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Kurznachrichten März 2016

Brüssel fördert die Forschung an den Grundlagen unserer Existenz

Prof. Hans Ströher, Direktor des Jülicher Instituts für Kernphysik (IKP), erhält einen Advanced Grant des Europäischen Forschungsrates (European Research Council, ERC) in Brüssel. Der ERC fördert damit Ströhers Forschung zur Suche nach elektrischen Dipolmomenten (EDM) von elementaren Materiebausteinen – und damit nach den Grundlagen für die Existenz unseres Universums. Die Förderung für das Projekt "srEDM" beträgt etwa 2,4 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren; Partner sind die RWTH Aachen (Prof. Jörg Pretz) und die Universität Ferrara (Prof. Paolo Lenisa). Rund 2000 Forscherinnen und Forscher hatten sich für den Advanced Grant des ERC beworben.

Bei der Entstehung unseres Universums entstanden gleichzeitig Materie und Antimaterie – und hätten sich eigentlich sofort gegenseitig vernichten müssen. Weshalb sie das nicht getan haben, ist eines der großen Rätsel der Physik. Ströher und die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen den Grund für die Materie-Antimaterie-Asymmetrie des Universums, dem wir unsere Existenz verdanken. Der Physiker hofft, diesen in geladenen Teilchen wie Protonen nachweisen zu können: als winzig kleine, aber messbare Ungleichheit in der Verteilung ihrer Ladung, dem sogenannten elektrischen Dipolmoment. Ziel von srEDM ist es, für die ersten Messungen den Jülicher Teilchenbeschleuniger COSY zu nutzen. Für die Messung mit höchster Präzision wird schließlich aber ein völlig neuartiger Speicherring benötigt, der mit zwei gegenläufigen Teilchenstrahlen betrieben werden soll. An diesem Projekt arbeiten mehr als 100 Forscher aus zehn Ländern in der Kollaboration JEDI – Jülich Electric Dipole Investigations – zusammen.

Mit den Advanced Grants fördert der ERC herausragende etablierte Spitzenforscher. Hans Ströher hatte bereits 2010 einen Advanced Grant für seine Untersuchungen zur Erzeugung polarisierter Antiprotonen erhalten.

Institut für Kernphysik, Bereich Experimentelle Hadronendynamik (IKP-2)

JEDI-Kollaboration

"Warum ist nicht nichts?" – Die Forschung am elektrischen Dipolmoment im Magazin effzett

Jülicher Atmosphärenforscher Partner von ACTRIS

Als Teil des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) ging im März auch das Atmosphären-Infrastrukturprojekt ACTRIS (Aerosol, Clouds and Trace gases Research Infrastructure) offiziell an den Start. Das Jülicher Institut für Troposphärenforschung ist einer der deutschen Partner in dem Projekt. Mit ACTRIS sollen bodengebundene Messungen von Aerosolen, Wolken und Spurengasen künftig dauerhaft in einem gesamteuropäischen Verbund durchgeführt und die Daten einem breiten Nutzerkreis zugänglich gemacht werden. Die Ergebnisse dienen dem Schutz der menschlichen Gesundheit und der Umwelt sowie der Anpassung an den Klimawandel.

Die Jülicher Troposphärenforscher beteiligen sich an ACTRIS mit ihrem Kalibrierzentrum für Stickoxide, das gegenwärtig zum "World Calibration Centre for Nitrogen Oxides" (WCC-NOx) ausgebaut wird. Am Institut ist bereits das "World Calibration Centre for Ozone Sondes" (WCCOS) angesiedelt. Die insgesamt 16 WCC sind eine Einrichtung der World Meteorologial Organization (WMO) für ein weltweites Netzwerk von Messstationen, die die Entwicklung atmosphärisch relevanter Spurengase beobachten (Global Atmospheric Watch, GAW). Im Rahmen einer Qualitätssicherung überprüfen die WCC die Geräte der Messstationen und stellen damit sicher, dass sie nachvollziehbar korrekt arbeiten.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Troposphäre (IEK-8)

Website von ACTRIS

John Dalton Medal für Harry Vereecken

Prof. Harry Vereecken, Direktor des Instituts für Bio- und Geowissenschaften, erhält die John Dalton Medal der European Geoscience Union (EGU). Der Wissenschaftler wird damit für seine bahnbrechende Forschung auf dem Gebiet der Hydrologie ausgezeichnet. Die Medaille wird im Rahmen der Jahrestagung der EGU am 21. April in Wien verliehen.

