstract
E. A. Mirecka et. al., "Steuerung der α-Synuclein-Aggregation durch Bindung einer β-Haarnadel". Angewandte Chemie, DOI: 10.1002/anie.201309001 und 10.1002/ange.201309001

Institute of Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6)

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Physikalische Biologie

Geringe Belastung durch Antibiotika in Gülle

Antibiotika werden in der Intensivtierhaltung in großem Umfang eingesetzt. Über die Gülle landen die Arzneimittel auf den Feldern und damit in der Umwelt. Das Umweltbundesamt (UBA) ging mit Beteiligung von Jülicher Agrosphärenforschern der Frage nach, ob Arzneimittel vom Acker in das Grundwasser gelangen. Ergebnis: Auch unter besonders ungünstigen Bodenbedingungen gelangen die Medikamente derzeit nur selten ins oberflächennahe Grundwasser.

Im Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphärenforschung (IBG-3), untersuchen Wissenschaftler seit vielen Jahren, wie Antibiotika durch den Boden ins Grundwasser transportiert werden. Die Jülicher berieten das Bundesumweltamt außerdem hinsichtlich der Auswahl der Antibiotika, nach denen im Grundwasser gesucht werden sollte.

Für die Studie wurden in den Jahren 2012 und 2013 an 48 Messstellen in vier Bundesländern jeweils mindestens zweimal Proben auf 23 Wirkstoffe untersucht. Bei 39 Messstellen wurden keinerlei Wirkstoffe gefunden. Bei sieben Messstellen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen fanden sich allerdings Sulfonamide. Die Werte waren mit max. 11 Nanogramm pro Liter (ng/l) allerdings sehr gering. Zum Vergleich: Der Grenzwert für Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe im Grundwasser liegt zehnfach höher (0,1 Mikrogramm/Liter = 100 ng/l). Lediglich bei zwei Messstellen lag der Wirkstoff Sulfamethoxazol über dem Grenzwert für Pflanzenschutzmittel oder Biozide im Grundwasser.

Pressemitteilung des Umweltbundesamtes

Jülicher Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

Wissenschaft in der digitalen Gesellschaft

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen online – und begegnen im Internet dem Bürger. Nutzen sie die neuen Möglichkeiten, die das Netz bietet? Werden Journalisten als Vermittler jetzt nicht mehr gebraucht? Und schließlich: Führt die Entwicklung zu einer verstärkten Beteiligung von Laien an den Wissenschaften? Mit diesen Fragen befasst sich Prof. Hans Peter Peters vom Forschungszentrum Jülich in der nächsten Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesung am 27. April um 11 Uhr an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Der Jülicher Kommunikationswissenschaftler vom Institut für Neurowissenschaften und Medizin ist skeptisch: Zum einen geht er nicht davon aus, dass direkte Selbstvermarktung der Wissenschaft die zentralen Funktionen des Journalismus übernehmen kann. Daher erwartet er zum anderen ein fruchtbares Nebeneinander verschiedener Formen der Wissenschaftskommunikation.

Die Sonntagsvorlesungen sind ein gemeinsames Projekt der Helmholtz-Gemeinschaft und der Humboldt-Universität. Aktuelle Forschungsfragen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln diskutiert. Im Wissenschaftsjahr 2014 "Die Digitale Gesellschaft" drehen sich die Themen um die zunehmende Digitalisierung unseres Lebens und die Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Mehr Informationen zu den Helmholtz-Humboldt-Sonntagsvorlesungen

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Ethik in den Neurowissenschaften (INM-8)

"Jülich Lecture" zu Neurowissenschaften und Ethik

Die ethischen Aspekte der sich rasant entwickelnden Neurowissenschaften sind das zentrale Thema der nächsten "Jülich Lecture", zu der das Forschungszentrum am Montag, 28. April, um 14 Uhr in den Großen Hörsaal der Zentralbibliothek einlädt. Jean-Pierre Changeux, Professor für molekulare Neurobiologie am Collège de France und Institut Pasteur, sucht in der achten "Lecture" nach Antworten auf grundsätzliche philosophische und ethische Fragen: Inwieweit können wir mit neuronalen Mechanismen menschliches Verhalten erklären? In welchem Maß bestimmt das Genom das Verhalten des Menschen? Welche Rolle spielt die epigenetische Vielfalt, also der Einfluss der Umwelt, auf die Entwicklung des Gehirns? Und schließlich: Welche Möglichkeit ergeben sich durch Bildgebung und Stimulationsverfahren, Gedanken zu lesen, damit in die Privatsphäre einzudringen und schließlich sogar menschliches Verhalten zu steuern?

