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Kurznachrichten September 2017

ERC-Grant hilft beim Aufbau einer neuen Software-Plattform

Prof. Rafal Dunin-Borkowski vom Forschungszentrum Jülich und der RWTH Aachen erhält einen "Proof of Concept" Grant des Europäischen Forschungsrates (ERC). Der Direktor des Jülicher Ernst Ruska-Centrums für Mikroskopie und Spektroskopie mit Elektronen erhält den mit 150.000 Euro dotierten Grant für ein Vorhaben, das auf das Projekt IMAGINE aufbaut, für das der Wissenschaftler 2012 einen Advanced Grant des ERC erhielt. Dabei geht es darum, in den nächsten 18 Monaten eine offene Software-Plattform für die Verwendung von sogenannten Pixeldetektoren in der Elektronenmikroskopie aufzubauen. Bei diesen innovativen Detektoren spielt die Software eine wichtige Rolle: Bei dem Verfahren entstehen große Datenmengen, ihre Auswertung erfordert eine entsprechende Rechenleistung.

Am Ernst Ruska-Centrum soll nun zusammengeführt werden, was die Hersteller von Elektronenmikroskopen und einzelne Forschungsgruppen bisher an unterschiedlicher Software für die Nutzung der Pixeldetektoren entwickelt haben. Die neue Plattform soll sowohl Forschern als auch Herstellern zur Verfügung stehen und damit zur Grundlage weiterer Entwicklungen werden.

Webseite des Ernst Ruska-Centrums

Pressemitteilung zum Advanced Grant vom 14. Dezember 2012

Pressemitteilung des ER-C

Wie sich der Klimawandel auf das Grundwasser auswirkt

Grundwasser hat für den Menschen und die Natur eine große Bedeutung. Es speist Flüsse, dient der Erhaltung von Biotopen, versorgt uns mit Trinkwasserversorgung und sichert die Wasserversorgung in Landwirtschaft und Industrie. Natürliche, jahreszeitbedingte Wetteränderungen führen zu normalen Schwankungen der Grundwasserneubildung und damit auch des Grundwasserspiegels. Doch wie wirken sich längerfristige, durch den Klimawandel ausgelöste Veränderungen auf das Grundwasser aus? Und was bedeutet dies für die zukünftige Bewirtschaftung der Grundwasserressourcen? Diesen Fragen ist ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Forschungszentrums Jülich zusammen mit Kollegen aus dem Niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Hannover nachgegangen.

Basierend auf dem im Jülicher Institut für Agrosphärenforschung entwickelten Wasserhaushaltsmodell mGROWA wurden räumliche und zeitliche Projektionen für die Grundwasserneubildung in Niedersachsen bis zum Jahr 2100 erstellt. Als klimatische Eingangsgrößen wurden Daten aus verschiedenen Klimamodellen verwendet. Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, in welchem Ausmaß der Klimawandel die Grundwasserbewirtschaftung langfristig vor neue Herausforderungen stellen kann. Es zeigte sich, dass die zu erwartende Auswirkung auf die Grundwasserneubildung stark abhängig vom verwendeten Klimamodell ist: Ein Gleichbleiben oder ein leichter Anstieg der Grundwasserneubildung ist ebenso möglich wie eine starke Verringerung. Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass die bis jetzt noch bestehenden Unsicherheiten in den Klimamodellen zunächst weiter reduziert werden müssen, bevor die Projektionen der Grundwasserneubildung für die Planung künftiger Maßnahmen zur Erhaltung des Grundwasserspiegels verwendet werden können.

Originalveröffentlichung

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Agrosphäre (IBG-3)

Bäume als Wolkenmacher

Wer gerne im Wald spazieren geht, kennt ihn: den typischen würzigen Waldgeruch. Verursacht wird er unter anderem durch gasförmige organische Moleküle, die die Bäume in die Luft abgeben. Diese Moleküle sind auch Ausgangsstoffe für Wolkenkeime, die Aerosole, kleinste Teilchen in der Luft. Wie verändert der Klimawandel diese Ausdünstungen? Und wirken sich veränderte Ausdünstungen dann wiederum auf das Klima aus? Jülicher Forscher haben untersucht, wie Stress – etwa durch Hitze und Trockenheit oder Schädlinge – die Emissionen der Bäume verändert, und damit ihre Fähigkeit Wolken zu bilden.

