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Neuer Gesellschaftsvertrag für das Forschungszentrum

13. November 2012. Der zwischen Bund und Land verhandelte neue Gesellschaftsvertrag, der am 14. November unterzeichnet werden soll, wurde im Rahmen des Festvortrags zum Jahresende feierlich von den Vertragspartnern - dem parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel (MdB) und dem Staatssekretär im Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW, Helmut Dockter - an Prof. Bachem überreicht.
Was ändert sich mit dem neuen Vertrag für das Forschungszentrum?

Herr Prof. Bachem, warum wurde ein neuer Gesellschaftsvertrag nötig?

Prof. Bachem: Unsere Zuwendungsgeber sind bestrebt, einheitliche Führungsstrukturen innerhalb der Helmholtz Gemeinschaft zu etablieren und darüber hinaus den Zentren mehr Freiheit im Sinne des neuen Wissenschaftsfreiheitsgesetzes der Bundesregierung zu geben. Konkret bedeutet dies, dass die Aufgaben zwischen den Organen der Gesellschaft neu zugeschnitten und internationalen Standards angepasst wurden. Gleichzeitig wurde der „Public Corporate Governance Kodex“ aufgenommen und umgesetzt. Im nationalen und internationalen Forschungswettbewerb verfügen wir so nun über die nötige Freiheit, Flexibilität und Transparenz, wie sie gute Wissenschaft braucht.

Welche Freiheiten hat Jülich mit dem neuen Vertrag nun?

Prof. Bachem: Berufungen liegen zum Beispiel zukünftig allein in der Verantwortung der Zentren. Darüber hinaus erhalten wir die Möglichkeit, Professoren anderer Hochschulen auch ohne inverse Anbindung als Direktoren an unseren Instituten zu berufen. Wir schaffen damit die Grundlage, uns noch enger mit den Hochschulen zu vernetzen. Unterstützt wird diese Autonomie auch durch das Wissenschaftsfreiheitsgesetz, das der Bundestag vor wenigen Wochen beschlossen hat und das offiziell Ende des Jahres in Kraft tritt. Es sieht keine Begrenzung unserer Direktorenstellen mehr vor, weil auch bei den W3-Stellen - wie schon vorher auch bei allen anderen Stellen – der Stellenplan weggefallen ist. Mit dieser neuen Freiheit präsentiert der Vorstand übrigens am Mittwoch in der Aufsichtsratssitzung seine Strategie, den Anteil von Frauen insbesondere in der obersten Führungsebene zu erhöhen. Unser neuer Berufungsleitfaden trägt diesem Umstand mit der Umsetzung des Kaskadenmodells der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz Rechnung. Das Kaskadenmodell meint, dass auf jeder Qualifikationsstufe der Frauenanteil erreicht werden soll, der auf der darunterliegenden Ebene besteht.

Wo setzt die Flexibilität im Gesellschaftsvertrag noch an?

Prof. Bachem: Die Verfahren, Kooperationen mit Wissenschaftseinrichtungen und der Wirtschaft durch z. B. institutionelle Verbindungen wie eine GmbH zu realisieren, wurden deutlich beschleunigt. Bist jetzt dauerte die Klärung und damit der nötige Vorlauf für solche Kooperationen viele Monate und sogar manchmal Jahre. Das machte uns als Forschungseinrichtung in vieler Hinsicht zu einem unattraktiven Partner und schwächte unsere Position im internationalen Wettbewerb.

Was verstehen Sie unter Transparenz?

Prof. Bachem: Das Forschungszentrum unterwirft sich den Regelungen des „Public Corporate Governance Kodex“ des Bundes in seiner jeweils geltenden Fassung und den hiermit verbundenen Erklärungs-, Berichts- und Offenlegungspflichten. Das heißt zum Beispiel, dass jährlich die Gesamtvergütung jedes Mitglieds der Geschäftsführung und jedes Mitglieds des Aufsichtsrats - sofern sie für ihre Tätigkeit eine Vergütung erhalten - individualisiert und aufgegliedert nach einzelnen Bestandteilen veröffentlicht wird. Wir begrüßen dies ausdrücklich, da wir hier als öffentliche Institution eine Vorbildfunktion ausüben.

Das Zentrum wird zukünftig von einem Wissenschaftlichen Beirat beraten. Welche Erwartungen verbinden Sie damit?

Große Forschungseinrichtungen agieren international. Deshalb bekommen wir – statt wie bisher für die einzelnen Forschungsfelder einzelne Forschungsbeiräte einzusetzen – einen international besetzten gemeinsamen Wissenschaftlichen Beirat, der das Forschungszentrum in seiner Gesamtstrategie beraten wird. Der Aufsichtsrat wird im nächsten April die Mitglieder des Wissenschaftlichen Beirats berufen, die international anerkannte Spitzenforscher und Forschungsmanager sind. Der Vorsitzende dieses Beirats wird gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat sein. Dies ermöglicht eine direkte und effektive Kommunikation zwischen den Organen der Gesellschaft.

zur Meldung: Neuer Gesellschaftsvertrag in Kraft (15.11.2012)


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