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Verantwortung für Mensch und Umwelt

In einigen wissenschaftlichen Instituten des Forschungszentrums wird mit radioaktiven Stoffen gearbeitet, zum Beispiel in der Hirnforschung, wo sogenannte "Radiotracer" wichtige Erkenntnisse über die Funktionen des menschlichen Gehirns vermitteln. Auch in der Umweltforschung helfen radioaktive Substanzen, Pflanzenschutzmittel zu optimieren und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz.

In allen Anlagen und Einrichtungen, in denen sich chemische und radioaktive Stoffe befinden, sorgen zahlreiche Maßnahmen dafür, dass diese Stoffe sicher von der Umwelt abgeschlossen sind. Damit dies so bleibt, werden ständig alle Sicherheits-vorkehrungen überprüft, technisch verbessert und an weiterentwickelte Vorschriften angepasst. Konstruktion, Bau und Betrieb der Anlagen auf dem Gelände des Forschungszentrums sind ganz darauf ausgerichtet, gefährliche Stoffe stets zuverlässig zu umschließen und zurückzuhalten. Ferner gibt es – soweit erforderlich – Schutzsysteme sowie Kontroll- und Warnsysteme.

Messgeräte innerhalb und außerhalb des Forschungszentrums Jülich überwachen ständig Atmosphäre, Böden und Gewässer. Ein Teil der Messdaten wird direkt – ohne dass das Forschungszentrum Einfluss darauf nehmen kann – an die Aufsichtsbehörde weitergeleitet. Zusätzlich wird ein Umgebungsmessprogramm durchgeführt. Damit wird überwacht, dass es nicht zu erhöhten Konzentrationen chemischer und radioaktiver Stoffe in der Umwelt und speziell in den Nahrungsmitteln kommt. Diese Maßnahmen werden unterstützt durch meteorologische Messungen am Wetterturm. Mit ihrer Hilfe können die Ausbreitungsrichtung und –bedingungen der luftgetragenen Emissionen jederzeit bestimmt werden.

Das Forschungszentrum hat alle möglichen Maßnahmen getroffen, so dass der Schutz der Umgebung gewährleistet ist. Auch bei Störfällen, wie Brand, Explosion oder technischem Versagen, sind alle notwendigen Schutzvorkehrungen gegen eine Beeinträchtigung der Umwelt getroffen.

Das Forschungszentrum betreibt eine ständig besetzte Sicherheitszentrale, die sofort die notwendigen Hilfs- und Einsatzdienste herbeirufen kann. Dazu gehört eine eigene Werkfeuerwehr, die speziell für die Brandbekämpfung bei Bränden mit radioaktiven und chemischen Stoffen geschult ist. Die Werkfeuerwehr und der Betriebsärztlicher Dienst des Forschungszentrums stehen darüber hinaus bei allen sonstigen Notfällen in der Region im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Verfügung.

Diese Maßnahmen gelten auch für die radioaktiven Stoffe aus der Vergangenheit der ehemaligen Kernforschungsanlage Jülich (KFA), die sicher rückgebaut und aufbewahrt werden müssen. Diese Aufgabe übernimmt seit dem 1.September 2015 die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN), in der die gesamte nukleare Stilllegungs-, Rückbau- und Entsorgungskompetenz gebündelt ist, die in Jülich über fünf Jahrzehnte aufgebaut wurde. Das Forschungszentrum fungiert mit seiner Sicherheitsüberwachung als Dienstleister für die JEN.

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