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Kurznachrichten Mai 2016

Geballte Rechenpower für Jülicher Alzheimer-Forschung

Für ein Projekt, das molekulare Ursachen von Alzheimer mit aufwändigen Computersimulationen erforscht, haben Wissenschaftler des Jülicher Institute of Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie, jetzt gemeinsam mit Kollegen der finnischen Universität von Helsinki umfangreiche Rechenzeit auf Supercomputern erhalten. Das nationale Gauss Zentrum für Supercomputing (GCS) bewilligte dem Team um Jun.-Prof. Birgit Strodel und Dr. Michael C. Owen dafür die Nutzung von 10 Millionen CPU-Stunden auf dem Münchener Höchstleistungsrechner SuperMUC. Das entspricht in etwa der Rechenleistung von 10 Millionen normal leistungsfähigen Laptop-Computern in einer Stunde.

Im Fokus der Forscher stehen Wechselwirkungen zwischen der Membran von Nervenzellen und dem Protein Amyloid-beta (Aβ). Die Verklumpung dieses körpereigenen Proteins im Gehirn führt zur Bildung schädlicher Aggregate, die für das massenhafte Absterben von Nervenzellen bei Alzheimer verantwortlich gemacht werden. Dabei entstehen zunächst kleinere Verklumpungen aus wenigen Molekülen, sogenannte Aβ-Oligomere, die besonders toxisch sind und eine Schlüsselrolle für den Krankheitsverlauf zu spielen scheinen.

Experimentelle Hinweise deuten darauf hin, dass Membranen einen fördernden Einfluss auf die Bildung dieser frühen Aggregatformen haben. Doch was sich dabei auf der molekularen Ebene tatsächlich abspielt, ist bislang ungeklärt. Nun wollen die Forscher den Vorgang in zahlreichen parallelen Simulationen erstmals im atomgenauen Detail nachvollziehen, um die bestimmenden Faktoren für die Verklumpung zu identifizieren. Das Verhalten der Aβ-Moleküle wird dabei an virtuellen Modellmembranen getestet, die denen von Nervenzellen gleichen.

Das GCS betreibt die leistungsfähigste Infrastruktur für Supercomputing in Europa. Das Zentrum ist eine Allianz der drei nationalen Supercomputing-Standorte: des High Performance Computing Centers in Stuttgart, des Jülich Supercomputing Centre (JSC) und des Leibniz Supercomputing Centre in Garching nahe München.

Institute of Complex Systems, Bereich Strukturbiochemie (ICS-6)

Vertonte Bildstrecke Jun.-Prof. Birgit Strodel

Klein, stark, leise: Range Extender made in NRW

Ein kompakter, sparsamer und leiser Range-Extender für Elektrofahrzeuge: Das ist das Ziel eines gemeinsamen Projekts von Industriepartnern, der Fachhochschule Aachen und des Forschungszentrums Jülich, das jetzt an den Start ging. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das auf drei Jahre angelegte Vorhaben mit insgesamt rund einer Million Euro.

Ein großes Problem für Elektromobile ist ihre geringe Reichweite. Für Langstreckenfahrten ist ein Range Extender notwendig: Mit seinem Verbrennungsmotor betreibt er einen Generator, der während der Fahrt die Batterie lädt und damit die Reichweite erhöht. Ein Problem bisheriger Range Extender ist ihre Größe und ihr Gewicht. Forschungszentrum, FH sowie die Firmen ECC (Eschweiler) und entec-engineering (Essen) wollen in drei Jahren ein kleines, leichtes und leistungsstarkes Aggregat entwickeln: Mit einem Volumen von rund 30 Litern und einem Gewicht von etwa 30 Kilogramm soll der Range Extender made in NRW leicht zu handhaben sein und ähnlich wie ein Fahrradträger bei Bedarf schnell auf die Anhängerkupplung eines Fahrzeugs montiert werden können.

Am Jülicher Peter Grünberg Institut /Jülich Centre for Neutron Science wird der Schallschutz des neuartigen Range Extenders entwickelt und erforscht, wie er in das elektrische Bordnetz eines E-Mobils integriert werden muss. Diesen Teil des Projektes fördert das Bundeswirtschaftsministerium mit rund 188.000 Euro.

Peter Grünberg Institut /Jülich Centre for Neutron Science (JCNS), Bereich Technische und administrative Infrastruktur

Erfolgreiche Biotech-Ausgründung

Agilent Technologies, amerikanischer Marktführer für Analytikinstrumente und -verfahren für Labore, brachte mit "VistaFlux" im April erstmals eine kommerzielle Software für die metabolische Flussanalyse heraus. Ein wichtiger Baustein des Software-Pakets, mit dem sich Stoffwechsel-Untersuchungen mithilfe von Isotopen-Markierungsexperimenten auswerten lassen, kommt von der Firma Omix Visualization mit Sitz in Lennestadt. Dahinter steht Dr. Peter Droste, der bis 2013 im Team von Prof. Wolfgang Wiechert am Jülicher Institut für Biotechnologie forschte und dann ein eigenes Unternehmen gründete.

