Suche

zur Hauptseite

Navigation und Service


Nukleares Erbe am Forschungszentrum Jülich

Das Forschungszentrum Jülich hat als ehemalige Kernforschungsanlage zwei Forschungsreaktoren zur Neutronenforschung betrieben (DIDO und MERLIN) und war zudem an der Technologienentwicklung für den benachbarten Hochtemperaturreaktor der damaligen Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH beteiligt. Alle drei Reaktoren sind seit vielen Jahren außer Betrieb. Der Forschungsreaktor MERLIN wurde bereits bis zur "Grünen Wiese" zurückgebaut, die beiden anderen befinden sich derzeit in der Rückbauphase. Die Verantwortung für die Brennelemente des früheren AVR-Versuchsreaktors liegt seit September 2015 in der Hand einer bundeseigenen Rückbau- und Entsorgungsgesellschaft.

Hintergrund:

Der Landtag Nordrhein-Westfalens beschloss 1956 den Bau einer Kernforschungsanlage am Standort Jülich. 1958 wurde hierzu der Grundstein für die Forschungsreaktoren MERLIN (FRJ-1) und DIDO (FRJ-2) gelegt, die 1962 in Betrieb genommen wurden. Beide Reaktoren dienten der Weiterentwicklung der Forschung mit Neutronen, nicht zur Stromproduktion. Im Jahr 1960 erhielt die Forschungseinrichtung den Namen "Kernforschungsanlage Jülich des Landes Nordrhein-Westfalen e. V." (KFA).
Etwa zeitgleich schlossen sich 15 kommunale Elektrizitätsversorgungsunternehmen zur Arbeitsgemeinschaft Versuchsreaktor GmbH (AVR GmbH) zusammen. Das Ziel der AVR war es, die Machbarkeit und Funktionsfähigkeit eines gasgekühlten, graphit-moderierten Hochtemperaturreaktors zu demonstrieren. Der AVR-Versuchsreaktor wurde in unmittelbarer Nachbarschaft zur damaligen KFA (seit 1990: Forschungszentrum Jülich) errichtet und von 1967 bis 1988 betrieben. Das Forschungszentrum befasste sich während dieser Jahre begleitend mit Fragen zum gesamten Themenspektrum der Hochtemperaturreaktortechnologie.

Ab Mitte der 1980er Jahre reduzierte die damalige KFA ihr Engagement zur Weiterentwicklung des gasgekühlten Hochtemperaturreaktors. Gleichzeitig wurden neue Themen aufgegriffen. Deshalb erfolgte 1990 die Umbenennung in "Forschungszentrum Jülich GmbH".

MERLIN wird abgebautDer Reaktor MERLIN wurde bis 2008 zur "Grünen Wiese" zurückgebaut.
Copyright: Forschungszentrum Jülich

Forschungsreaktoren betreibt das Forschungszentrum heute nicht mehr: MERLIN ist bereits zur "Grünen Wiese" zurückgebaut worden, der DIDO wurde 2006 abgeschaltet. Auch der AVR wurde 1988 abgeschaltet, der Rückbau erfolgt in Eigenregie durch die AVR GmbH. Das Forschungszentrum unterstützte den Rückbau etwa durch die Übernahme und fachgerechte Entsorgung aller radioaktiven Abfälle, die beim Rückbau anfielen. Darüber hinaus wurden die AVR-Brennelemente in einem Zwischenlager des Forschungszentrums gelagert.

Im September 2015 wurden die Nuklearkompetenzen des Forschungszentrums Jülich und der AVR GmbH am Standort Jülich auf Wunsch von Bund und Land in einer neuen Gesellschaft zusammengeführt. Diese trägt derzeit den Namen "AVR GmbH", nach erfolgter Eintragung im Handelsregister wird die neue Gesellschaft künftig als "Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH" (JEN) firmieren. Die JEN ist eine bundeseigene Gesellschaft unter dem Dach der Energiewerke Nord (EWN), die im Auftrag des Bundes die nuklearen Altlasten der öffentlichen Hand abwickelt und zurückbaut.

Somit ist nun bei der JEN die gesamte nukleare Stilllegungs-, Rückbau- und Entsorgungskompetenz gebündelt, die in Jülich über fünf Jahrzehnte aufgebaut wurde. JEN ist somit verantwortlich für den Rückbau des DIDO, des AVR und für den weiteren Umgang mit den AVR-Brennelementen.

Weitere Informationen

Zu den Brennelementen des früheren AVR-Versuchsreaktors gibt es ein eigenes Themenportal: www.avr-brennelemente.de.

Zusatzinformationen

AVR-Brennelemente

Zu den Brennelementen des früheren AVR-Versuchsreaktors gibt es ein eigenes Themenportal der AVR GmbH.


Servicemenü

Homepage