In einer Pflanzenkammer setzten sie dafür Tannen-, Fichten und Birkenschösslinge verschiedenen Stresssituationen aus und analysierten anschließend die abgegebenen organischen Verbindungen und welche Aerosole, also Wolkenkeime, daraus entstanden. Trockenstress und Hitze führten zu kleineren Aerosolen. Aus diesen bilden sich eher grauere Wolken, die das Klima nur wenig kühlen und Regen mit sich bringen. Schädlingsbefall hingegen führt zu größeren Aerosolen, was eher zu weißeren Wolken führt, die besser kühlen als graue Wolken. Freilandversuche müssen nun zeigen, ob diese Prozesse auch im großen Maßstab über Wäldern stattfinden und welche Auswirkungen sie auf die Wolkenbildung und damit das Klima haben.

Originalartikel:
DOI: 10.1038/ncomms14067

Lesen Sie dazu auch den Beitrag in der aktuellen Ausgabe des Jülicher Magazins "effzett"

Fusionsanlage Wendelstein 7-X geht in die zweite Runde

Die Plasmaexperimente an der Fusionsanlage Wendelstein 7-X in Greifswald haben nach 15 Monaten Umbaupause wieder begonnen. Physiker vom Forschungszentrum Jülich waren am Aufbau dieser weltweit größten Kernfusionsanlage vom Typ Stellarator beteiligt. Gleich zu Beginn der neuen Kampagne lieferte die von ihnen entwickelte und mit neuen Messköpfen ausgestattete Messtechnik erste Ergebnisse über die Eigenschaften der Plasmarandschicht. Die Daten werden benötigt, um die Wechselwirkungen des 100 Millionen Grad heißen Plasmas mit den Wänden des Reaktors zu erforschen.

Die Jülicher Wissenschaftler entwickelten ein Instrument, das für das gesamte Forschungsteam an Wendelstein 7-X unverzichtbar ist: Der sogenannte Sondenmanipulator fährt Messköpfe für einige Millisekunden in das Randplasma – nur so lange halten die Messköpfe den Belastungen stand. In der zurückliegenden Umbauphase der Anlage für höhere Heizleistungen und längere Pulse wurde auch der Sondenmanipulator erweitert und mit weiteren Messköpfen versehen. Es können nun der Verlauf der Dichte und Temperatur des Plasmas sowie das lokale Magnetfeld am Plasmarand vermessen werden.

Im Laufe der neuen Kampagne werden wichtige Messdaten erwartet, die die Funktionalität des sogenannten Divertors nachweisen sollen. Die Wandkomponente, die der Auskopplung der Helium-Asche aus dem Plasma dient, ist für die zukünftig angestrebte Energiegewinnung von entscheidender Bedeutung und besonders starken Belastungen ausgesetzt. In der nächsten Kampagne sollen die Messungen den geplanten Dauerbetrieb mit wassergekühltem Divertor ermöglichen.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Plasmaphysik (IEK-4)

Informationen zu Wendelstein 7-X

Neuer Bibliometriedienst beleuchtet Zitationen auf Social Media

Das Forschungszentrum Jülich erprobt für drei Jahre den Online-Bibliometriedienst des Datenanbieters "Altmetric", der die Resonanz auf Publikationen Jülicher Wissenschaftler in sozialen Medien, Online-Nachrichtenportalen und anderen Websites abbildet. Von Altmetric.com erfasst werden kann jede wissenschaftliche Publikation, die mit einer DOI (Digital Object Identifier) versehen ist. Diese ist jedoch nicht das ausschließliche Merkmal bei der Erfassung von Zitationen zu wissenschaftlichen Publikationen in Netz. Um die Online-Resonanz für Publikationen zu erkennen, werden ab sofort ausgewählte Pressemitteilungen des Forschungszentrums zu wissenschaftlichen Publikationen auf der Website des Forschungszentrums mit einem entsprechenden Piktogramm versehen. Dieses steht bei der Angabe der Originalpublikation und enthält Anzahl der Nennungen und Informationen zu den Kanälen, die auf der Website des Anbieters näher spezifiziert werden. Zudem ist der "Altmetrics-Explorer" über das Datenbankangebot der Zentralbibliothek zugänglich. Jülich ist das erste Zentrum der Helmholtz-Gemeinschaft, welches "Altmetrics" einsetzt.