Das komplette "VistaFlux"-Paket ist speziell auf die Krebsforschung ausgerichtet und soll dabei helfen, den Metabolismus der Krebszellen besser zu verstehen. Mit der Omix-Software lassen sich komplexe Datensätze über Stoffwechselvorgänge in Zellen visualisieren und interaktiv analysieren. Omix nutzt dazu modernste Techniken der Visualisierung von Informationen, um auch Laien einen intuitiven Zugang zur biologischen Information hinter den gemessenen Daten zu erschließen. Gemeinsam mit dem Jülicher Institut wurde eine ganze Reihe von Software-Paketen entwickelt, die Omix für unterschiedliche Anwendungen in Biotechnologie und Medizin nutzbar machen.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Homepage von Omix Visualization

Katrin Amunts neue stellvertretende Vorsitzende des Ethikrats

Die Neurowissenschaftlerin Prof. Katrin Amunts vom Forschungszentrum Jülich ist neue stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. Bereits im März war die Jülicher Hirnforscherin auf Vorschlag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erneut in den unabhängigen Sachverständigenrat berufen worden, in dem sie seit 2012 Mitglied ist. Am Forschungszentrum leitet Amunts das Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns. Außerdem ist sie Direktorin des Cécile und Oskar Vogt-Instituts für Hirnforschung an der Heinrich- Heine-Universität Düsseldorf.

Der Deutsche Ethikrat ist sowohl Dialogforum für gesellschaftliche Debatten zu ethischen Fragestellungen als auch Beratungsgremium für die Bundespolitik. Er soll die ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft verfolgen, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben.

Der Ethikrat wurde als Gremium 2007 in der Nachfolge des Nationalen Ethikrats gebildet. Er hat 26 Mitglieder, die unterschiedliche ethische Ansätze und persönliche Überzeugungen repräsentieren. Seine Mitglieder werden je zur Hälfte vom Deutschen Bundestag und der Bundesregierung vorgeschlagen und vom Präsidenten des Deutschen Bundestages für die Dauer von vier Jahren berufen.

Institut für Neurowissenschaften und Medizin, Bereich Strukturelle und funktionelle Organisation des Gehirns (INM-1)

Cécile und Oskar Vogt-Institut für Hirnforschung

Lise Meitner-Preis für Ulf-G. Meißner

Prof. Ulf-G. Meißner, Direktor des Jülicher Instituts für Kernphysik und des Institute for Advanced Simulation, erhält den Lise Meitner-Preis 2016 der Europäischen Physikalischen Gesellschaft. Der Wissenschaftler wird damit für seine Arbeiten auf dem Gebiet der effektiven Feldtheorie in der Hadronen- und Kernphysik ausgezeichnet.

Der Lise Meitner-Preis ist die höchste europäische Auszeichnung auf den Gebieten der angewandten, experimentellen und theoretischen Kernphysik. Der alle zwei Jahre verliehene Preis besteht aus einer Medaille und ist mit 5.000 Euro dotiert. Meißner, der an der Universität Bonn lehrt, erhält die Auszeichnung im Laufe des Jahres im Rahmen einer wissenschaftlichen Tagung im Forschungszentrum.

Institut für Kernphysik, Bereich Theorie der starken Wechselwirkung (IKP-3/IAS-4)

European Physical Society (EPS)

Vertonte Bildstrecke zu Ulf-G. Meißner

Sieben neue "HITEC-Fellows"

Die Helmholtz-Graduiertenschule HITEC hat sieben neue Doktorandinnen und Doktoranden. Die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt setzten sich mit ihren Projekten in einer einwöchigen Vorauswahl im Forschungszentrum Jülich unter 16 Kandidaten durch. Drei erfolgreiche Nachwuchsforscher stammen aus Indien, vier weitere kommen aus Deutschland, Südkorea, Litauen und Russland. Die Auswahl traf ein international besetztes Gremium der Graduiertenschule. Das Forschungszentrum und seine Partner unterstützen die "HITEC-Fellows" während ihrer Promotion finanziell. Insgesamt waren 269 Bewerbungen eingegangen.

HITEC (Helmholtz Interdisciplinary Doctoral Training in Energy and Climate Research) ist eine Graduiertenschule, die das Forschungszentrum zusammen mit den Universitäten Aachen, Bochum, Köln, Düsseldorf und Wuppertal unterhält. Der Fokus der Förderung liegt auf zukunftsweisenden Themen der Energie- und Klimaforschung.

Website von HITEC

Aktuelle Termine

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

Tag der Neugier im Forschungszentrum

5. Juni, Forschungszentrum Jülich
Das Forschungszentrum öffnet am Sonntag, 5. Juni 2016, seine Türen und freut sich auf viele neugierige Gäste. Von 10 bis 17 Uhr können kleine und große Besucherinnen und Besucher den Campus erkunden, Forschung hautnah erleben und mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ins Gespräch kommen.

Der diesjährige Tag der Neugier steht im Zeichen eines besonderen Jubiläums: Das Forschungszentrum wird 60 Jahre alt. Unter dem Motto "60 Jahre – Forschung im Zentrum" bringt unter anderem eine neue Ausstellung den Besuchern die Geschichte des Forschungszentrums näher und eröffnet Ausblicke in die Zukunft.

Der Eintritt zu allen Aktivitäten ist frei und der Campus mit dem öffentlichen Nahverkehr gut erreichbar.

Mehr Informationen zum Tag der Neugier

Eine App zum Tag der Neugier

Für den Tag der Neugier 2016 des Forschungszentrums Jülich am Sonntag, 5. Juni, gibt es eine eigene App. Auf dem Smartphone installiert, liefert sie Informationen zur Anfahrt und führt durch das Programm. Der "Campusplan" leitet Besucherinnen und Besucher zu Forschungs-Highlights und Instituten. Die App sollte bereits im Vorfeld der Veranstaltung heruntergeladen werden.

Link zur App

Infos bei den Jülich Blogs

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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