Die Veranstaltung ist in englischer Sprache. Anmeldungen sind bis Mittwoch, 23. April, möglich. Für Interessierte aus Düsseldorf wurde ein kostenloser Busshuttle von der Universität zum Jülicher Campus und zurück organisiert: Haltestelle an der Uni ist die Station "Universität Süd". Die Fahrtdauer beträgt rund eine Stunde. Der Bus steht an der Station um etwa 12.50 Uhr bereit und fährt um 13 Uhr ab. Bei der Anmeldung wird die Option "Busshuttle" mit angeboten.

Weitere Informationen und Anmeldung: Website der Veranstaltung

Neuer Leiter am Institut für Energie- und Klimaforschung

Prof. Olivier Guillon ist neuer Leiter des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung, Bereich Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren (IEK-1). Der Materialwissenschaftler und Werkstoffmechaniker hat in Frankreich studiert und promoviert. Weitere Stationen seiner Forschungskarriere waren die University of Washington (USA), die Technische Universität Darmstadt sowie die Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zeitgleich mit seiner Berufung nach Jülich wurde er auch an der RWTH Aachen zum Professor für Werkstoffsynthese der Energietechnik ernannt.

Neben seiner Expertise im Bereich keramische Prozesse und Sintern entwickelt er in Jülich nun Festoxid-Brennstoffzellen und -Elektrolysezellen, Wärmedämmschichten, Gastrennmembranen und Festkörperbatterien.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren (IEK-1)

Höchstleistungsrechner für die Biomedizin

Das Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin wächst weiter: Der neu gegründete Institutsbereich "Computational Biomedicine" (INM-9) wird von Prof. Paolo Carloni geleitet. Darüber hinaus bleibt Carloni Leiter des gleichnamigen Bereichs am Institute of Advanced Simulation (IAS-5) und des "Laboratory of Computational Biophysics" an der German Research School for Simulation Sciences (GRS).

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des neuen Instituts arbeiten mit Computersimulationen, um die molekularen Prozesse in gesunden und kranken Zellen zu ergründen. Dazu benötigen sie eine Rechenleistung, die ihnen das Jülich Supercomputing Centre (JSC) mit seinen Höchstleistungsrechnern zur Verfügung stellen kann.

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Computational Biomedicine (INM-9/IAS-5)

Jülich Supercomputing Centre (JSC)

German Research School for Simulation Sciences (GRS)

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungszentrum Jülich, unter anderem:

Jülich auf der Hannover Messe

7. – 11. April 2014, Hannover Messe, Halle 27, Stand C 68
Das Forschungszentrum Jülich ist auch in diesem Jahr auf der Hannover Messe vertreten. Auf dem Gemeinschaftsstand "Wasserstoff, Brennstoffzellen und Batterien" zeigt das Institut für Energie- und Klimaforschung, wie sich der klimafreundliche Energieträger Wasserstoff mithilfe sogenannter PEM-Elektrolyseure noch effizienter aus Wind- und Solarstrom gewinnen lässt. Außerdem werden innovative Testsysteme mit Brennstoffzellen aus den Jülicher Labors präsentiert, die entwickelt wurden, um im Haus-, Fahrzeug- und Industriesektor hocheffizient Energie bereitzustellen.

Mehr Informationen zum Gemeinschaftsstand

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK-3)

Pressekontakt für die Kurznachrichten:
Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, E-Mail: e.zeiss@fz-juelich.de


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