Suche

zur Hauptseite

Navigation und Service


Kurznachrichten April 2015

Jahrtausendealtes Flussbett nahe Jülich entdeckt

Wissenschaftler haben in der Nähe des Forschungszentrums Jülich Hinweise auf ein jahrtausendealtes Flussbett gefunden. Aufnahmen des Erdbeobachtungssatelliten RapidEye zeigten deutlich die Strukturen eines ehemaligen Flusssystems bei Selhausen. Die Entdeckung der Strukturen verdanken die Forscher vom Jülicher Institut für Bio-und Geowissenschaften einer zweimonatigen Dürreperiode. Durch die Trockenheit veränderte sich die Vegetation, dabei entwickelten sich Pflanzen im Bereich der ehemaligen Flussarme deutlich besser als in anderen Bereichen. Die Forscher vermuten, dass ein höherer Tongehalt dafür sorgt, dass die Böden der ehemaligen Flussarme mehr Wasser speichern – und dadurch die Pflanzen dort der Trockenheit besser trotzen.

Aus den RapidEye-Aufnahmen hatten die Wissenschaftler den Blattflächenindex (engl. Leaf Area Index - LAI) abgeleitet. Die LAI-Muster spiegeln das Wachstum der Pflanzen wider. Diese Daten verglichen die Jülicher Experten mit Messungen der Bodeneigenschaften entlang der Flussstrukturen. Dafür hatten sie mithilfe einer speziellen geophysikalischen Methode, der elektromagnetischen Leitfähigkeitskartierung, die elektrische Leitfähigkeit der Böden bis zu einer Tiefe von 1,8 Metern erfasst. Generell gilt: Je höher die Leitfähigkeit, desto höher der Tongehalt. Eine starke Korrelation der beiden Größen stellten die Forscher allerdings nur für tiefere Bodenschichten fest. Möglicherweise wurde der Oberboden im Laufe der Jahre durch landwirtschaftliche Aktivitäten, wie etwa pflügen, sehr stark verändert und mit benachbarten Bereichen vermischt, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, die das Gebiet um Selhausen im Rahmen des Langzeitprojekts TERENO untersuchen. Die Initiative der Helmholtz-Gemeinschaft erfasst langfristige ökologische, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene.

Originalveröffentlichung:
Sebastian Rudolph, Jan van der Kruk, Christian von Hebel, Muhammed Ali, Michael Herbst, Carsten Montzka, Stefan Pätzold, David Robinson, Harry Vereecken und Lutz Weihermüller (2015): Linking satellite derived LAI patterns with subsoil heterogeneity using large-scale ground-based electromagnetic Induction measurements. Geoderma, Vol. 241, Seiten 262-271.
DOI: 10.1016/j.geoderma.2014.11.015.
www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0016706114004133

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

TERENO – "TERrestrial ENnvironmental Observatories"

Forschung für verbesserte anorganische Materialien

Prof. Olivier Guillon, Direktor des Jülicher Instituts für Energie- und Klimaforschung, koordiniert eines von 18 neuen Schwerpunktprogrammen (SPP), die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im März auf den Weg brachte. Bei dem Verbundprojekt geht es um die kontrollierte Manipulation von Materialien durch elektrische und magnetische Felder. Damit sollen neue Synthese- und Herstellungsverfahren für umweltfreundliche, energieeffiziente und preisgünstige anorganische Materialien entwickelt werden.

