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Peking-Tagebuch

Dienstag, 12. August 2008

Heute herrschen große Freude, Erleichterung und Zufriedenheit bei den chinesischen Wissenschaftlern: Erstens hat China inzwischen 13 Goldmedaillen (vor den USA!); vielleicht aber noch wichtiger: die Luftqualität ist in allen Werten gut. Es hat in der Nacht wieder geregnet, ein Hochdruckgebiet hat sich südwestlich von Peking aufgebaut, der Wind hat wieder aufgefrischt und kommt aus Norden. Alles beste Voraussetzungen für niedrige Stickoxid- (max. 30 ppb), Schwefeldioxid- (max. 10 ppb), Kohlenmonoxid- (deutlich unter 1 ppm) und Feinstaubwerte (unter 20 Mikrogramm/Kubikmeter). Der Himmel ist blau, die Sichtweite über zehn Kilometer. Auch heute haben die Ozonwerte keinen Grenzwert überschritten, in Peking liegen sie bei max. 40 ppb.

Kritischer ist dagegen die luftchemische Entwicklung der nächsten Tage zu sehen. Der Wind aus Nordosten wird weiter auffrischen, wenige Wolken, fast keine Niederschläge sind zu erwarten, zudem scheint die Sonne sehr stark. Wie hoch wird die Ozonkonzentration in den nächsten Tagen steigen? Dabei sind die derzeitigen Fahrverbote wegen der nur etwas geringeren Stickoxidemissionen nicht förderlich. Wie wir aus atmosphärenchemischem Wissen vorhersagen können, steigert diese kleine Reduktion unter den Bedingungen einer Großstadt die lokale Ozonproduktion. Wie hoch die Ozonkonzentration wirklich steigen wird, hängt von der Wirksamkeit der übrigen Reduktionsmaßnahmen ab. Es bleibt also spannend.

Für den Marathonlauf am Samstag, 17. August, ist ansonsten alles vorbereitet. Die blaue Linie, die sich quer durch Peking zieht und an unseren und weiteren luftchemischen Messstationen entlangführt, zeigt die Strecke. Kein Teilnehmer soll sich verlaufen.

Abendessen in großer Runde mit Prof. Tang, Prof. Y. Zhang und Prof. M. Hu (von rechts). Frau Tang hat das atmosphärenchemische Wissen Chinas über die Kulturrevolution hinweg gerettet und ist die „Mutter“ der ersten Generation der promovierten Atmosphärenforscher Chinas. Zufällig treffen wir den in China bekannten Atmosphärenphysiker Prof. Guang-Yu Shi und diskutieren über weitere notwendige Anstrengungen Chinas zur Verbesserung der Luftqualität. Damit Hand in Hand geht die Verminderung der Treibhausgase, die den Klimawandel verursachen. Atmosphärenchemie - Klima - Wechselwirkungen sind dabei mitentscheidend.

P.S. Unseren chinesischen Partnern habe ich gesagt, man müsse schon die Goldmedaillen von zumindest ganz Europa mit China vergleichen. Dann hätte Europa 14 Goldmedaillen. Das haben die chinesischen Kollegen freundlich lächelnd und vielleicht zustimmend aufgenommen. Sie wären ja immer noch besser als die USA - und nur die Goldmedaillen zählen!

IMG_0065_klein_jpgReserviert: Die linke Spur darf nur von Olympia-Fahrzeugen genutzt werden.

IMG_0067_klein_jpgOrientiert: Ein blauer Streifen kennzeichnet die Strecke für den Marathonlauf.


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