"Altmetrics" ist ein Begriff aus der Bibliometrie, der in den vergangenen Jahren entstanden ist. Er bezeichnet "alternative Indikatoren" bei der Erfassung der Bedeutsamkeit einer wissenschaftlichen Arbeit anhand von messbaren Kriterien. Die Einführung solcher "Altmetrics" wurde vor einigen Jahren in Fachkreisen diskutiert, als die Frage aufkam, ob die klassischen Indikatoren im Internetzeitalter noch die wissenschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung von Forschungsarbeiten adäquat widerspiegeln.

Altmetric

Prof. Michelle Watt erhielt die Dundee Medal 2017

Prof. Michelle Watt hat die Dundee Medal 2017 der International Society of Root Research (ISRR) erhalten. Die Direktorin des Jülicher Instituts für Pflanzenwissenschaften und Professorin für Crop Root Physiology an der Universität Bonn ist die dritte Trägerin der Auszeichnung, die für besondere Verdienste in der Erforschung der Physiologie von Pflanzenwurzeln verliehen wird. Der Preis wurde 2012 bei der achten Jahrestagung der ISRR in Dundee ins Leben gerufen.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Pflanzenwissenschaften (IBG-2)

International Society of Root Research (ISRR)

Prof. Giuseppe Modolo mit Fritz-Straßmann-Preis geehrt

Prof. Giuseppe Modolo wurde mit dem Fritz-Straßmann-Preis 2017 der Fachgruppe Nuklearchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausgezeichnet. Der Wissenschaftler vom Jülicher Institut für Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit erhielt den Preis im Rahmen des diesjährigen "Wissenschaftsforums Chemie" in Berlin für seine "hervorragenden Forschungsleistungen im Bereich der Actinidenabtrennung und -extraktionschemie", so die Begründung der GDCh. Modolo habe "zahlreiche richtungsweisende Konzepte und Prozesse der Acitiniden-Lanthaniden-Trennung sowie zur "höchst anspruchsvollen Trennung" der beiden radioaktiven Metalle Americium und Curium entwickelt. Darüber hinaus würdigt die GDCh mit dem Preis Modolos "außerordentliches Engagement in der Lehre".

Fritz Straßmann (1902-1980) gehört zu den Entdeckern der Kernspaltung. Der nach ihm benannte Preis wird seit 1984 alle vier Jahre vergeben.

Institut für Energie- und Klimaforschung, Bereich Nukleare Entsorgung und Reaktorsicherheit (IEK-6)

Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh)

Dr. Christoph Bäumer mit dem Helmholtz-Doktorandenpreis ausgezeichnet

Dr. Christoph Bäumer erhielt im September den Helmholtz-Doktorandenpreis für besonders herausragende Arbeiten. Der Physiker vom Jülicher Peter Grünberg Institut wurde bereits im Juni mit dem Exzellenzpreis des Forschungszentrums ausgezeichnet. Bäumer hat mit seiner Forschung wesentlich zu einem besseren Verständnis der Prozesse in sogenannten memristiven Speicherbauelementen beigetragen. Diese Speicher gelten als äußerst schnell und energiesparend – und sie sind nichtflüchtig, die Daten bleiben auch noch dann erhalten, wenn der Strom abgeschaltet wird. Mit diesen Eigenschaften könnten sie die Computertechnik in den nächsten Jahren revolutionieren. Dem Nachwuchswissenschaftler gelang es, die Schaltvorgänge im Material der Speicher mithilfe von Elektroden aus Graphen, die nur ein Atom dünn sind, unter dem Photoemissionsmikroskop sichtbar zu machen und genau zu bestimmen.

Pressemitteilung der Helmholtz-Gemeinschaft

Pressemitteilung zum Exzellenzpreis 2017

Peter Grünberg Institut, Bereich Elektronische Materialien (PGI-7)

Humboldt-Stipendiaten am Forschungszentrum

Zwei Nachwuchswissenschaftler aus Thailand und aus China arbeiten gegenwärtig mit einem Humboldt-Stipendium am Forschungszentrum Jülich. Am Institut für Biotechnologie forscht Dr. Pornkamol Unrean 18 Monate lang in der Arbeitsgruppe von Dr. Stephan Noack. Sie unterstützt damit eine neue Partnerschaft des Instituts mit dem thailändischen National Center for Genetic Engineering and Biotechnology (BIOTEC). Thailand produziert pro Jahr mehr als 50 Millionen Tonnen landwirtschaftliche Biomasse. Im Zeichen einer nachhaltigen Bioökonomie wird an beiden Zentren erforscht, wie Bakterien als "Fabriken" dazu genutzt werden können, um aus der pflanzlicher Biomasse Kraftstoffe wie Bioethanol und Chemikalien zu gewinnen.