Vereecken leitet die Jülicher Agrosphärenforschung und lehrt am Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz der Universität Bonn. Im Zentrum seiner Forschung stehen die terrestrischen Ökosysteme – Wasser- und Materieflüsse im Boden –, die Austauschprozesse zwischen der Erdoberfläche und der Atmosphäre sowie die Entwicklung hydrogeophysikalischer Verfahren. Der Wissenschaftler koordiniert seit 2008 das Großprojekt TERENO (TERestrial ENvironmental Observatories), ein Netzwerk von vier Observatorien zur Erdbeobachtung von der norddeutschen Tiefebene bis zu den bayerischen Alpen. Das Projekt vereint Hydrologen, Bodenforscher, Biologen, Klimatologen und Sozioökonomen. Sie untersuchen, welche lokalen Folgen der globale Klimawandel für Boden, Wasser, Vegetation und schließlich den Lebensraum des Menschen hat.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

Website von TERENO

Website der European Geoscience Union (EGU)

Superrechner liefern Modelle des Öko-Systems Wasser-Boden-Luft

Grundwasser, Landoberfläche und Atmosphäre sind durch komplexe Prozesse und Wechselwirkungen miteinander verbunden. Um dieses komplexe Wechselspiel zu simulieren, ist eine Rechenleistung wie die der Jülicher Supercomputer JUQUEEN und JURECA notwendig. Unter dem Dach der Forschungsinitiative "High-Performance Scientific Computing in Terrestrial Systems" (HPSC-TerrSys) des Geoverbundes ABC/J entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe dieser Rechner Modelle für die Simulation des terrestrischen Geo-Ökosystems. Die tagesaktuellen Simulationen sind jetzt auf einem eigenen YouTube-Kanal zu finden.

Grundlage der Simulationen sind aktuelle Daten des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage und des Deutschen Wetterdienstes. Die Videos zeigen jeweils Simulationen für 24 und 72 Stunden. Sie werden täglich aktualisiert und auf YouTube hochgeladen.

Derzeitiger Koordinator von HPSC-TerrSys ist das Jülicher Institut für Agrosphärenforschung. Weitere Partner sind die RWTH Aachen sowie die Universitäten Köln und Bonn.

TerrSys auf der Website des Forschungszentrums:
www.fz-juelich.de/terrsys

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

Website von HPSC-TerrSys

Website des Geoverbundes ABC/J

Preisgekrönte Bakteriensensoren

Prof. Julia Frunzke wurde mit dem diesjährigen Forschungspreis der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM) geehrt. Die Wissenschaftlerin am Jülicher Institut für Biotechnologie und Juniorprofessorin an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf erhielt die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihre aktuelle Forschung an Bakteriensensoren für die Biotechnologie.

Bakterien können Moleküle und Umweltbedingungen messen – diese Fähigkeiten macht sich Julia Frunzke zu Nutze und entwickelt mit ihrer Arbeitsgruppe Biosensoren, die beispielsweise Aminosäuren in Corynebacterium glutamicum aufspüren. Dieses Bakterium produziert für die biotechnische Industrie Aminosäuren, Proteine und weitere Substanzen. Der Sensor wird mit einem Fluoreszenz-Protein gekoppelt; dadurch wird die Produktion von Aminosäuren in einzelnen Zellen als leuchtendes Signal sichtbar. So lassen sich beispielsweise Bakterienstämme finden, die große Mengen bestimmter Aminosäuren produzieren. Anhand des Fluoreszenz-Signals können diese dann gezielt ausgewählt und anschließend weiter gezüchtet und untersucht werden. Die Jülicher Gruppe konnte auf diese Weise Mutationen identifizieren, mit denen sich die Produktion um mehr als 100 Prozent steigern lässt und dabei gleichzeitig weniger unerwünschte Nebenprodukte anfallen.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM)

