Scharfer Blick ins Gehirn:

Der Hybrid 9,4-T-MR-PET: ein einzigartiges Kombigerät der Hirnforschung

Prof. Jon Shah, Leiter der Jülicher Arbeitsgruppe Magnetresonanzphysik am 9,4-T-MR-PET. Foto: Forschungszentrum Jülich

Einblick ins menschliche Hirn – ganz ohne Narkose und Skalpell, aber detaillierter als je zuvor. Am 29. April 2009 wurde am Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin ein weltweit einzigartiges Gerät eingeweiht: Ein 9,4 Tesla Magnetresonanz-Tomograf (MRT) kombiniert mit einem Positronen-Emissions-Tomografen (PET).

Mit diesem Kombi-Gerät entwickeln Wissenschaftler neue Verfahren zur Diagnose und Therapie neurologischer Hirnerkrankungen. Das 20 Millionen Euro teure Gerät, das vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und von Siemens finanziert wird, liefert Bilder des menschlichen Gehirns in nie gekannter Schärfe. Ein Grund dafür ist das Magnetfeld des MRT. Mit einer Feldstärke von 9,4 Tesla ist es bis zu sechsmal höher als das herkömmlicher Geräte - und 190.000 Mal höher als das Magnetfeld der Erde.

Kombination von MRT und PET

links: MRT-Bild, rechts: PET-Bild, mitte: eine Kombination von beidemEs ist die Kombination der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) und der Positronenemissions-Tomografie (PET), die den Forschern durch das bisher einzigartige Gerät neue Perspektiven eröffnet. Das MRT-Verfahren bildet das Gewebe des Gehirns ab. Die gleichzeitige PET-Analyse macht den Stoffwechsel in den Zellen durch eine sehr schwache radioaktive Substanz sichtbar. Beides in einem leistet "9komma4".  

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Verbesserte Diagnose-Möglichkeiten

Die gleichzeitige Messung von Gehirnstrukturen und Stoffwechselvorgängen eröffnet zukünftig neue Möglichkeiten zur Erforschung neurodegenerativer Erkrankungen wie Epilepsie, Schlaganfall, Alzheimer oder Multipler Sklerose. Mit dem neuen Kombi-Gerät können Forscher bald krankes Gewebe und Störungen im Stoffwechsel des Gehirns auf den Millimeter genau lokalisieren.

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Translationale Forschung: TransFOR

Das 9,4-T-MR-PET vervollständigt die Jülicher Forschungsplattform "TransFOR" zu bildgebenden Verfahren in der Hirnforschung. Den Jülicher Forschern und ihren Kooperationspartnern in Lehre und Gesundheitswesen steht dabei eine ganze Reihe von Geräten zur Verfügung, die der Grundlagenforschung dienen oder bereits in der klinischen Anwendung sind.

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