Prof. Dr. Wanxiang Feng vom Beijing Institute of Technology erforscht am Peter Grünberg Institut/Institute for Advanced Simulation das Zusammenspiel zwischen dem Fluss von Elektronen und den magnetischen Eigenschaften in chiralen Magneten und topologischen Metallen. Diese Materialien könnten die Entwicklung neuartiger Datenspeicher für die Informationsverarbeitung ermöglichen. Der theoretische Physiker wird im Rahmen eines Humboldt-Forschungsstipendiums für Postdoktoranden bis April 2018 in der Nachwuchsgruppe "Topological Nanoelectronics” arbeiten. Seine Gastgeber sind Institutsdirektor Prof. Stefan Blügel und Nachwuchsgruppenleiter Prof. Yuriy Mokrousov.

Institut für Bio- und Geowissenschaften, Bereich Biotechnologie (IBG-1)

Peter Grünberg Institut, Bereich Quanten-Theorie der Materialien (PGI-1 / IAS-1)

Mediathek

Jahresbericht und Flyer Daten und Fakten 2015 erschienen

Der Jahresbericht 2016 und der aktuelle Flyer Daten und Fakten sind da: Die beiden Broschüren können im Internet heruntergeladen oder bei der Unternehmenskommunikation bestellt werden. Das Jahr 2016 stand im Forschungszentrum ganz im Zeichen der Entwicklung des Strategiekonzepts. Schwerpunkte der Jülicher Forschung in dem 100-seitigen Jahresbericht sind Energie, Information und Bioökonomie.

PDF / Versand Jahresbericht

PDF / Versand Flyer Daten und Fakten

Jahresbericht als ePaper auf ISSUU

Aktuelle Termine:

Auf Seite http://www.fz-juelich.de/termine finden Sie aktuelle Konferenzen und Veranstaltungen im und mit dem Forschungs­zentrum Jülich, unter anderem:

Vorsitzender des Ethikrates zu Gast im Forschungszentrum

4. Oktober, 10.30 Uhr, Hörsaal der Zentralbibliothek, Forschungszentrum Jülich
Peter Dabrock, Professor für Systematische Theologie an der FAU Erlangen-Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Ethikrates, ist am Mittwoch, 4. Oktober, zu Gast im Forschungszentrum Jülich. Im Rahmen der Jahrestagung zum Strategieprozess Biotechnologie 2020+ des Bundesforschungsministeriums spricht Dabrock von 10.30 Uhr an über das Thema "Precaution First? Towards an Ethical Framework for Emerging Biotechnologies". In dem Vortrag in englischer Sprache plädiert der Wissenschaftler für eine Neuausrichtung des Vorsorgeprinzips, um der Erforschung der Synthetischen Biologie einen ethischen Rahmen zu geben und damit einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Wissenschaft auch in Zukunft zu gewährleisten.

Mehr Informationen zur Jahrestagung "Towards biohybrid systems: Biology meets Engineering" und zum Helmholtz-Netzwerk "Molecular Interaction Engineering"

Prof. Harry Vereecken hält Leo Brandt-Vortrag 2017

11. Oktober, 17 Uhr, Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf
"Terra Incognita: Der Boden im System Erde" ist der Titel des diesjährigen Leo Brandt-Vortrags, den Prof. Harry Vereecken am Mittwoch, 11. Oktober, in der Akademie der Wissenschaften und der Künste des Landes NRW hält. Der Agrosphärenforscher spricht über den Boden, der zu unseren wichtigsten Ressourcen gehört: Er versorgt uns mit Nahrung, Rohstoffen und Biomasse und spielt eine wichtige Rolle in der Klimaregulierung. Angesichts einer stetig wachsenden Weltbevölkerung wird seine Bedeutung noch steigen. Im Vordergrund des Vortrags steht das "System Boden", das durch Austauschprozesse eng mit Grundwasser, Biosphäre und Atmosphäre verknüpft ist. Zur Erfassung dieser Austauschprozesse werden neueste Beobachtungstechnologien und Methoden sowie Supercomputermodelle entwickelt.

Mehr Informationen zur Veranstaltung (Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften)

Pressekontakt:

Erhard Zeiss, Tel. 02461 61-1841, e.zeiss@fz-juelich.de


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