Wegweisende Forschung an Glutamat-Transportern

Dr. Jan-Philipp Machtens vom Institute of Complex Systems des Forschungszentrums Jülich wurde mit dem renommierten Du Bois-Reymond-Preis der Deutschen Physiologischen Gesellschaft (DPG) ausgezeichnet. Die DPG würdigte mit dem Preis die Forschung des Nachwuchswissenschaftlers an Membranproteinen von Nervenzellen im Gehirn, den sogenannten Glutamat-Transportern. Die neuen Erkenntnisse könnten dabei helfen, Medikamente gegen krankhafte Störungen von Glutamat-Transportern zu entwickeln.

Glutamat ist ein wichtiger Neurotransmitter: Als Botenstoff sorgt es dafür, dass zwischen den Nervenzellen Signale weitergeleitet werden. Zuviel Glutamat schädigt jedoch das Gehirn, was beim Schlaganfall oder neurodegenerativen Erkrankungen zu beobachten ist. Transport-Proteine in der Zellmembran pumpen deshalb das freigesetzte Glutamat nach der Signalübertragung in die benachbarten Zellen zurück. Das Besondere: Die Transporter haben eine zweite Funktion als Chlorid-Kanäle, die geöffnet und geschlossen werden können. Wie ein elektrischer Leiter erlauben sie negativ geladenen Ionen – beim Menschen sind das in erster Linie Chloridionen - die sonst undurchlässige Zellmembran zu überqueren.

Jan-Philipp Machtens konnte mithilfe von Experimenten und Simulationen auf Jülicher Supercomputern zeigen, wie diese Transporter neben dem aktiven Glutamat-Transport auch die zweite Aufgabe übernehmen: Wie ein Schalter öffnen sie in der Zellmembran einen Kanal, durch den Chloridionen ins Innere der Nervenzelle gelangen. Die neuen Erkenntnisse über die unterschiedlichen Mechanismen von Glutamat-Transportern ermöglichen jetzt die Suche nach Wirkstoffen für Medikamente, die bei krankhaften Störungen des Glutamat-Transports oder der Leitung von Chloridionen in die Nervenzelle eingesetzt werden können.

Institute of Complex Systems, Bereich Zelluläre Biophysik (ICS-4)

Deutsche Physiologische Gesellschaft (DPG)

"Jugend forscht": Marius Ziemke eine Runde weiter

Marius Ziemke hat die nächste Hürde genommen: Der Sieger beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht – Schüler experimentieren" im Forschungszentrum Jülich setzte sich im Fachgebiet "Arbeitswelt" auch beim Landeswettbewerb in Leverkusen durch und belegte einen ersten Platz. Der Schüler vom Städtischen Gymnasium Herzogenrath überzeugte erneut mit seinem Projekt, den Arbeitsablauf beim Zusammenstellen von Artikeln aus einem Lager effektiver zu gestalten. Dazu programmierte er eine Anwendung, die moderne Datenbrillen mit benutzerfreundlichen Softwarelösungen verbindet.

Insgesamt qualifizierten sich 15 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen für den 51. Bundeswettbewerb. Das diesjährige Finale von "Jugend forscht" findet vom 26. bis 29. Mai in Paderborn statt.

Pressemitteilung zum Regionalwettbewerb Jugend forscht im Forschungszentrum Jülich

Website Jugend forscht

Energiewende und Gesellschaft

Die Herausforderungen der Energiewende in Deutschland standen im Mittelpunkt der Helmholtz-Forschungsallianz ENERGY-TRANS. Über einen Zeitraum von fünf Jahren erforschten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Umbau des Energiesystems und analysierten die vielfältigen Schnittstellen zwischen technischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren. Als Partner in der Allianz untersuchte das Jülicher Institut für Energie- und Klimaforschung unter anderem Einsparpotenziale im Energiesystem. Zudem erstellten die die Jülicher Forscher gemeinsam mit den Projektpartnern sozioökonomische Szenarien auf regionaler und nationaler Ebene. Die Ergebnisse wurden jetzt bei einer Tagung in Berlin als Empfehlungen an die Politik vorgestellt. Ein wichtiges Resultat: Die Bürger müssen besser in Entscheidungen eingebunden werden.

So konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler belegen, dass Anwohner Entscheidungen über Infrastrukturprojekte eher mittragen, wenn sie vorher früh und angemessen eingebunden werden. Projekte wie Stromtrassen oder Wind- und Solarparks könnten dann sogar von der Expertise der Bürger vor Ort profitieren. Daneben müssen die Bürger aber auch eine neue Rolle im Energiesystem übernehmen: Aus dem reinen "Konsument" wird der "Prosument", der zum Beispiel als Produzent von Solarenergie den eigenen Bedarf deckt und gleichzeitig Strom ins Netz einspeist.

Neben dem Forschungszentrum waren drei weitere Helmholtz-Zentren, vier Universitäten und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung an dem Verbund beteiligt; koordiniert wurde die Allianz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Als kompakte "Policy Briefs" können die Forschungsergebnisse im Internet heruntergeladen werden.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Systemforschung und Technologische Entwicklung (IEK-STE)

Website von ENERGY-TRANS und "Policy Briefs"

Pressemitteilung des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

Forschungszentrum setzt auf Nachhaltigkeit

Das Forschungszentrum Jülich hat sich mit Beginn 2016 zum nachhaltigen Wirtschaften und Handeln nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) verpflichtet. Der Kodex, den der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) herausgebracht hat, beinhaltet 20 verbindliche Kriterien zur Nachhaltigkeit, die Unternehmen und Einrichtungen belegbar erfüllen oder anstreben müssen. Die Kriterien beinhalten Aspekte zur strategischen Ausrichtung des jeweiligen Unternehmens, seinem Prozessmanagement, Umweltschutz und Ressourcenmanagement sowie gesellschaftlich relevante Aspekte. Das Forschungszentrum Jülich ist die 114. Organisation, die ihre "Entsprechungserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex" beim RNE erfolgreich eingereicht hat und das erste Zentrum innerhalb der Helmholz-Gemeinschaft, das sich dem Kodex verpflichtet.

Die Beiträge des Forschungszentrums zum Projekt leistet die Stabsstelle Zukunftscampus (ZC). Sie wurde 2012 eingerichtet, um Nachhaltigkeit in Forschung und Management des Forschungszentrums zu verankern. 2014 erschien der erste Jülicher Nachhaltigkeitsbericht, der die bisherigen Aktivitäten dokumentiert.

Entsprechungserklärung zum Deutschen Nachhaltigkeitskodex (Website DNK)

Stabsstelle Zukunftscampus

Nachhaltigkeitsbericht des Forschungszentrums (ePaper)

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

Tag der Neugier im Forschungszentrum

5. Juni 2016, Forschungszentrum Jülich
Das Forschungszentrum Jülich freut sich am Sonntag, 5. Juni 2016, auf viele neugierige Gäste. Von 10 bis 17 Uhr können kleine und große Besucherinnen und Besucher den Campus erkunden, Forschung hautnah erleben und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen. Kinder sind eingeladen, an einer Forschungsrallye teilzunehmen und auf eigene Faust auf dem Campus Antworten zu kniffligen Rätselfragen zu finden. Schüler und Studierende können sich über Ausbildung und Karrieremöglichkeiten informieren und das Campusleben kennenlernen. Allen, die gerne experimentieren, bietet das Seebühnenprogramm Wissens- und Experimentiershows zum Mitmachen.

Der diesjährige Tag der Neugier steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Das Forschungszentrum wird 60 Jahre alt. Unter dem Motto "60 Jahre – Forschung im Zentrum" bringt unter anderem eine neue Ausstellung den Besuchern die Geschichte des Forschungszentrums näher und eröffnet Ausblicke in die Zukunft.

Der Eintritt zu allen Aktivitäten ist frei und der Campus mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar.

Mehr Informationen zum Tag der Neugier 2016

Pressekontakt

Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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