Für die 18 neuen Schwerpunktprogramme stehen in einer ersten Förderperiode in den nächsten drei Jahren insgesamt rund 105 Millionen Euro zur Verfügung. Die SPP werden in der Regel sechs Jahre gefördert, die neuen Programme nehmen 2016 ihre Arbeit auf.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren (IEK-1)

Pressemitteilung der DFG

Jülicher Wissenschaftler sind "Gutachter des Jahres"

Dr. Gustav Bihlmayer und Dr. Johann Haidenbauer vom Jülicher Institute of Advanced Simulation sind von der Amerikanischen Physikalischen Gesellschaft (APS) als herausragende Gutachter des Jahres 2015 ausgezeichnet worden. Mit dem Titel "Outstanding Referee" ehrt die Gesellschaft seit 2008 jährlich etwa 150 aktive Gutachterinnen und Gutachter für außergewöhnliche Leistungen beim Bewerten von Manuskripten für die Fachzeitschriften der Gesellschaft. In den vergangenen Jahren wurden bereits Prof. Harald Ibach, Dr. Bo N. J. Persson, Dr. Ansgar Liebsch und Dr. Robert O. Jones vom Peter Grünberg Institut, Prof. Gerhard Gompper vom Institute of Complex Systems/Institute of Advanced Simulation, Prof. Peter Grassberger vom Jülich Supercomputing Centre sowie Prof. Siegfried F. Krewald vom Institut für Kernphysik ausgezeichnet. Damit gehört das Forschungszentrum zu denjenigen Forschungseinrichtungen außerhalb der USA, die die meisten Outstanding Referees stellen.

Das sogenannte "Peer Review"-Verfahren dient der Qualitätssicherung in der Wissenschaft. Es soll sicherstellen, dass nur solche Forschungsergebnisse veröffentlicht werden, die neu, verlässlich und relevant sind. Zu diesem Zweck begutachten unabhängige Experten, in der Regel anonym und unbezahlt, die Ergebnisse, die andere Wissenschaftler in ihrem Forschungsgebiet veröffentlichen wollen. Im Laufe der vergangenen 30 Jahre waren mehr als 65.000 Gutachter für die APS im Einsatz.

Weitere Informationen zum Outstanding Referees-Programm

"Jugend forscht": Zborowska und Ziemke sind im Finale

Für Constantin Zborowska von der Willy-Brandt-Gesamtschule in Kerpen und Marius Ziemke vom Städtischen Gymnasium Herzogenrath bleibt es spannend: Die beiden Nachwuchswissenschaftler, die schon beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" im Forschungszentrum Jülich die Jury überzeugten, siegten jetzt auch beim Landeswettbewerb in Leverkusen. Dazu traten insgesamt 96 Jungforscherinnen und Jungforscher an – 19 von ihnen waren erfolgreich. Die Landessieger fahren vom 26. bis 30. Mai zum Bundesfinale nach Ludwigshafen.

Constantin Zborowska kam im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften auf den ersten Platz. Der 18-Jährige erforschte eines der wichtigsten Hilfsmittel für Astronomen, das Hertzsprung-Russell-Diagramm zur Klassifikation von Sternen. Marius Ziemke war im Fach Mathematik/Informatik erfolgreich. Der 17-Jährige präsentierte eine webbasierte Verwaltungs- und Kommunikationsplattform für Schulen, Lehrer und Schüler. Seine Softwarelösung bietet den verschiedenen Nutzergruppen einen jeweils maßgeschneiderten Funktionsumfang.

Milena Klameth kam beim Landeswettbewerb auf einen zweiten Platz. Die Schülerin vom Jülicher Gymnasium Zitadelle hatte in der Sparte Biologie ihre Arbeit mit dem Titel "Die Veränderung des Sehvermögens im Laufe des Lebens" vorgestellt.

Das Jülicher Schülerlabor JuLab

Pressemitteilung zum Regionalwettbewerb in Jülich

"Jugend forscht"

"Falling Walls Lab": Bewerbungsfrist läuft

Berlin ist am 8. und 9. November zum siebten Mal Schauplatz der "Falling Walls Conference". Weltweit führende Innovatoren aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft – Wissenschaft, Kunst, Politik, Unternehmer – stellen ihre Projekte und Initiativen vor und zeigen Lösungen für globale Herausforderungen auf. Am Freitag, 21. August, findet in Jülich ein Vorentscheid statt, ein "Falling Walls Lab". Für den Vorentscheid können sich alle Master-Studenten, Doktoranden, Post-Docs und Jungunternehmer bewerben, die nicht älter als 35 Jahre sind. Bewerbungsschluss ist der 15. Juni 2015. Die Vorträge werden in englischer Sprache gehalten.

Der beste Vortragende des "Falling Walls Lab" in Jülich qualifiziert sich für das Finale am Montag, 9. November, in Berlin. Insgesamt können die drei besten Kandidaten aus dem Vorentscheid an der Hauptkonferenz in Berlin teilnehmen. Die Konferenz-, Reise- und Übernachtungskosten werden übernommen.

Ziel der internationalen Konferenz, die unter anderem durch die Helmholtz-Gemeinschaft unterstützt wird, ist es gesellschaftlich relevanten Ansätzen eine geeignete Plattform zu geben. Inspiriert wurde die Konferenz durch das 20-jährige Jubiläum des Mauerfalls in Berlin im November 1989.

Infos und Anmeldungen

Website der "Falling Walls Conference"

Gründerpreis für Projekt "ZeitGeist"

Vitali Weißbecker und Andreas Schulze Lohoff vom Institut für Energie- und Klimaforschung waren beim Gründerwettbewerb von Neues Unternehmertum Rheinland e.V. (NUK) erfolgreich. Mit dem Projekt "ZeitGeist" gewannen sie einen der drei mit jeweils 500 Euro dotierten Hauptpreise.

Bei dem geplante Spin-off aus dem Forschungszentrum geht es um die Herstellung eines neuartigen kohlenstoffbasierten Materials für die Anwendung in Brennstoffzellen. Dadurch können Gewicht, Bauraum und Kosten deutlich reduziert und die Marktattraktivität erhöht werden. "Die Idee für die Ausgründung passt hervorragend in die gegenwärtige Diskussion über Brennstoffzellen", so Prof. Harald Bolt, Mitglied des Jülicher Vorstands. "Unser Ziel sind kostengünstige Brennstoffzellen mit hoher Leistungsdichte und längerer Lebensdauer."

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Elektrochemische Verfahrenstechnik (IEK-3)

Promotionspreise für Jülicher Nachwuchsforscher

Dr. Sarah Finkeldei erhält in diesem Jahr den Promotionspreis der Fachgruppe Nuklearchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Die junge Wissenschaftlerin arbeitet am Institut für Energie und Klimaforschung im Bereich Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit. Die GDCh honoriert mit der Auszeichnung Finkeldeis Arbeit "Pyrochlore as nuclear waste form: actinide uptake and chemical stability". Der Preis, der mit 500 Euro dotiert ist, wird Ende August während der Jahrestagung der Fachgruppe im Rahmen des GDCh-Wissenschaftsforums in Dresden überreicht.

Dr. Bernd Zimmermann wurde mit dem "ThyssenKrupp Electrical Steel Dissertationspreis 2015" ausgezeichnet. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird von der Arbeitsgemeinschaft Magnetismus der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) für wissenschaftlich herausragende Forschung im Rahmen einer Doktorarbeit und deren exzellente Vermittlung in Wort und Schrift vergeben. Nominierungsfähig sind wissenschaftlich herausragende Dissertationen auf dem Fachgebiet Magnetismus. Die Preisverleihung fand am 16. März auf der Frühjahrstagung der DPG in Berlin statt. Bernd Zimmermann arbeitet am Jülicher Institutsbereich Quanten-Theorie der Materialien des Peter Grünberg Instituts und des Institute for Advanced Simulation. Er erhielt die Auszeichnung für seine Doktorarbeit "Ab initio description of transverse transport due to impurity scattering in transition metals".

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit (IEK-6)

Peter Grünberg Institut/Institute for Advanced Simulation, Bereich Quanten-Theorie der Materialien (PGI-1/IAS-1)

Platz eins für den Vortrag zur Abschlussarbeit

Paul Prigorodov vom Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung hat im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Keramischen Gesellschaft (DKG) den 1.Platz beim Hans-Walter-Hennicke-Vortragspreis belegt. Mit diesem Preis zeichnet die Deutsche Keramische Gesellschaft (DKG) die drei besten Vorträge zu Abschlussarbeiten aus.

Prigorodov erhielt die mit 1500 Euro dotierte Auszeichnung für den Vortrag zu seiner Masterarbeit. Darin geht es um eine Keramik auf Strontium-Titanat Basis. Durch die Zugabe von Eisen wird die Keramik bei Temperaturen über 700 Grad Celsius leitfähig für Sauerstoffionen und Elektronen. So lässt sich in industriellen Prozessen Sauerstoff aus der Umgebungsluft abtrennen, um das Gas bereitzustellen oder bestimmte Chemikalien zu erzeugen.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren (IEK-1)

Deutschen Keramische Gesellschaft (DKG)

Publikationen

Neue Ausgabe von effzett erschienen

Warum ist nicht nichts? – In der aktuellen Ausgabe von effzett, dem Magazin aus dem Forschungszentrum Jülich, geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Antworten auf eines der größten Rätsel in der Physik. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, warum sich Materie und Antimaterie direkt nach dem Urknall nicht gegenseitig ausgelöscht haben. Die Jülicher Theorie: Die geltenden physikalischen Gesetze sind unvollständig und müssen nachgebessert werden.

Weitere Beiträge beleuchten, wie Belohnung bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS hilft; sie untersuchen die biochemischen Vorgänge, mit denen Pflanzen auf Stressfaktoren wie Licht oder Krankheitserreger reagieren, und zeigen, wie ein Jülicher Doktorand mit viel Fingerspitzengefühl einzelne Moleküle bewegt.

Das Magazin effzett erscheint dreimal im Jahr in einer digitalen Version für Android-Tablets und iPads sowie als gedrucktes Heft auf Deutsch und Englisch. Die Druckfassung steht als ePaper und als PDF-Dokument ebenfalls im Netz. Die englische Version der aktuellen Ausgabe erscheint in Kürze.

Mehr Informationen zum Magazin und zur App

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

ManureEcoMine stellt Pilotanlage vor

17. – 18. April, Axel, Niederlande
Mit einem Tag der offenen Tür stellt das Projekt ManureEcoMine im niederländischen Axel seine neue Pilotanlage vor. Ziel des auf drei Jahre angelegten EU-Forschungsprojekts ist es, Gülle als Rohstoff zur nachhaltigen Düngerproduktion zu nutzen. Eine Anmeldung ist erforderlich.

Mehr Informationen und Anmeldung

Öffentliche Ringvorlesung zum Thema Bioökonomie

27. April, Düsseldorf, Haus der Universität, 18-21 Uhr
Wie gelingt die Versorgung einer zunehmenden Weltbevölkerung mit hochwertigen Nahrungsmitteln? Wie lassen sich gleichzeitig die Anforderungen einer sicheren und wirtschaftlichen Rohstoff- und Energieerzeugung erfüllen? Diese Fragen behandelt das Bioeconomy Science Center bei seiner vierteiligen Ringvorlesung "Grand Challenges der Bioökonomie". Die Auftaktveranstaltung an der Universität Düsseldorf startet mit einer Einführung in die Bioökonomie-Forschung. Als erstes Schwerpunktthema steht dann die weltweite Ernährungssicherheit im Fokus. Aus Sicht der Pflanzenforschung und der Agrarökonomie wird beleuchtet, mit welchen Herausforderungen die Pflanzenzüchtung, die Landwirtschaft und der Handel mit Ernährungsgütern zukünftig konfrontiert sein werden und wie diese Herausforderungen im Rahmen einer nachhaltigen Bioökonomie angegangen werden können.
Die darauffolgenden Vorlesungen sind für den 10. Juni, den 9. September sowie den 18. November 2015 geplant.

 Weltweite Ernährungssicherheit als Herausforderung der Bioökonomie (27.4.2015) (PDF, 1 MB)

Pressekontakt: Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


Servicemenü

Homepage